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Erlebtes & Belebendes

Kategorie: Lebenskunst-Texte (Seite 2 von 9)

Radikal leben

Neulich kaufte ich mir seit langem mal wieder eine Zeitschrift. Im Vorwort hieß es, Autor unbekannt: “Keiner von uns kommt hier lebend raus. Also hört auf, Euch wie Andenken zu behandeln. Esst leckeres Essen. Spaziert in der Sonne. Springt ins Meer. Sagt die Wahrheit und tragt euer Herz auf der Zunge. Seid albern. Seid freundlich. Seid komisch. Für nichts anderes ist Zeit.“

In diesen Zeilen fand ich mich wieder und dachte: Ich bin schon ganz gut unterwegs. Doch dann wurde mir klar, dass ich noch viel radikaler leben möchte in Zukunft: Wirklich noch vollständiger, noch elementarer meine Zeit so gestalten, wie ich es für richtig und sinnvoll halte.

Gerade habe ich ein paar Tage mit unserem Sohn im Harz verbracht. Wir haben Nostalgiehotel, Sole-Therme und Luchsgehege genossen. Wobei letzteres – verbunden mit einer kleinen Wanderung – nur bei mir Anklang fand. Radikal leben heißt für mich auch, die Zeit mit unserem Sohn so bewusst wie möglich zu gestalten. In dem Wissen, wie schnell die Zeit vergeht, und dass es vermutlich nicht mehr lange dauern wird, bis er sich von den Eltern abgrenzt.

Radikal leben kann auch heißen, an wichtigen Stellen keinen Kompromiss einzugehen: Auf dem Weg zum Luchsgehege wurde Yossi nicht müde zu betonen, wie besch… er das kleine Stück Wanderung (den Teil zwischen Hochseilbahn und “mit Bus zurück”) fand. Ich hab dann etwas getan, was ich noch nie gemacht habe: Ich bin alleine weiter gestratzt (Yossi meinte, er ginge zurück zu Bahn). Mir war das so wichtig, auszuschreiten, ich hatte mich drauf gefreut und es extra sehr kurz gehalten. Auch hatten wir den Deal, im Anschluss ein zweites Mal in die Sole-Therme zu gehen. Am Luchsgehege eingetroffen stand Yossi plötzlich neben mir. Offenbar hat er sich dann doch selbst auf den Weg gemacht und ist der Beschilderung gefolgt.

Ich glaube, es war eine gute Erfahrung für uns beide. Ich habe mir erlaubt, mein Bedürfnis vornanzustellen und darauf zu vertrauen, dass nichts passieren wird (ein Kleinkind hätte ich sicher nicht alleine gelassen). Wie sagte eine Freundin, als ich ihr davon erzählte, so schön? Sie nannte es die “liebevolle Konsequenz, die aus der Liebe zu sich selbst und auch aus der Liebe zu dem Kind und im Bemühen um eine gesunde Beziehung zueinander, absolut wichtig ist. Dem Kind Grenzen aufzeigen und die eigenen Bedürfnisse vertreten, ohne ihm die Liebe zu entziehen.”

Mir wird bewusst: Ich möchte im Leben sehr tief lieben. Natürlich möchte ich meine Liebe teilen und weit streuen – ich behaupte ich habe ein großes Herz – doch noch wichtiger ist es mir, umfassende, enge Beziehungen mit wenigen Menschen einzugehen und mich diesen radikal zu widmen. So auch meinem Mann. In mir wohnt das klare, schöne Bild, mit ihm an ein Ende, sprich bis zum Tod gemeinsam zu gehen. Sicher weiß ich nicht, was kommen wird, doch dieser Wunsch, diese tiefe Absicht ist für mich mehr als gewiss. Und noch wichtiger, als regelmäßig Wochenenden mit Freunden zu verbringen ist es mir, den Großteil meiner Zeit meiner kleinen Familie zu widmen.

Radikal leben heißt insofern auch, wirklich sehr bewusst zu wählen, mit welchen Menschen ich mich warum und wann umgebe. Mich dort voll einzubringen, wo es mich hinzieht, ich mich gesehen und geliebt fühle. Manche meiner einst engen Kontakte sind gerade etwas verschlafen, sicher auch, da es in den jeweiligen Leben zurzeit nur wenige Schnittmengen gibt. Ich habe beschlossen:  Das lasse ich jetzt erst einmal so, selbst wenn es darauf hinausläuft, dass wir nur wenige Male im Jahr Kontakt haben.

Momentan fühle ich mich sehr zu Menschen hingezogen, die Lust haben zu wachsen und die auch mich wachsen sehen wollen. Die mich und meine Eigenarten, meinen Wunsch nach Alleinzeit, meine Ehrlichkeit und Klarheit gut aushalten können. Das sind sowohl einige mir sehr vertraute, schon viele Jahre bestehende Verbindungen, als auch neue Menschen, die mir begegnen, on- und offline  – die ebenso Träume haben und sich ein sattes, erfülltes Leben wünschen.

Was mir auch essentiell wichtig ist: Meinen Gefühlen mehr als bisher zu trauen. Freund und Navigator Harry schrieb mir kürzlich:

„Deine Gefühle sind die Wahrheit. Die Weisheit deines Körpers. Unabhängig ob es dir oder anderen “gefällt”.

Von diesem Punkt aus möchte ich leben. Wenn da Wut ist, dann soll diese den ihr gebührenden Raum erhalten. Und dann dürfen auch Konsequenzen folgen, indem ich aus meinem Zentrum heraus klare Grenzen setze. Ein anderes Beispiel: Noch immer denkt’s in mir, dieses oder jenes müsste ich jetzt aber tun, z. B. eine Wochenend-Verabredung einhalten, die mir schon jetzt aus verschiedenen Gründen Stressgefühle bereitet. Nein, muss ich nicht. Was ich schon gar nicht muss: Meine Freizeit in irgendeiner Form stressig (v)erleben.

Vollständig, sprich so zu leben, dass keine unverdauten Reste bleiben, bedeutet für mich in allererster Linie: sich zu erlauben, diejenige zu sein, die ich sein möchte und dasjenige mit der Welt zu teilen, das ich aus tiefstem Herzen teilen will. Unabhängig davon, wie andere das finden mögen. Seitdem ich mich z. B. stärker auf die Menschen konzentriere, bei denen meine Zeilen resonieren, die etwas mit dem, was ich teilen möchte, anfangen können, anstelle mir Gedanken darüber zu machen, wer meine Texte oder mich ablehnen könnte, blüht vieles in meinem Leben neu auf: Es kommen Menschen und Situationen auf mich zu, die mich voranbringen – Menschen, die mich etwas fragen oder um etwas bitten, das ich gerne gebe, Gegebenheiten, die mich in der Tiefe ausfüllen. Radikal leben heißt demnach für mich: die eigenen Erwartungen leben und damit aufhören, die Erwartungen anderer zu leben. Denn letzteres kostet unnötig viel Energie, Zeit und Lebensfreude.

Zum Muttertag schenkte mein Mann mir eine Blume, die “Schwarzäugige Susanne” – einen “unermüdlichen Dauerblüher”, mit den Worten, diese passe zu mir. Und dies ist mein Wunsch: Selbst wenn der Tag beschissen war, am nächsten Morgen erneut aufzublühen, immer mehr in meine Kraft zu kommen und andere mit meinem So-Sein anzustecken.

Was heißt für Euch radikal, vollständig leben? Was darf nicht fehlen?

 

Interview “Sich verletzlich zeigen”

Andrea Breitenmoser, eine tolle, kraftvolle & mutige Frau, Coach, Mutter hat mich zum Thema Verletzlichkeit befragt. Es war ein sehr lebendiges, intensives Gespräch, das ich heute gerne mit Euch teilen möchte.

Wann zeigst du dich mit deiner verletzlichen Seite? Wann fällt es dir leicht? Wann eher schwer? Unter anderem diese Fragen behandeln wir – schaut & hört doch mal rein. Für mich war dieses Interview auch eine mutige Premiere. Doch nun bin ich sehr froh, mich ins kalte Wasseer geschubst zu haben. Alles Gute zu Euch!

Zeig dich verletzlich

Ich habe viele Fragen. Neulich dachte ich: Warum nicht mal ein Interview führen, mit einem spannenden Menschen zu Themen, die hier in meinen Lebenskunst-Blog passen? Da kam mir Harry in den Sinn: Harry brachte mich schon zu diversen Erkenntnissen. Ich habe an Horoskopberatungen bei ihm teilgenommen. Gemeinsam mit ihm und meiner Schwester habe ich tiefe, interessante Gespräche geführt – über Gott und die Welt, anders kann ich es nicht ausdrücken. Harry hat sich mit vielen Aspekten und Tiefen des Lebens auseinandergesetzt, bietet neben seinen astrologischen Beratungen Wutarbeit und Feuerlauf für Gruppen an. Auch arbeitet er mit Runen als Orakel, bzw. mit Runenstellen, ähnlich wie Yoga. Und was ich besonders an ihm schätze: Ich habe das Gefühl, alles im Miteinander darf sein – Harrys Worte und Impulse öffnen dich, zeigen dir Chancen auf, zu welchen Möglichkeiten dich das Leben einlädt. Ich kann mich wunderbar in ein Gespräch mit ihm hineinentspannen und das gemeinsame Emporschwingen im Miteinander genießen.  Solche Menschen und Momente sind Gold wert. Los geht’s:

 

Harry, magst du dich und deine Arbeit kurz vorstellen?

Ich verstehe mich als Raumhalter für einen Raum, in den du sprechen kannst – ohne  Unterbrechung, ohne Urteil, ohne Tipps und Ratschläge. Ferner als Navigator: Ich weise die Richtung. Ich bin Reisebegleiter, auf dem Weg zu dir selbst. Geburtshelfer, beim Aus-dem-Ei-Schlüpfen. Ein gefährlicher Fragensteller, dessen Fragen zu AHA-Effekten führen können. Ein Heiler, dessen Medizin die Klarheit ist. Und immer mehr ein Krieger des Lichts, in der Domäne des „Nichtwissens“. Das ist meine größte Herausforderung. Ich bin so geboren, da war kein besonderes Ereignis. Ich bin da immer mehr hineingewachsen. Mit all den Schmerzen, wie jeder andere Mensch auch. Ich habe erstmal lernen müssen, dass ich so bin – meinen Job anzunehmen. Es begeistert mich, all dies an Interessierte weiterzugeben.

Ja, und ich bin eine davon🙂. Du meinst also, wir kommen mit bestimmten Fähigkeiten und auch Aufgaben zur Welt, die uns das Leben dann zuteil werden lässt? Sprich denen wir folgen sollten?

 Ja. Nur merken wir das nicht immer sofort, oder wir wehren uns sogar dagegen. Meiner Meinung nach ist Karma/ Bestimmung unpersönlich. Wenn ich es nicht annehme, macht es wer anders. So wie meine Vorfahren. Jetzt kann ich wählen, ob ich den Job annehme. Das geht aber erst, wenn ich vorher aufgebe. Mich ergebe. Mich verpflichte. Das geht sogar bevor ich weiß WIE. Das bezeichne ich als Domäne des Nichtwissens.

Wir haben schon häufiger, auch zu dritt mit Kati (Anmerkung: meine Schwester) über Un-Verschämtsein im wahrsten Sinne des Wortes gesprochen. Was verstehst du darunter?

Unverschämtsein meint „schamlos, ohne Scham, frei von Scham“ sein, und dies führt zu mehr Verletzlichkeit. Zum Sichtbarer-Werden. Genauso mit Mitgefühl: Du kannst auch FREI von Mitgefühl sein, was nicht heißt, dass du OHNE Mitgefühl bist. Wenn du nicht FREI von Mitgefühl bist, zieht es dir Energie ab, weil dich das andere System, das des anderen, am Haken hat. Frei sein bedeutet: Bleibe dem Haken fern. Von etwas frei zu sein heißt nicht, dass du es nicht mehr haben kannst. Du kannst es jederzeit haben, ES hat dich aber nicht mehr. Das ist die Freiheit.

Wow, noch kann ich folgen. Sprich ich kann frei entscheiden, was ich in den Raum gebe…

Du kannst grundlos handeln, sprich ohne Trigger von außen. Keine roten Knöpfe mehr haben. Aktion, statt Reaktion. Das ist kreieren. Das ist für mich radikale Verantwortung: Du bist kein Opfer mehr. Du brauchst keine Gründe. Gleichzeitig ist alles möglich, wenn du willst. Das ist nicht egoistisch, nicht rücksichtslos. Wenn sich jemand verletzt fühlen will, ist das SEINE Entscheidung. Er will Opfer sein. Er gibt die Verantwortung ab. Das muss nicht bewusst sein. Sich dessen bewusst zu werden, kann man lernen und trainieren, z.B. bei mir. Dieser Prozess kann schmerzhaft sein, niemanden mehr zu haben, dem man die Schuld in die Schuhe schieben kann.

Warum trauen sich viele nicht, Wut zu zeigen und damit evtl. anzuecken?

Wenn Wut da ist, wollen wir sie oft nicht sehen geschweige denn zeigen. Doch Energien wollen fließen. Nicht gewollte Wut ist wie ein ungeliebtes Kind. Auch die ungeliebten Kinder brauchen Umarmung, wollen gesehen werden. Ist die Angst anzuecken wirklich die Angst, anzuecken? Oder ist es die Angst vor der Angst? Wieder nicht fühlen zu wollen? Ich kann mich fragen: Ist da wirklich eine Bedrohung? Habe ich das überprüft oder ist es eine unbestätigte Annahme? Hier kann Transformation stattfinden. Wenn du wirklich willst, dass sich etwas ändert und du neue Möglichkeiten schaffen willst, fühle die Angst. Zeig sie, zeig dich verletzt und lass dich überraschen, was dann alles möglich ist. Lass dich auf das Abenteuer ein. Auf das Abenteuer des Lebens. Löse deine Bremsen. Vertraue. Lass dich führen. Hab den Mut dich zu zeigen wie du bist. Auch oder gerade vor dir selbst. Du kannst zufrieden, in Frieden sein. Jetzt. Nicht erst im Himmel. Nicht erst wenn du die Regeln kennst oder befolgst. Es sind nicht deine. Die Belohnung ist die Freude, du selbst zu sein.

Zum Anecken: Was ist denn anecken? Dem anderen gefallen wollen? Nicht gut dazustehen beim anderen? Sein SelbstBILD aufrechterhalten wollen? So sein wollen wie es der andere (vermutlich) will, weil man Angst vor dem Verlassenwerden hat? Ich habe ein BILD erzeugt, eine Maske, in die sich der Partner verliebt hat, und es kostet zunehmend mehr Energie dieses BILD aufrechtzuerhalten. Ich habe höllische Angst, durch mein Verhalten erkannt zu werden, wer ich wirklich bin. Der Preis ist, dass ich mich immer einsamer und unverstandener fühle. Doch womit ich beim einem anecke, ist vielleicht das, was ein anderer an mir liebt. Ohne gefallen zu wollen, lebt es sich viel entspannter. Genau diese Erkenntnisse sind heilsam. Zu erkennen, wie unsicher ich wirklich bin. Wie verletzlich. Wie menschlich. DAS verbindet.

Harry, das sind genau meine Themen: innerlich frei werden, sich trauen, sich erlauben, du selbst zu sein. Zurück zu deiner Arbeit: Wie konkret kann Wutarbeit, die du anbietest, ablaufen?

Entscheiden kannst du immer nur im Jetzt. Nicht in der Vergangenheit und auch nicht in der Zukunft. Wir alle haben – um uns zu schützen – in einer Situation, die nicht sicher oder unerträglich war, eine Entscheidung getroffen – und sie dann vergessen. Ich biete dir einen sicheren Raum an und begleite dich dorthin zurück. Dazu musst du nicht unbedingt konkret wissen was da war, sondern es reicht, das damalige Gefühl zu fühlen, es zu Ende zu fühlen. Jetzt bist du ja erwachsen und nicht mehr so hilflos wie damals und DANN bist du in der Lage, dich NEU zu entscheiden. Das alte Programm läuft dann nicht mehr. Zwischendurch ist Platz für den theoretischen Teil und Fragen.

Wunderbar, das macht neugierig. Meine vorletzte Frage: Welche, glaubst du, sind die größten Tabus hierzulande in der zwischenmenschlichen Kommunikation?

Ein Tabu ist die Gewalt. Wer Aufmerksamkeit haben will, wer gesehen werden will, wendet Gewalt an. Das sieht man bei Jugendlichen, sowie auch bei Terroristen. Gewalt lässt sich nicht ignorieren. Sie ist das letzte Mittel, wenn man sich hilflos fühlt. Auch gibt es Gewalt in Beziehungen: Sich nicht trauen sich zu äußern, nicht NEGATIV sein dürfen. Erwartungen erfüllen wollen. Sich nicht gesehen fühlen. Etwas in sich hineinfressen. Und dann explodiert ES und trifft die, die wir lieben. Erwachsene Wut ist dazu da, die Dinge zu erreichen, die ich erreichen will. Was ist, wenn ich mich nicht traue wütend zu sein? (Tabu: Sowas macht man nicht). Ich werde immer ärgerlicher, aber die Wut geht nicht weg.

Ein weiteres Tabu ist es, herausragend zu sein. Die Angst vor dem Neid der anderen. Die Menschheit kann sich aber besser weiterentwickeln, wenn alle versuchen so herausragend wie möglich zu sein. Noch ein Tabu ist Verletzlichkeit. Immer cool sein zu wollen. Alles im Griff zu haben. Alles zu wissen und die Kontrolle nicht zu verlieren, scheint für viele das Ziel zu sein. Der Preis dafür ist der Verlust von Beziehung und Intimität.

Hattest du ein Schlüsselerlebnis, welches sich dir im Zusammenhang mit Un-Verschämtsein(dürfen) eingeprägt hat?

Ich habe mehrere Erlebnisse gehabt, wo sich jemand so benommen hat, wie ich mich das zum damaligen Zeitpunkt noch nicht getraut hätte. Jemand zeigte ein Verhalten, welches ich als peinlich empfunden hätte. Ich fand das sehr beeindruckend, mit welcher Selbstverständlichkeit diese Personen die schrecklichsten Dinge gesagt oder getan haben und habe mich gefragt, was mich davon abhält das genauso zu tun. Beispiel: Ich als Deutscher traue mich nicht oder habe mindestens ein komisches Gefühl, wenn ich einen Judenwitz erzählen würde. Im Urlaub in der Türkei, beim Plaudern mit einem Busfahrer sagt dieser, ganz selbstverständlich (unverschämt), dass alle Kurden Verbrecher sind und umgebracht werden sollten. Ein weniger krasses Beispiel: Beim Vorbereiten einer Party schnappt sich einer ein großes Stück vom Geburtstagskuchen und wird angesprochen: „Du hättest ja wenigstens vorher fragen können.“  Antwort: „Wenn ich gefragt hätte, hättest du doch sowieso ja gesagt. Warum soll ich also fragen?“

Oh ja, herrlich. Harry, das war viel Tobak;-) – doch sehr wertvoller und wichtiger Stoff. Ich danke dir von Herzen für diese spannenden Ausführungen und freue mich sehr auf weiteren Austausch. Gehab dich so richtig wohl.

 

Wenn Ihr Fragen habt, zu Harry, zum Interview, gerne her damit! Auch kann ich Euch Sitzungen bei ihm wärmstens empfehlen!

Harry Hömpler

05105 5912772

KHAMIEL@WEB.DE

 

Neulich waren wir noch jung

Mich beschäftigt das Älterwerden. Schon eine Weile. Insbesondere seitdem letztes und vorletztes Jahr meine Eltern verstorben sind und ich vergangenen Sommer die 40 erreicht habe. Mein Mann und meine Geschwister sind (um die) 50. Auch das spielt sicher eine Rolle, denn aus meiner heutigen Wahrnehmung ist 50 definitiv nicht mehr jung. Ich gestehe: Das gefühlt schnelle Verstreichen der Zeit macht mir auch Angst. Menschen jenseits der 70 denken sicher: Ich bin mit meinen 40 Jahren doch noch jung. Gleichzeitig betiteln mich 20-Jährige vermutlich als “mittelalt”.

Wenn junge Menschen – FSJlerinnen und “Buftis” – in meinen Musiktherapiestunden hospitieren, spüre ich die Altersdifferenz nun deutlich: Einerseits kann ich mich wunderbar in sie hineinfühlen, auch in diese Vielfalt der Optionen, die das Leben für einen mit knapp 20 Jahren bereithält. Alles ist oder erscheint offen. Diese Offenheit vermisse ich manchmal. Vielleicht mag jemand erwidern: Ich kann mich ja jeden Tag neu entscheiden, doch gefühlt schränken sich die Möglichkeiten mit der Vereinbarung von Familie und Beruf ein. Das kennen sicher die meisten von Euch, die in der Lebensphase stecken, in welcher Kinder – sofern vorhanden – noch daheim in unserer Obhut, sprich nicht erwachsen sind.

Im Zusammensein mit meinen Hospitantinnen muss ich aufpassen, keine – wenn auch gut gemeinten – Ratschläge zu erteilen, wenn es um die Frage geht: “Was soll ich (als nächstes) tun?” Je älter ich werde, umso öfter denkt es in mir: “Entspann dich.” Im Grunde ist es unerheblich, ob ich a oder b wähle, denn das was Leben aus- und interessant macht, sind die Kapriolen, die es schlägt, Um- und Abwege. Oder auch Irrwege, die sich im Nachhinein als besonders wertvoll herausstellen.

Meine Schwester fragte mich hier auf Teneriffa, ob ich nochmal 27 sein möchte. (Wir haben auf der Insel eine tolle, unsere Dreierkonstellation bereichernde junge Frau kennen gelernt). Ich bin mir nicht sicher. Mit dem Wissen von heute vielleicht. Gleichzeitig war ich mit Ende 20 deutlich unsicherer. Heute bin ich mir meiner selbst und meines Wertes schlicht sicherer. Insofern stimmt die These: Älterwerden bringt auch wachsende Gelassenheit mit sich.

Was ich ebenfalls sehr schätze: Heute habe ich mit Menschen ganz unterschiedlicher Generation zu tun, sowohl privat als auch beruflich. Ich liebe es Geschichten zu hören – von früher, von heute – und erzähle selbst auch gerne Anekdoten. Manch ein Gespräch ist so tief und lebendig, dass es keine Rolle spielt, ob mein Gegenüber 20 oder 70 ist.

A propos Gespräch: Es macht mir unheimlich viel Spaß, fremden Geprächen zu lauschen (ja, ich weiß: Macht man nicht). Möglichst unauffällig, wenn mir das auch nicht immer gelingt. Letzten Herbst verbrachte ich mit meinem Mann ein Wochenende in einem Kloster im Harz. Wunderschön und wiederholungsbedürftig war das. Beim Frühstück beobachtete ich eine Gruppe von Theologie-Studenten, wie sich herausstellte: ein bunter Haufen von wild diskutierenden jungen Leuten. Wir fragten uns, was sie umtreibt, welche Themen und Fragen sie haben. Zwischen meinem Mann und mir entwickelte sich ein interessantes Gespräch. “Neulich waren wir noch jung”, hörte ich ihn sagen und musste lachen. Ja, manchmal kommt es mir auch so vor, als sei es gar nicht lange her, dass Dinge noch anders waren.

Auch wenn da Ängste und Widerstände in mir sind, was das Älterwerden angeht, so liebe ich mein Leben immer mehr. In Momenten, in denen es mich so packt, wie kürzlich am Atlantik (siehe Foto oben), bin ich echt ergriffen und den Tränen nicht nur nah. “Magnifico”, kann ich da nur sagen.

Wie ergeht es Euch mit Eurem Alter und dem unterschiedlich empfundenen Verstreichen der Zeit?

 

 

Wachsen, lernen, geben

Meine größte Stärke besteht aus meinem Erleben darin, Menschen das Gefühl zu geben, dass sie ok sind wie sie sind: Ich kann gut dafür sorgen, dass andere sich wohl fühlen mit mir. Atmosphäre zu schaffen, die Toleranz und Wärme transportiert, fällt mir leicht. Auch “schräge” oder schüchterne Zeitgenossen tauen in meiner Gegenwart oft auf.

Mein spiritueller Name, den ich als Kundalini-Yogalehrerin erhalten habe, Nivas Amrit – Nivas die Schutzstätte, ein Ort der Geborgenheit und des Mitgefühls, Amrit, der göttliche Nektar – transportiert ebenfalls diese meine Stärke und auch meinen Weg. Ich behaupte, das Herzliche, Menschen-Verbindende ist schon in meiner Ahnenkette – Mutter Renate, Oma Erna und Uroma Minna – zu finden. Meine Geschwister und ich, so unterschiedlich wir alle sind, haben etwas  Herzöffnendes. Warum erzähle ich das? Indem wir uns unserer größten Stärke, das was uns in der Tiefe ausmacht, bewusst werden, kommen wir unserem Sinn auf die Spur. Und Sinn lässt sich meines Erachtens dort finden, wo wir wachsen, lernen und geben. Gestoßen bin ich auf diesen Ansatz in einem Interview mit Bahar Yilmaz für das Online-Magazin compassioner. In diesem fiel die Frage:

Was kann ich geben dafür, dass andere Menschen wachsen?”

Hauke Prigge, der Interviewer und in jenen Tagen Redakteur beim compassioner, warf diese schöne Frage, welche mich damals und auch heute nicht losgelassen hat, in den Raum. Laut Bahar erfahren wir Erfüllung, wenn wir wachsen, lernen und geben. Das überzeugt mich. Denn wenn ich genau hinschaue, wann und wo sich tatsächlich etwas bewegt, ich mich wach und präsent fühle, sind es Momente, in denen genau diese Qualitäten – wachsen, lernen, geben – zum Tragen kommen. Hier kommen wir auch unserer Berufung auf die Schliche. Berufung oder das was mich ruft ist nicht in Stein gemeißelt, sondern das Leben entfaltet sich mit dem, was ich aktiv tue. Wenn du magst, reflektier doch mal, was für dich einen besonders gelungenen Tag ausmacht: Was habe ich getan? Was habe ich bewirkt? Welche Werkzeuge habe ich benutzt?

Für mich sind es jene Tage, an denen ich etwas Neues lerne: Details über therapeutische ätherische Öle, eine Gitarrenbegleitung zu einem neuen Song, inspirierende Impulse dank eines guten Gesprächs. Es sind Momente, in denen ich mich etwas getraut, Mut an den Tag gelegt habe – z. B. als ich Anita Maas vom Maas-Magazin fragte, ob sie einen Text von mir veröffentlicht. Wenn wir Komfortzonen verlassen, findet automatisch Wachstum statt. Wachsen bedeutet auch, sich aus einem Leben zu schälen, in dem ich mich nicht mehr zu Hause fühle.

Nun zum Geben. Ich glaube, geben ist im Grunde das Schönste, womit wir unser Leben füllen können. Vielleicht auch das, worum es tatsächlich geht. Mit geben meine ich nicht dieses oft an Erwartungen geknüpfte Helfen eines Menschen mit Helfersyndrom, sondern ein mich und den anderen berührendes Dienen. “Wo kann ich dienen? Wen kann ich heute beschenken?” Sich diese Fragen im Alltag zu stellen, lässt uns Sinnhaftigkeit erfahren, so mein Erleben. Und dienen kann bereits im Kleinen vollzogen werden: indem ich einem anderen eine Freude oder ein Kompliment mache, jemanden ein Lächeln oder etwas Zeit schenke. Wenn ich andere ermutige, inspiriere und stärke, kommt es zu mir zurück.

Für mich erkenne ich immer mehr: Schreiben ist nicht nur Hobby, sondern tatsächlich mein Sinn. Darüber hinaus erfahre ich Sinn auch in anderen Kontexten, in denen ich gebe: In Beziehungen, im Muttersein, im Therapeutin-Sein, im Musizieren für andere und innerhalb einer Musiktherapiestunde, dann, wenn ich eine Yoga-Übung teile und dem anderen dadurch Erkenntnis oder Heilsames schenke. Zurück zum Schreiben: Mir meine Themen und Fragen von der Seele zu schreiben und zugleich andere mit ebendiesen Themen und Fragen zu inpirieren ist das, was mich momentan mit am meisten erfüllt. Wachsen, lernen und geben laufen hierbei auf wunderbare Weise zusammen. Marianne Williamson sagte einmal, Menschen fühlten sich immer von jenen angezogen, von denen sie lernen können. Ich liebe es, andere anzustecken mit Themen oder Dingen, die mich berühren oder mir dienen. Gleichzeitig lasse ich mich sehr gerne inspirieren. Wenn du also Rückmeldungen, Kommentare, Fragen hast – zu mir, meinen Blog – gerne her damit, ich freue mich!

Uns allen wünsche ich nun einen schönen Start in den Frühling, auch wenn’s vielleicht noch etwas früh ist.

 

Sich etwas erlauben

Zurzeit begegnet mir immer öfter das Thema „Sich etwas erlauben“. Aus  meinem Erleben liegt im zunehmenden Sich-Erlauben der Schlüssel zu vielem:  Ich komme in meine Kraft und Größe, wenn ich meinen natürlichen Raum einnehme. Wenn ich mir erlaube, die zu sein, die ich sein will. Ich umgebe mich mit Menschen, die vollends zu mir passen, und entsprechende Menschen umgeben sich mit mir. Ich werde gesünder und innerlich freier. In Beziehungen ruckelt sich oftmals vieles neu zurecht.

Noch staune ich immer, wie oft ich mich frage: „Darf ich das?“ Darf ich mir mehr Raum nehmen? Darf ich etwas wohlmöglich Triggerndes sagen oder schreiben? Darf ich Bilder von mir teilen, oder kommt das arrogant rüber? Darf ich bekannter werden wollen mit meinen (Blog-) Zeilen? Kürzlich konnte ich mich im Kreise starker, schöner Frauen erneut mit diesen Fragen und dahinterliegenden Glaubenssätzen auseinandersetzen: Ich weiß nicht genau, woher es kommt, dieses „Darf ich?“ Uns wurde bewusst, dass die Frauengenerationen vor uns sicher vieles, von dem was für uns heute selbstverständlich ist, überhaupt nicht durften, sich die Frage vermutlich auch viel seltener stellte – und wenn, waren es Ausnahmen von Frauen, die sehr mutig ihres Weges gingen. Auf meiner Fensterbank steht ein Foto meiner Mutter, meiner Gruß- und meiner Urgroßmutter. Alle drei sitzen nebeneinander auf einem Sofa, meine Mutter in der Mitte. Es ist ein herrliches Bild, da alle lachen und Oma Erna ganz rot ist vor Freude. Dieses Bild berührt mich gerade sehr. Oft sitze ich davor, schaue es mir einfach an, verbinde mich mit ihnen, bevor ich meditiere.

Es war unglaublich befreiend, als meine Yogalehrerin mir nahelegte, zukünftig „Darf ich das?“ durch „Ich darf“ zu ersetzen. Ja, ich darf! Und es ist Zeit, dieses alte – vermutlich in allen Zellen sitzende – Muster endgültig  zu durchbrechen um einem neuen, mir entsprechenden Muster Platz zu machen.

Wenn es von Herzen kommt, darf ich das. Punkt.

Ein weiteres Muster ist mir bewusst geworden, dank eines Gesprächs mit meiner Vorgesetzen und einem Kollegen: In einem Zusammenhang fiel die Frage, wie ich etwas aushielte. Auf den Inhalt möchte ich hier nicht näher eingehen, doch die Frage ist bemerkenswert. „Wie halte ich das aus?“ Bemerkenswert ist ferner, dass mir gar nicht immer bewusst wird, dass ich da offenbar etwas für andere Schwer-Auszuhaltendes tue oder erlebe, dass ich etwas hinnehme, auch wenn es mir vielleicht in der Tiefe gar nicht schmeckt oder mir nicht (mehr) entspricht.

Hier möchte ich zukünftig viel feiner werden, in meiner Wahrnehmung, noch viel stärker auf mich Acht geben, mir gewahr werden, was wirklich gerade angebracht ist. Das Dumme ist, dass ich Konflikt und Disharmonie so überhaupt nicht mag, um nicht zu sagen: Es fällt meinem dünnhäutigen System noch sehr schwer, Dissens zu ertragen, die Dynamik, die Ablehnung oder was auch immer da kommen kann, auszuhalten, wenn ich andere enttäusche – beispielsweise, wenn da ein „Nein“ von mir kommt: Nein, ich werde nicht da sein. Nein, ich möchte das nicht. Nein, da kann ich nicht. Einfach nein. Auch punkt.

Dieses Etwas-Aushalten wiederum geht einher mit dem Sich-nicht-erlauben. Sich nicht zugestehen, Dinge fortan anders zu machen. Ich stelle meine Bedürfnisse hintan, wenn ich mich selbst übergehe. Meine kühne These: Wir Frauen müssen nicht alles aushalten, es wurde schon genug ausgehalten in den Generationen vor uns. Vieles darf auch leicht sein. Ich kenne fast niemanden, der heutzutage nicht über zu viel Anstrengung klagt. Jede Frauengeneration hat sicher ihre Themen und Anstrengungen, doch mein Eindruck ist, dass die meisten Frauen unserer Zeit unheimlich viele Spagate machen. Eins reicht doch. Keins ist vermutlich noch gesünder.

Vielleicht fragst auch du dich hin und wieder „Darf ich das?“ Entscheidend ist tatsächlich – und hier wiederhole ich mich gerne – dass du dir selbst die Erlaubnis gibst, genauso zu leben, wie du es für richtig hälst. Je mehr du dies tust und je häufiger du dich darin übst, umso weniger störst du dich am Widerstand, am Zweifel der anderen. Natürlich dürfen wir offen und berührbar bleiben für Kritik, Ängste und Widerstand. Doch sollten wir dabei auch bedenken, dass starke, leuchtende Zeitgenossen auch erst einmal von ihrem Umfeld ausgehalten werden müssen: Erinnert es manch anderen wohlmöglich daran, dass auch in seinem Leben mehr möglich ist, dass er mehr Potential entfalten darf, ich wage zu behaupten, dass es vielleicht sogar seine Pflicht dem kostbaren Geschenk Leben gegenüber ist, innerlich weiter zu werden und Herzensprojekte zu verwirklichen.

Wer sich angesprochen fühlt und sich noch unsicher ist:

Wir dürfen:-).

Was ist wesentlich?

Heute möchte ich daran erinnern, dass wir uns nicht permanent selbst antreiben sollten. Nicht ständig Aktionismus an den Tag legen müssen. Was so einfach klingt ist wortwörtlich in der Tat nicht leicht. Und ich spreche nicht nur von alltäglichen To-Do-Listen, sondern auch von selbst gesteckten Zielen und Vorsätzen, die hin und wieder ruhen oder neu “über-spürt” werden dürfen. Das Spannende im Leben sind Um- und Abwege, auch wenn sie uns auf dem Pfad selbst mit Unbehagen und Ungeklärtem erfüllen mögen.

In den vergangenen Wochen war ich sehr ambitioniert und manchmal auch verbissen mit meinen Schreibprojekten beschäftigt: unentwegt in Gedanken bei meinen Blog, Besucherzahlen und möglichen Verbesserungen, darüber am Nachdenken wo – für welche Magazine, welche “Plattformen” – ich noch schreiben kann, aktiv in diversen Facebook-Gruppen. Alles gut und schön. Doch das Leben spielt sich auch und vor allem woanders ab. Das ist mir nochmal mehr bewusst geworden.

Das Wertvollste, was wir haben, ist unser Fokus: Was ruft jetzt gerade nach meiner Aufmerksamkeit? Wie möchte ich meinen Geist füttern? Und was kann ich jetzt in diesem Moment schlicht fallen und bleiben lassen? Energie folgt der Aufmerksamkeit. Ein alter Hut. So wahr, doch ebenso wenig leicht umzusetzen. Wie oft teilen wir den Fokus unserer Aufmerksamkeit – sind hier und da, ständig im Smartphone, in Sorgenschleifen, wo auch immer. Für mich hat sich in letzter Zeit ein neuer Wert herauskristallisiert: Präsenz. Sprich Anwesenheit. Bin ich klar, wach und aufmerksam in diesem Moment? Bin ich mir gerade bewusst darüber, was mich hier und jetzt bewegt?

Bei meiner liebgewonnenen Gwynnefer Kinne las ich, gute Ideen werden ausgebrütet. Ziele benötigen einen geschützten, nährenden Raum und Zeit, um heranzuwachsen und zu reifen (Kraftvolle Weiblichkeit: Ziele – ein starkes Wollen funktioniert nicht?). Diese Zeilen schlugen bei mir ein. Erneut wurde mir bewusst: Ziele können sich auch ändern oder ausdifferenzieren. “Gewinn geschieht” kam mir in den Sinn – ein Ausspruch eines weiteren sehr liebgewonnenen Menschens, “Navigator” Harry Hömpler. Sprich: Im besten Fall komme ich über eine “Win-Win-Situation” hinaus, und die Dinge gestalten sich zum Nutzen aller Beteiligten, es gebärdet sich etwas Neues. Je besser ich mich kenne, je klarer ich in meinem Leben werde und je tiefer ich vertraue, umso eher kann sich eine “Gewinn-geschieht-Situation” einstellen, so meine Erfahrung.

Ich lerne nun wieder, mehr zu empfangen, das viele Schöne, auch kleine Schöne bewusst und dankend anzunehmen. Davon auszugehen, dass Dinge sich finden und fügen. Oft kommen mir neue Impulse – Wünsche, Pläne, Geistesblitze, ja auch Ziele – während der Yoga- & Meditationspraxis, wenn man so will absichtslos. “Was ist wesentlich?” Diese wunderbare Frage hörte ich kürzlich bei Franziska Schulze und ihrem “Soul-Sunday”. Und sie passt so gut zu meiner momentanen Situation: Ich möchte immer wieder wach hinschauen, was sich genau in diesem Moment zeigen will. Was jetzt gerade dran ist. Wie ich mich fühlen möchte. Und dabei auch all die Dinge bewerkstelligen, die erledigt werden wollen: erdig-erdende Themen wie Aufräumen, Kümmern um Instrumentenreparatur und -Neuanschaffung, Klavier üben, PR für unser Duo Bluetwos.

Was wir also nicht vergessen sollten: Alles braucht seine Zeit. Manchmal auch eine lange Zeit. Sofort auf’s Ziel springen zu wollen haut erfahrungsgemäß nicht hin. Vieles darf reifen, auch wenn uns in dieser unserer schnellen Zeit suggeriert wird, wir könnten das meiste schnell bewerkstelligen. Es braucht eine gewisse Entwicklung um etwas zu verändern. Um wirklich zu wachsen.

Meine Frage: Kennt Ihr es auch, dass Ihr meint etwas sehr zu wollen und dabei zu viel Aktivismus an den Tag legt? Dass Ihr “herumrödelt” und das So-Lassen und Empfangen, ja, das Ruhen-Lassen aus dem Sinn verliert?

 

Vom Entwicklen und Verändern

Hast du Lust oder spürst du eine Notwendigkeit, dich zu verändern, dich spirituell zu entwickeln, was auch immer das konkret für dich heißt?  Eine Zeit lang dachte ich, es müsse doch in jedermanns Sinne sein, bewusster zu werden, sich in der Tiefe kennen zu lernen und ein verändertes Sein anzustreben. Innere Arbeit, in welcher Form auch immer, zu praktizieren. Mittlerweile beobachte ich: Dem ist nicht so. Und mittlerweile denke ich: Dem muss auch nicht so sein.

Vor einigen Jahren hatte ich stärker als heute die Tendenz, immer mal wieder jemanden zu behelligen, diesen oder jenen Entwicklungsschritt zu unternehmen: Es würde ihm doch gut tun, ihm helfen. Das ist ne schwierige Kiste. Je mehr wir insistieren, je stärker wir versuchen, an den Stellschrauben des anderen zu drehen, uns auf fremden Baustellen aufhalten, umso stärker kann das Gegenüber in den Widerstand gehen und sich von uns distanzieren. Auch ist es anmaßend zu meinen, „erwachte“ oder sehr bewusste Zeitgenossen – wer oder was konkret das auch sein mag – seien die „weiteren“, „reiferen“, wohlmöglich „besseren“ Menschen. Bei irgend so einem elitären Gedanken ertappe auch ich mich immer wieder mal.

Und lerne: Wichtig ist es doch, Menschen nicht in irgendwelche Kasten einzuordnen, sondern ihnen vielmehr mit Respekt vor ihrem So-Sein zu begegnen. Keine Trennungen vorzunehmen, sondern immer wieder zu sich und seinen eigenen Lebensaufgaben zurückzukehren, in seinem eigenen Mitgefühl und Verständnis für den anderen und seine Situation zu bleiben. Und wenn das so gar nicht geht: Den anderen zumindest zu lassen – nicht in Resonanz gehen, sondern sich wieder dem Eigenen widmen.

Inzwischen glaube ich auch zu wissen: Nicht jeder möchte in neue Rollen schlüpfen, sich selbst immer und überall verwirklichen. Manch einer kommt gar nicht in die Verlegenheit oder ist frei von Leidensdruck, so dass Veränderung nicht ansteht. Ein anderer ist wohlmöglich in seinem Tun und Schaffen so sehr eingespannt und wird vom Leben so hart rangenommen, dass ihm Persönlichkeitsentwicklung unter Umständen wie Nabelschau oder Luxus erscheinen mag.

Heutzutage lasse ich den anderen viel häufiger so, wie er ist oder gerade sein will. Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Was gleichzeitig geschieht: Menschen fühlen sich mit mir wohl, kommen auf mich zu, wünschen sich mein Ohr oder gegebenenfalls auch mal einen Rat. Dann fühle ich mich frei, einen Impuls zu geben – und nur dann macht dieser meiner Erfahrung nach wirklich Sinn.

Ich weiß gar nicht, ob Veränderung – der ich selbst offen gegenüber stehe – immer und für jeden Sinn macht. Doch ich möchte Lust auf Veränderung machen, selbst wenn einem vielleicht gar nicht danach ist. Denn in der Regel begegnen einem in solchen Prozessen wieder Lebensmut und Lebensfreude, die in der Routine des Alltags häufig verblassen. Sicher kommt es darauf an, wie stark ausgeprägt mein Bedürfnis nach Sicherheit ist, welche meine Werte, meine Sehnsüchte und Ziele im Leben sind. Und, mal ehrlich: Wenn ich hier und heute alles, nur nicht derjenige bin, der ich sein möchte, darf ich ruhig mal über Veränderung nachdenken. Wenn ich unzufrieden oder gar kreuzunglücklich bin, macht es Sinn, bekannte Pfade zu verlassen. Spüre ich Stagnation, die mich mit Frust, Ärger und Anspannung füllt, ist es sicher auch Zeit, meinem Leben eine neue Richtung zu geben.

Die Fragen „Wozu möchte ich mich verändern? Und wohin möchte ich mich verändern?“ können einem helfen, mit sich selbst in Tuchfühlung zu kommen. Für mich waren Veränderungsimpulse im Leben zum Beispiel Beziehungen, in denen ich mich nicht mehr wohl und frei fühlte und in denen ich spürte, dass das Alte nicht mehr trug. Oder aber ich wurde mir zunehmend meiner in mir schlummernden Talente und Gaben gewahr, welche gelebt und feiner ausgepackt werden wollten.

Ambivalenzen – etwas wollen und es auch wieder nicht wollen – machen das Sich-Bewegen und Verändern schwer. Hier darf sorgfältig reflektiert und abgewägt werden, wobei ich persönlich daran glaube, dass das Herz stets weiß, wohin es gehen will: Wem es gelingt, mutig und wirklich in sich hineinzuhören, Angst und Furcht Angst und Furcht sein zu lassen, der wird wahrnehmen, was wirklich wichtig ist und gerade ansteht. Mein Vater sagte oft den Satz: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.“ Sicher. Doch will ich wirklich all meinen alten Gewohnheiten treu bleiben?

Leicht ist es nicht, Veränderungen zu leben. Es bedarf Mut, Disziplin, Verzicht, das Ertragen von Ängsten. Auch muss ich bereit sein, den Preis zu zahlen, den die Veränderung mit sich bringt: Es mögen uns Enttäuschung und Unverständnis entgegenschlagen. Ich muss mich von alten, mitunter liebgewonnenen Glaubenssätzen und Mustern trennen. Ich muss aushalten, dass ich unter Umständen nicht mehr „everybody’s darling“ bin und Menschen auch mit Ablehnung auf mich oder mein Verhalten reagieren.

Zu guter Letzt: Selbst wenn ich keine Notwendigkeit sehe, mich auf neues Terrain zu begeben und Veränderungen im Innen und Außen einzuleiten, so macht es meiner Erfahrung nach tierisch Spaß, seinen Bequemlichkeitsbereich immer mal wieder zu verlassen. Es kann wie ein kleines Abenteuer erlebt werden, jedoch anders als dieses ganze „kick-betonte“ Tun – Computerspiele, Bungeejumping – unserer Zeit. Wir fühlen uns wach, voller Neugier – das Nebeneinander von Angst und Mut macht uns lebendig. Wir überraschen und uns andere. Und seien wir mal ehrlich: Das Leben ist kurz. Warum nicht also mehr Wagnis, mehr schillernden Alltag, mehr Übung und Experiment?

Sich dem Partner nähern

Von Jens Corssen, Verhaltenstherapeut und Spezialist für mentale Selbstführung, stammt der Satz “Die Beziehung ist kein Erlösungsort”. Sprich: Dein Partner ist nicht dafür zuständig, deinen Mangel an Glück, Zufriedenheit, Erfülltheit auszugleichen. Dein Partner ist nicht dafür da, dich von Leid zu befreien, dich aufzufüllen. Letztere sind deine Aufgaben. Darüber hinaus soll und darf es natürlich auch Spaß machen, die Freude deines Partners, deines Gegenübers generell, zu mehren. Den anderen dabei zu unterstützen, Glück zu erfahren, sich als selbstwirksam zu erleben.

Corssen meint, wenn du bei dir anfängst, dich selbst entwickelst, laufe die Beziehung. Ich gebe ihm dahingehend recht, dass wir das Glück des anderen steigern können, wenn wir uns selbst in eine gehobene Gestimmtheit bringen, wenn wir schlicht dafür sorgen, dass es uns gut geht, dass unsere Bedürfnisse erfüllt sind – auch ohne, dass unser Partner uns dabei behilflich ist. Was nicht heißt, dass wir uns nicht selbstverständlich vom anderen wünschen können, er möge uns ein bestimmtes Bedürfnis erfüllen. Das Sich-Selbst-Entwickeln kann natürlich auch Unruhe in die Partnerschaft bringen. Oft höre oder lese ich den Satz, bei dem ich schmunzeln muss:“Mein Mann ist so unspirituell, ich habe mich viel mehr entwickelt als er.” Das mag die eine oder andere so empfinden. Auch ich kenne den Gedanken oder auch die Angst in mir,  über andere hinauszuwachsen. Was sowieso nie voll umfänglich geschieht, sondern meist nur in einem Bereich.

 

Wenn ich möchte, dass die Beziehung wieder blüht, muss ich in mich selbst investieren, meinen eigenen Energielevel heben. Mein Mann und ich haben in letzter Zeit sehr spannende Gespräche geführt und tiefe, innige Momente geteilt. Ich merke: Auch wenn ich mich in den letzten Jahren sicher verändert und entfaltet habe, und auch wenn er nicht jede Welle mitsurft, so finden wir doch immer wieder zusammen. Manchmal auf Umwegen: Wir sprechen zum Beispiel selten über meine Blogtexte (da ich auch kritikempfindlich bin, und mein Mann ein großer wenn auch feinsinniger Kritiker ist;-)), finden dennoch auch in meinen (Blog-) Themen zueinander, diskutieren, tauschen uns aus, reflektieren gemeinsam. Mittlerweile teilen wir sogar das Kundalini-Yoga, welches mein Mann bisher durchaus interessiert, doch nicht praktizierend an meiner Seite verfolgte. Darüber freue ich mich natürlich besonders.

 

Und was ich auch lerne: Es bringt nichts und kann sogar nach hinten losgehen, wenn ich versuche, dem anderen meins überzustülpen, ihn wohlmöglich zu missionieren (“Jetzt mach das doch auch mal so!”, “Dies oder jenes würde dir so gut tun!” o.ä.). Ich glaube, was wirklich überzeugt, ist das was du selbst tust in deinem Leben – für dich, für andere, den anderen freilassend in dem was er tut. Eine starke, schöne Präsenz zu haben, in seine Kraft zu kommen, sich selbst zu bemuttern, Liebe ins Feld einzuspeisen – das ist meines Erachtens der größte Gewinn für alle. Da mag der andere auch gerne folgen, vorausgesetzt er fühlt sich durch dich inspiriert, traut sich selbst, zu wachsen.

 

Eine schöne Partnerschaft zeichnet sich dadurch aus, dass ich mich so sicher fühle, dass ich mich entspannen kann, und mich gleichzeitig so frei fühle, dass ich mich entfalten kann. Ich möchte mir selbst immer wieder fremd werden, und ich lade auch die Fremdheit des anderen ein, sich mir zu zeigen. Denn Beziehung braucht stets beides, wenn sie lebendig bleiben soll – Vertrautheit und Fremdheit. Und sollte der andere mal plötzlich zu fremd werden, hilft Humor ungemein.

 

Es gab viele Momente in den letzten Wochen, in denen ich mich getraut habe, mich meinem Mann gegenüber auch mit schambesetzten Themen zu öffnen. Von mir zu erzählen, Worte auszuspucken und währenddessen wahrzunehmen, dass mir heiß wird, dass da alte Ängste hochkommen, dass ich gerad selbst nicht weiß, wie ich mich finde. Und zu erleben: Auch das geht, ist möglich, der andere ist immer noch da, und nicht nur das: Er ist ganz präsent, hört wirklich zu. Im Anschluss an solche Momente fühlen wir uns oft sensibilisiert und gleichzeitig tief gestärkt. Auch teilen wir unserem Unbewussten, unserem ganzen System mit: Wir stehen wirklich für uns ein und leben Integrität, leben unsere WerteEhrlichkeit, Aufrichtigkeit, Mut zum Beispiel. Wir reden nicht nur davon, dass diese und jene unsere Werte sind, sondern lassen Taten folgen, auch wenn’s unbequem wird.

 

So begebe ich mich also wie wir alle jeden Tag auf die Übungsmatte des Lebens, experimentiere und halte es mit Goethe:

“Und so lang du das nicht hast, dieses Stirb und Werde,

bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde.”

Gehabt Euch wohl, schöne Tage, Raunächte, schönes Einkehren & einen wunderbaren Start ins neue Jahr!

Herzlichst, Carolin

 

 

Was Beziehung wertvoll macht

Mit einem engen, langjährigen Freund habe ich mich kürzlich darüber ausgetauscht, was unsere Freundschaft ausmacht, was Freundschaft generell wertvoll macht. Wir sind übereingekommen, dass wir beide viel Wert darauflegen, den anderen so zu lassen.  Ich habe unsere Freundschaft mit den Worten „innig und gleichzeitig Freiräume lassend“ betitelt. Er sagte, ihm ginge es genauso: Er genieße unsere Begegnung und unseren Austausch, fühle sich fest und Herz-verbunden und gleichzeitig frei mit mir. Was für Freundschaften gilt, ist ebenso in Partnerschaften und Ehen von Bedeutung: Ich glaube, wir wollen ganz gesehen, zutiefst respektiert und wertgeschätzt werden.

Enge Beziehungen sind für mich jene, in denen wir uns entfalten dürfen, gemeinsam wachsen können und keine Feigheit vor dem Freund haben. Was Letzteres betrifft, so bin auch ich am Üben, immer wieder. Manchmal ist einem großen Teil in mir mehr nach So-Stehenlassen. Mehr danach, Altes loszulassen – alte Beziehungsmuster, die immer gleichen Fragen und Antworten an den anderen, gewohnte Reaktionen – als nach Konfrontieren, Aufklären. Vieles klärt sich meiner Erfahrung nach auch von selbst und in einem selbst. Eine veränderte innere Haltung sorgt für Wandel im Außen. Nicht jeder mag in deine Richtung mitlaufen, und wer es mag, hat eventuell ein anderes Tempo. Meine Entfaltung in Richtung „Schreiben, Bloggen, Mich-auch-hier-Zeigen“ hat manche mir nahstehende Menschen auch zum Schweigen über diese Entwicklung meinerseits gebracht.

Ich wünsche mir, mit meinen Macken und auch mit dem, was mich jubeln lässt, erkannt zu werden. Ich wünsche mir, dass gesehen wird, wie gut mir das Schreiben und Veröffentlichen tun – dass da etwas mit mir passiert, was wirklich aus mir heraus geschieht und geschöpft werden will.  Wenn jemand sagt, ich freue mich für dich, doch mit (d)einem Blog oder dem und dem Thema kann ich nichts anfangen, akzeptiere ich das. Auch wenn da Kritik ist, Unmut, Desinteresse: Die Wertschätzung und Liebe zu mir als Person ist davon hoffentlich unberührt. Natürlich macht es mir besonders großen Spaß, auch meine Blogthemen mit anderen zu teilen, im Gespräch zum Beispiel. Doch wenn dies aus welchen Gründen auch immer nicht geht, gibt es sicher andere Schnittmengen. Und wenn die Schnittmengen sehr klein werden oder gar ganz verschwinden, dürfen Menschen auch gehen. In einer guten Freundschaft oder Beziehung versuchen beide, die Freude des anderen zu mehren – auch ein Wert, der für mich elementar ist.

Manche meiner Freundschaften und Verbindungen sind enger als je zuvor. Dies hat meiner Beobachtung nach damit zu tun, dass beide sich trauen, sich zu entkrampfen, sich auch nackt und ungeschützt zu begegnen, und auch vor schmerzvollen Erfahrungen nicht zurückweichen. Wenn dies gelingt – in Freiheit tief verbunden zu sein – halten wir einen Schatz in der Hand, den wir entsprechend anerkennen und lieben sollten. Wenn beide Mut zur Wahrheit, zu ihrer ganz eigenen Wahrheit haben, kann diese Beziehung nicht nur einen Mehrwert für die Betreffenden selbst bedeuten, sondern darüber hinaus auch andere öffnen und inspirieren. Zu den schönsten Momenten zählen jene, in denen es uns gelingt, dem anderen dabei zu helfen, die Wahrheit selbst zu gebären. Es ist eine Herausforderung, im engen Beisammensein mit einem Menschen seine eigene kleine Welt zu verlassen, wirklich zu lauschen, was da aus dem anderen heraus fließen will, was auch zwischen den Zeilen, nonverbal zum Ausdruck kommen möchte. Sich darauf einzulassen ohne sofort auf dem Eigenen, der eigenen Anschauung oder Meinung, zu beharren. Nicht mehr auf Teufel komm raus Recht haben zu müssen – auch das kann geübt werden und ist unheimlich befreiend, wie ich finde.

Ich glaube von mir selbst, freilassend anderen gegenüber zu sein, dem anderen nichts aufzudrücken. Doch hin und wieder wird mir der Spiegel vorgehalten, dass da auch eine „Ich-weiß-wie‘s-geht“- Seite in mir wohnt. Mein Großvater war Prediger, vielleicht habe ich manchmal auch etwas Predigendes in mir. Offenbar ist auch dies ein Teil von mir: Botschaften auszusenden – doch immer mit der Intention, andere zum Selbst-Hinschauen, -Reflektieren anzuregen. Ein Astrologe sagte mir mal, ich sei eine alte Seele, und ich könne mich auf mich, meine Intuition, auf das was mein Körper aussendet, verlassen. Ich spüre, dass es seine Richtigkeit hat, wie ich meinen Weg gehe. Und probiere aus. Wenn etwas gar nicht passt, merke ich recht schnell, dass ich auf dem Holzweg bin. Auch stört der Holzweg mich nicht, ich gehe ihn tatsächlich immer unerschrockener, als Teil meines Weges.

Mit zu meinen schönsten Momenten der letzten Zeit gehören jene, in denen neue Menschen in mein Leben gepurzelt sind – Menschen, denen ähnliche Werte wie zum Beispiel Ehrlichkeit, Freiheit, Freude und Dankbarkeit enorm wichtig sind. Darüber freue ich mich tierisch.

Was macht für Euch Beziehung und Freundschaft wertvoll?

Ich wünsche uns allen wunderbare Tage!

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