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Erlebtes & Belebendes

Kategorie: Lebenskunst-Texte Seite 1 von 11

Ich will leben

Heute habe ich einen Text bei Facebook veröffentlicht, der sehr viel Resonanz ausgelöst hat. Ich möchte die Zeilen auch hier teilen – und etwas ergänzen.

Wenn ich daran denke, dass das Leben hier auf Erden nicht ewig währt, ich nun – ich sag mal – auch nicht mehr die Jüngste bin, dann überfällt mich oft Traurigkeit, auch Angst, manchmal ein kurzes körperliches Flattern. Das war schon als Kind so: Ich wollte und will leben! Als ich klein war, kamen mir Bilder von einem „Danach“. Es war schwer, diese bei mir zu halten, sie flackerten nur kurz auf. Ich sah die Erde von oben, und immer wieder einen Kirchturm.

Ich bin jetzt 43, mein Mann und Geschwister Anfang, Mitte 50. In mir denkt‘s: O Gott, hoffentlich hab ich sie noch lange. Wie sich 20, 30 vergehende Jahre anfühlen, ist ja schon abstrakt. Doch ich weiß, was vor 20, 30 Jahren war. Ziemlich genau sogar…Und wenn ich jetzt noch mal 20, 30 Jahre draufschlage – hui, das Erdenleben ist kurz. Abgesehen davon, dass ich natürlich auch heut oder morgen sterben kann. Ein wenig klammere ich mich an die Idee einer Zeit danach.

Am liebsten möcht ich dich fragen: Wie ergeht es dir, bist du einigermaßen „entspannt“ mit dem Älterwerden und der Endlichkeit?

Nachtrag: Es geht mir nicht um ein Bedauern über ‘ungelebtes Leben`- es gibt nur noch wenig, das unbedingt von mir, durch mich, gelebt werden will. Es ist vielmehr einfach ein: immer mal wieder traurig sein – im jeweiligen Moment, in meiner jeweiligen Begrenztheit – dass dieses Leben hier irgendwann vorbei sein wird.

Jemand schrieb – das fand ich auch gut und treffend: “Die Zeit zwischen 60 und 90 ist genau so lang wie zwischen 30 und 60. Nur viel weiser und tiefer .” (Danke liebe Svenja Strohmeier, wenn du das liest!).

An anderer Stelle hieß es: “Eine mögliche Existenz nach dem Tod anzunehmen ist beruhigend irgendwie. Aber wenn da gar nichts mehr wäre, dann wäre es mir in dem Moment vermutlich auch egal .” (Danke, liebe Yvonne Bach! Genial, genau so ist es auch für mich, ja!)

Auf das schöne Leben!

Unterschiedliche Glaubenssysteme

Ich finde es wichtiger denn je, seinen Impulsen zu folgen – Impuls für Impuls, sich nicht zurückzuhalten mit seiner Liebe und Kraft und vertrauensvoll weiterzugehen. Auch mir schmeckt vieles nicht, was mir gerade vor die Füße fällt. Und doch kann ich Unzähliges finden, was ich wundervoll und weitertragenswert finde.

Auch wähl ich weiterhin sehr bewusst, was ich austausche und teile. Natürlich finde auch ich mich in Situationen wieder, in denen mir ein unter Umständen fundamental anderes Glaubenssystem begegnet. Menschen können in sehr unterschiedlichen Welten unterwegs sein. Ich gehöre nicht zu den Kandidaten, die hinter dem, was sich auf den Weltbühnen abspielt, eine große, böse, mich manipulierende Agenda vermutet (im Sinne von C ist nicht existent/ harmlos…). Und gleichzeitig hinterfrage ich vieles, natürlich auch den Sinn und Unsinn diverser Maßnahmen.Was ich persönlich wichtig finde: Dem anderen nichts aufzudrücken, ihn zu beschießen mit den Thesen, die ich für wahr halte, sondern stattdessen zu akzeptieren, dass wir unterschiedlicher Meinung sein können und Dinge auch unterschiedlich wahrnehmen.Wenn ich denjenigen, der völlig anders unterwegs ist als ich, lieb habe und er mich lässt wie ich bin, ist alles in Ordnung.

Gleichzeitig kann ich mich auch hin und wieder distanzieren, muss nicht jedes Gespräch führen und kann auch mal den Deckel zumachen. Mitunter das macht für mich Erwachsensein aus.

Ein paar Jahre später

In den vergangenen Jahren hatte ich das große Bedürfnis, mich regelrecht freizuschreiben und mir selbst diverse Fragen zu beantworten. Oft ging es um ein Erlauben – darf ich dies und darf ich jenes, wie ehrlich darf und möchte ich sein, was passiert, wenn ich mit anderen meine Schattenseiten teile und, und.

Jetzt, ein paar Jahre später, schreibe ich immer noch gerne, gebe liebend gern Impulse nach draußen, teile meine Leidenschaften.

Was ich weitestgehend abgelegt habe: das Bitten um Erlaubnis, weder mich selbst noch andere. Jetzt mache ich einfach viel öfter genau das, was mir gerade in den Sinn kommt. Was ich machen möchte, was mir Spaß macht und im besten Fall auch anderen dient. Das ist herrlich befreiend!

Wenn jemand das was ich tue kritisiert, nehme ich es mir längst nicht mehr so zu Herzen, sondern kann viel schneller den Menschen hinter der Kritik sehen: Oft zeigt sich einfach die Art und Weise, wie die Person durch das Leben geht – abgesehen davon dass ich mir Kritik natürlich auch anschaue, wenn ich spüre, hier gibt es was zu lernen.

Jeden Tag kann ich schauen, mein Herz ein wenig mehr zu öffnen, und gleichzeitig ist es ok, Menschen auf Abstand zu halten, die mich gefühlt etwas kleiner machen wollen.

Das Leben ist kurz, lasst es uns ausschöpfen!

Kleine Bestandsaufnahme

Vor einer Woche teilte ich im Facebook diese Zeilen, die sehr viel Resonanz auslösten. Ich möchte sie auch hier auf meiner Blog-Seite – leicht abgeändert – hinterlassen:

Zur Zeit geht vieles in mir vor, wofür mir Worte fehlen. Ich versuch’s mal: Wenn ich ehrlich bin, strengt mich Social Media, die vielen Meinungen, der Eindruck, dass es so viele Menschen gibt, die momentan meinen, journalistisch tätig werden zu können, auch an.Weshalb ich zur Zeit auch wenig scrolle und in der einen oder anderen FB-Freundschaft eine Pause eingelegt habe.

Mir hilft es eher, mit Menschen in meinem direkten Umfeld zu sprechen, mich auszutauschen: Mein Mann, enge Freunde und andere sind mir hier gute Gesprächspartner. Neulich kam in einem Gespräch die Idee auf, dass es vielleicht oft klüger wäre, über das Denken, die Werte und Konstrukte hinter den Gedanken zu sprechen. In einer Aussage wie „Covid 19 gibt es nicht/ ist ein Virus wie jeder andere auch“, steckt sicher ein ganzes Weltbild. Darüber denk ich gerad viel nach.

Auch ich weiß nicht, was wahr ist, doch oft habe ich den Eindruck – mich nehme ich da nicht aus – dass es einfacher ist, im Facebook zu scrollen, als sich „Die Zeit“ vorzunehmen. Letzteres ist viel anstrengender. Schwierig find ich‘s, wenn‘s mir zu abstrus wird oder es auf ein „Wir werden alle betrogen und belogen“ hinausläuft. Auch misstrauisch werde ich bei einfachen Lösungen, denn das gesellschaftliche Zusammenleben ist so komplex: Eine Lösung zieht oft ein neues Problem nach sich.

Hier die schlafenden Schafe, die blind der (Mainstream-) Presse folgen, dort die „Erwachten“, die ihre (geheimen) Quellen haben bzw. zu haben scheinen. Dieses Spiel ist glaube ich uralt. Das Spaltende, auch die Impulsivität, mit der die eine oder andere „Wahrheit“ ausgespuckt wird, behagt mir nicht. Das ist nicht meins, da nehme ich Abstand.

Ich arbeite als Musiktherapeutin in einer sog. Hochrisikoschule: Eine kleine Erkältung haut den einen oder anderen Klienten bereits um! Ich weiß auch nicht, wie sinnvoll das Tragen einer “(PP2-) Maske” ist, doch im Zusammensein mit bestimmten Klienten trage ich sie.

Ein letztes: Ich glaube, dass die Aktivität auf FB zum großen Thema „Corona“ – News hin und her schicken, sich viel viel reinziehen, Unstimmigkeiten aufdecken („Wieviele waren es denn gestern in Berlin, wo werde ich (wieder) betrogen?“) – unglaublich viel Energie zieht.

Ehrlich gesprochen möchte ich diese lieber anderweitig einsetzen und mich auf das konzentrieren, womit ich anderen dienen kann. Das ist gerad meine kleine Bestandsaufnahme.

Nicht kooperieren

Manchmal ist es total okay und geradezu angezeigt, nicht zu kooperieren. Sich in Nicht-Kooperation zu üben. Wer mich schon länger liest, weiß, wie wichtig mir den anderen wertschätzende, echte Kommunikation ist. Kommunikation, in der beide sich möglichst auf Augenhöhe, ihre Gefühlswahrheiten ehrlich mitteilend, begegnen.

Total richtig und gut. Gerade dieser Tage, in denen so viel innere Stabilität, genaues Hinschauen und Hinfühlen und vor allem Mitgefühl gefragt ist. Das ist auch mein Weg: anderen Geborgenheit schenken, mich und andere stärken, immer wieder an die eigene Selbstermächtigung erinnern. Für alle astrologisch Interessierten: Mein nördlicher Mondknoten liegt in der Waage, meine Entwicklung geht zum Verbindenden. Es geht um die Bereitschaft, auf andere Menschen zuzugehen, das Gemeinsame und Verbindende zu erkennen und Brücken zu schlagen.

Hin und wieder neige ich jedoch dazu, mich auch dann verstehbar machen zu wollen, wenn mein Gegenüber gar nicht verstehen will. Oder anders: Wenn etwas so verstanden werden will, wie es verstanden werden will. Wenn diskutiert werden möchte, wo es gar nicht meiner Intention entspricht, oder wo ich schlicht fühle: Hier will jemand zänkisch sein. Ich bemühe mich meistens sehr darum, auch dann an mein Mitgefühl, meine Liebe anzudocken – auf der Suche nach Verständnis auch für den anderen.

Was ich jedoch auch feststelle: Es raubt mir Energie. Aktiv formuliert: Ich lasse mir meine Energie nehmen, oft sicher auch unbewusst. Mir dann klarzumachen: Ich habe immer wieder die Wahl – wie möchte ich mich jetzt fühlen, wo ist mein Fokus, was kann ich bei mir (!) ändern – sprich die Energie wieder zu mir zu lenken und die Energie des anderen beim anderen zu lassen. Darum geht’s, das ist für mich die Kommunikations-Kunst. Wir können auch entscheiden: Für dieses Gespräch, für dieses Verhalten stehe ich nicht mehr zur Verfügung. Voll fein.

Denn was mir bewusst wird: Ich habe noch viel vor und möchte meine Kraft dort lassen, wo ich etwas bewirken kann, wo ich gebraucht werde. Für Aggression und Frust des anderen bin ich nicht verantwortlich, nicht zuständig.

In diesem Sinne: Eine wunderbares Wochende!

Was war und was ist

Ihr lieben Menschen hier, ich freue mich, wenn meine Seite immer mal wieder aufgesucht wird, auch wenn ich mich in den vergangenen Wochen selten mit einem längeren Artikel zu Wort gemeldet habe.

Morgen vor genau sechs Jahren habe ich mir selbst in einem schönen, besonderen Ritual im Wald das Ja-Wort gegeben. Seit dem trage ich zwei Eheringe – den mit meinem Mann und den mit mir selbst (letzterer ist Oma Ernas Ring, den ich nun bei mir trage). Seit dieser Zeit mache ich tatsächlich kontinuierlich immer mehr von dem, was mich stärkt. Was mich ruft und mich mit Freude erfüllt.

Mein seisofrei-Blog ist Teil und zugleich Ausdruck dieses Weges: hinein in eine innere Freiheit, das nach außen tragend, was ich für mitteilungswert halte.

Auch mich haben die vergangenen Wochen und Monate sehr bewegt. Ich habe viel beobachtet, nachgedacht, mich ausgetauscht. Das Mich-öffentlich-Mitteilen über Politisches – gerade die Geschehnisse der jüngsten Zeit – ist nicht Teil meines Weges. Oder anders: Ich teile eher meine Beobachtungen, die natürlich auch eine gewisse gesellschaftliche, gesellschaftskritische Komponente beinhalten. Und: Ich tausche mich lieber von Aug‘ zu Aug‘ mit Menschen in meinem engeren Umfeld hierüber aus. Es gab und gibt wahrlich viele kritikwürdige Tendenzen  – Impfzwang, Maskenpflicht, Regularien die mich aufhorchen ließen, negative Auswirkungen auf das soziale Gefüge, dadurch dass Menschen andere Menschen als potentielle Bedrohung wahrnehmen – und gerade jetzt gilt es, gut auf sich Acht zu geben und zugleich den anderen im Blick zu haben.

Ich lächle Menschen nun noch bewusster an, versuche sie auch unter ihrer Maske wahrzunehmen. Die Energie zu erspüren, Kraftvolles – sofern ich selbst in meiner Kraft bin – nach außen zu schicken. In der vergangenen Zeit ist mir das überwiegend sehr gut gelungen: Ich fühlte Aufbruchsstimmung, Entschleunigung, innere Freiheit und fühle es immer noch – trotz der sich einschleichenden „Gefahr“, wieder in alte Muster und Strukturen zurückzufallen. Trotz der äußeren Limitierungen ist da etwas sehr sehr wach und neugierig in mir geworden. Und ist es immer noch. Denn ich glaube nicht daran, dass nach dieser Covid 19-Zeit – was & wann auch immer das ist – wieder alles komplett beim alten sein wird.

Mein Mann stellte schon nach kurzer Zeit Ende März Anfang April fest, dass die Luft viel besser geworden sei. Wir haben innerhalb unserer kleinen Familie wunderbare Rituale entwickelt und uns überwiegend sehr gut verstanden. Unser Sohn wird älter, er verändert sich, Konflikte sind seltener bzw. gestalten sich anders. Meine Gedanken gingen gleichzeitig immer wieder zu den Familien meiner Musiktherapie-Klientinnen: Manchmal wollte ich gar nicht wissen, wie schwer die eine oder andere Familie, die eh schon oft an Belastungsgrenzen ist, diese Zeit des Einkokonierens erlebt haben muss und immer noch erlebt!

Ich habe viel Angst und in den jüngsten Wochen viel Dünnhäutigkeit im Feld wahrgenommen – neben der Ruhe, die auch zu spüren war. Viel Gereizt Sein, Druck. Ein innerer Druck, der oft in Form von Aggressivität, lautem Hinausposaunen der eigenen Wahrheit offenbar ein Ventil finden musste. Einerseits habe ich Verständnis, andererseits ist mir ein freundlicher, wohlwollender Kontakt untereinander wichtig, so dass ich mich auch immer wieder zurückgezogen habe, um aufzutanken.

Auch ich habe selbstverständlich Ups und Downs erlebt, doch konnte mich meist wieder sehr gut zu mir zurückholen. Atmen, meine ätherischen Öle nutzen – mehr denn je – und für mich Yoga praktizieren. Zugegebenermaßen waren da auch keine Existenzängste und –nöte in mir: Als Angestellte im öffentlichen Dienst erhielt ich weiterhin mein Gehalt und habe aus Selbstständigen- und Künstlerkreisen natürlich etwas ganz anderes mitbekommen.

Was ich auch wahrgenommen habe und wahrnehme: In dieser Zeit hat sich ganz klar heraus kristallisiert, was wirklich zählt. Was uns in der Tiefe ruft, was wir wirklich wollen, was uns brennen lässt, wovon unsere Sehnsucht flüstert. Und auch: Was wir interessanterweise gar nicht vermissen, wen wir endlich wieder sehen wollten, und auf welchen Kontakt wir auch verzichten konnten.

In dieser Zeit halte ich Klarheit und Fokus-Halten für so wichtig: immer wieder zu wählen, aus welcher Quelle wir schöpfen und uns informieren wollen. Welchen (Informations-) Kanälen wir uns widmen, mit wem wir in Austausch kommen wollen.

Alles Liebe zu euch,

eure Carolin

Und dann wird es echt schön

Nadine Beißwenger – Lichtdiamantpriesterin, Kundaliniyoga Lehrerin

Nadine kenne ich nun seit gut sieben Jahren. Sie war es auch, die mich Kundalini Yoga gelehrt hat und es heute tut – worüber ich sehr glücklich bin.
Es war und ist spannend zu beobachten, wie Nadine sich über die Jahre weiter entwickelt hat.

Liebe Nadine, ich freu mich so, dass du uns heute einen kleinen Einblick in deine Welt schenkst und offen für meine Fragen bist. Für diejenigen, die dich noch nicht kennen: Wer bist du?

Liebe Carolin, herzlichen Dank für das Interview und deine wundervolle Idee diesbezüglich. Wenn ich mich in drei Worten beschreiben sollte, würde ich feinfühlig, vielseitig und neugierig wählen. Heute bin ich – mit einigen anderen Lichtpionieren, gleich mal den Klopper zu Beginn – Diamantlichtpriesterin. Ich bin Ausbilderin in diesem Bereich und biete Aurareinigungen und intensive Prozessbegleitungen an. Außerdem bin ich Kundalini Yogalehrerin und leite das Kundalini Yogazentrum Bliss mit. Bevor ich mich diesen Aufgaben hingegeben habe, absolvierte ich mega klassisch aber erstmal meinen Master of Business Administration. Die Arbeit als MBA in der Wirtschaft hat mir auf verschiedenste Weise jedoch gezeigt, dass das so was von nicht meiner Bestimmung entspricht. *lach*.

Ja und dann  habe ich mich nach und nach geöffnet für das was mir wirklich Freude macht und mich erfüllt. Ich begann meine Yogalehrerausbildung vor 10 Jahren, und in dieser Zeit des Umbruchs begegneten mir viele meiner verdrängten Gefühle und Wünsche. Eine schlussfolgernde Konsequenz war, dass ich mich aus dem “du wirst vor allem akzeptiert und geliebt so lange du schnell und brav funktionierst” befreite. Somit war in dieser Zeit meine Herausforderung das Entspannen und Meditieren zu lernen, das so nötig war, um mich für meine oft unerwünschten und überfordernden Gefühle zu öffnen, also sowohl meine Verletzlichkeit als auch meine Stärke zu zeigen und zuzulassen. Nach und nach habe ich meine wahrhaftigen Bedürfnisse erkannt und gelernt sie immer mehr wertzuschätzen, sie in diesem Zuge auch auszusprechen, einzufordern und zu manifestieren. Heute begleite ich viele durch diese Prozesse.

In meiner Freizeit gehe ich gerne schwimmen, ich lese gerne, ich liebe lustige Filme, koche sehr gerne gesund und ich liebe es zu Reisen und Neues zu entdecken. Manchmal gehe ich aber auch auf Technoparties um alles abzuschütteln und das Leben und meinen Körper zu feiern.

Ich spring gleich zu Beginn mal in die Zukunft, da ich das Gefühl hab, du hast feine Antennen nicht nur für das was ist, sondern auch für das, was kommt: Welcher menschlichen Qualitäten bedarf es zukünftig besonders?

Mit dir – also mit deinen Gefühlen und Bedürfnissen, die da sind, aber auch mit deiner Vergangenheit und vor allem mit deinen Handlungen im Reinen sein, ist natürlich das Optimum. *lach*. Ich finde auch super wichtig, ein gutes Verständnis der eigenen Ängste und Gedankenprogramme zu haben, die sich oft bei neuen Schritten und Herausforderungen im Leben immer noch mal von einer anderen Seite zeigen. Wenn du dir dann darüber bewusst bist, kannst du den Kreislauf durch deine weiteren Entscheidungen und Handlungen immer mehr durchbrechen und dann auch auflösen. Und dann wird es echt schön :), also deutlich leichter, friedlicher, entspannter und liebevoller – und das braucht die Menschheit definitiv noch viel mehr. Stell dir nur mal vor, alle wären jetzt friedlich und entspannt – herrlich.

Für mich bist du eine sehr kraftvolle, zugleich sanfte, lichtspendende Frau. Was tut deiner Erfahrung nach uns Frauen gut, was dürfen viele von uns noch mehr in sich entwickeln?

Lieben Dank Carolin für diese Frage 🙂 .Was uns Frauen gut tut ist höchst komplex – wie wir ;). Was ich wahrnehme und sehe ist, dass viele von uns noch viel zu viel denken: Ich muss vieles und darf jenes nicht z.B.:

  • Ich muss sehr oft stark sein
  • Ich muss funktionieren, sonst bricht alles zusammen
  • Ich muss es immer allen recht machen u.v.m, oder:
  • Ich darf nicht entspannen und einfach mal nur faulenzen
  • Ich darf nicht sagen, was ich denke und brauche, oder was ich nicht mehr möchte, sonst erfahre ich Ablehnung und werde schlimmstenfalls nicht mehr geliebt, verlassen oder entlassen
  • Ich darf nicht so sein, wie ich bin, denn dann bin ich nicht mehr genug.

Ja und nun ist es an einer jeden, diese alten Muster aufzulösen und immer mehr ein entspanntes und gleichzeitig dann erst recht ein höchst schöpferisches und erfülltes Leben zu Leben.

Nimm dir regelmäßig Zeit für dich – selbst wenn du dafür einen Babysitter brauchst, bzw. dann erst recht :). Und in dieser Zeit mache das, was dir richtig gut tut z.B.: Baden, Meditieren, einfach nur rumliegen und für mindestens 11 Minuten entspannen ohne Handy oder Ähnliches,…..

Meine Tipps für Frauen sind:

Mache mehr von dem was du genießt und was dir Freude bereitet. Wenn du in einer Partnerschaft bist, dann zeige deinem Partner die Göttin in dir und wie sie behandelt und berührt werden möchte. Vernetze dich und lasse dich von anderen Frauen unterstützen – hol dir Hilfe bei Aufgaben, die dir schwer fallen oder die dich extrem nerven (z.B. Buchhaltung, Massage, Fensterputzhilfe etc.).

Neben Kundalini-Yoga-Unterricht bietest du Meditations-Workshops mit Lichtkristallen und außerdem Aurareinigungen an. Kannst du uns verraten, wo der Schuh bei uns am ärgsten drückt. Sind es Ängste?

Wir erlauben uns oft noch viel zu wenig, nehmen uns zurück und machen uns unnötig klein. Manche träumen ihre Zukunft viel zu klein und unkonkret…wie soll es sich da manifestieren?!? Ja und klar hängen bei solchen Mustern oft die Ängste dahinter, nicht gut genug zu sein oder die Angst für Fehler bestraft zu werden oder auch einfach die Angst nicht liebenswert zu sein. Wer von uns zu übermäßiger Kontrolle neigt hat oft auch die Angst vor Ohnmacht…und dann ist es z.B. auch kein Wunder, warum wir dann sehr ungern unsere Komfortzone verlassen, Neues wagen und z.B. einfach mal vertrauen und geschehen lassen und auch dem Gegenüber Handlungsfähigkeit zusprechen. Oft zeigen sich auch Körpersymptome, die es immer ernst zu nehmen gilt. Hierbei erlebe ich oft, wie diese Signale ignoriert werden oder nicht klar ist, was die Seele dadurch mitteilt. Wenn dann in der Arbeit mit mir klar wird, was die Ursache und die Wurzel der Symptome ist, kann auch da im Alltag konkret etwas verändert werden. Alle Schmerzen, Ängste, Blockaden und negativen Gedanken rauben uns Energie, welche wir jedoch benötigen, um unsere wahre Größe zu leben. Also mein Tipp: Sprengt bitte diese Ketten mit mir.

Ich vermute, dass dein ureigener schöner Weg auch nicht immer leicht zu begehen war: Unter einem bodenständigen BWLer-Dasein  können sich sicherlich viele etwas vorstellen; Aurareinigungen wiederum tönen eher etwas abgefahren. Was ist das Besondere an (d)einer Aurareinigung?

Eine Aurareinigung von mir ist eine therapeutische Behandlung. Das Schöne dabei ist, dass meine Klientinnen die meiste Zeit entspannt liegen und somit einfach diese Lichtbehandlung genießen können. Außerdem arbeite ich eben mit einem riesigen Lichtteam aus der Geistigen Welt, was oft schön spürbar präsent ist und dadurch kann natürlich vieles noch auf ganz anderen Ebenen fundiert erkannt und befreit werden. Ich diene auch oft als Türöffnerin, Brückenbauerin oder Übersetzerin zwischen der geistigen Welt und der “3D Welt”. 🙂

Am liebsten arbeite ich mit feinsinnigen sensitiven Menschen, denn die beschreiben mir meist am klarsten, was während einer ca. 1,5-2 stündigen Aurareinigung geschieht. Und was in ihrem Körper wie zurechtgerückt wird und wieder ins Fliessen kommt, aber auch was sie sehen. Sie teilen mir oft auch sehr schön mit, wie sie die einzelnen Lichtkristalle und Lichtdiamanten, die ich auf ihren Körper lege sofort spüren und auch ihre unterschiedlichen Qualitäten/Energien deutlich wahrnehmbar sind. In einer Aurareinigung zeigen sich meist mindestens 5 Ängste und diverse andere Blockaden in der Aura, die dann auch in der Zeit danach durch klare neue Entscheidungen und Handlungen immer weiter gelöst werden können. Bei besonders hartnäckigen und umfangreichen Themen kreiere ich mit meinen Klientinnen zusammen positive Affirmationen, die dann in der Zeit danach wie ein Mantra in den Alltag mit eingeflochten werden dürfen und so weiterhin helfen das Thema zu transformieren. Um nach der Aurareinigung weiter dran zu bleiben, empfehle ich am Ende auch immer noch einen Lichtkristall, der die lichtvolle Transformation unterstützt und beim Tragen ständig die Energie in der Aura erhöht.

Für viele ist, auch wenn sie es sich im Vorfeld nicht richtig vorstellen konnten, der spürbare Kontakt zur Geistigen Welt und zu Ihren Geistführern, die sich während der Aurareinigung zeigen, eine Riesenfreude und eine Horizonterweiterung. Denn ab da können diese Lichtwesen ja jederzeit wieder gerufen werden und können viel aktiver zur Unterstützung im Alltag gebeten werden.

Eine letzte Frage: Freiheit ist ein mir sehr wichtiger Wert – was ist Freiheit für dich ganz persönlich?

Oh eine super Frage an einen Freigeist wie mich :). Freiheit ist für mich:

so leben zu können, wie ich das mag; entspannen zu können, wann ich es brauche, zu reisen und viel Neues zu entdecken, ohne große Geldsorgen zu sein. Dass ich jederzeit etwas verändern kann, wenn es mir nicht mehr gut tut. Mich immer weiterzuentwickeln und jede Fortbildung, die mich wirklich ruft auch zu machen. So bunt zu sein, wie es mir gefällt, auch mal wild zu sein; auszudrücken was ich fühle, brauche und was ich mir wünsche und aber auch mir zu erlauben, zu sagen was ich nicht mehr will. Alles was mich beflügelt, z.B.: Durch meine Verbindung zur Geistigen Welt erlebe ich viel Leichtigkeit, Ausdehnung, Weite und Klarheit, wann immer ich mich dafür entscheide.

Zu guter Letzt meine eigenen Erfahrungen mit Nadines Aurareinigung und den Lichtkristallen: Lange Zeit war ich etwas skeptisch. Doch da ich Nadine als bodenständigen und zugleich sehr “fühligen” Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten kennenlernen durfte, zog es mich zu ihr. Mittlerweile weiß ich, wie tief und aufdeckend ihr Wirken und Schaffen ist.

In einer behüteten, durch die Lichtkristalle am Körper unterstützten Atmosphäre kommen wir gemeinsam zum Beispiel alten Glaubenssätzen und Ängsten auf die Spur und können diese ins Licht schicken. Die Behandlung geht einerseits total tief, gleichzeitig ist soviel Leichtigkeit im Spiel. Nach einer Aurareinigung fühle ich mich befriedet und aufgeräumt: Aus diesem Frieden heraus kann ich in mich lauschen, es wird leiser, Blockaden werden für eine Weile mal still, und ich kann mich fragen: Was will ich, was brauche ich? Können Ängste und Glaubenssätze erst einmal erkannt werden, können sie auch gesprengt werden. Und dann besteht die Möglichkeit, aufgeräumter und leichter als zuvor, neue Entscheidungen zu treffen. Nadines Aurareinigung hat mich zum Beispiel sehr darin unterstützt, noch klarer und präsenter als zuvor meinen Platz einzunehmen, in meine Größe zu wachsen.
Ich kann Nadine und ihre Arbeit jedem wärmstens ans Herz legen.

Herzlichen Dank, du Wundervolle!

Erreichen kannst du Nadine unkompliziert unter ihrer Nummer:

+49 163 4016463

Durch die Unterwelt

Manchmal wiederholen sich Situationen, in denen uns das Leben erneut auffordert, etwas zu fühlen, zu erkennen und zu wandeln. Schattenanteile unserer selbst tauchen zum wiederholten Male auf – Aspekte, die wir überwunden und integriert glaubten. Das Leben selbst, der Alltag holt immer wieder Anteile in uns hervor, die wir offenbar weiterhin gut gedeckelt in uns tragen – altes Zeug, welches wir nicht mögen, welches unsere Widersprüchlichkeiten, unsere ganze Ambivalenz zum Ausdruck bringt.

Es ist, als würden wir mehrere Schichten ein- und derselben uns unangenehmen Thematik in uns tragen. Die Einladung, eine weitere Schicht zu erkennen, zu fühlen und abzutragen, nehmen wir meistens ungern an: Lieber wieder schnell weg, alternativ: zurückschießen. Doch bitte nicht fühlen. Mir sagte vor ungefähr drei Jahren mal ein sehr fähiger Astrologe (danke, Harry!), mein Weg führe durch meine Tiefen, durch die Unterwelt, den Morast. Gefreut habe ich mich damals nicht über diese Ansage, doch instinktiv spürte ich die ihr innewohnende Wahrheit.

Jeder trägt Seiten in sich, die er ungern zeigen mag. Jeder hat dünnhäutige Tage, an denen innere Schleusen leicht geöffnet sind – doch immer noch weit genug, um Fragen oder nur einzelne Wörter des anderen etwas auslösen zu lassen. Manchmal auch unerwartet heftig. Wenn du gräbst oder einfach ganz still wirst – nach einem sogenannten Trigger-Moment zum Beispiel – wirst du Bilder und Sätze in dir entdecken. Sätze wie zum Beispiel “Ich bin dumm” oder “Ich werde nicht ernst genommen” oder “Ich hab das nicht verdient”. Es lohnt sich, diesen Sätzen auf die Schliche zu kommen, mit ihnen zu spielen: Dich zu fragen, was sie auslösen, wo sie im Körper spürbar oder verankert sind oder auch, welche positiven Aspekte, welcher Spielraum in diesen Annahmen steckt. Bei “Dummheit” zum Beispiel schwingt kindliche Unbedarftheit, Offenheit und Lernfähigkeit mit. Wenn wir all das an und in uns auch in Ordnung finden, es vielleicht sogar lieben können, wird das Leben uns reich beschenken.

Mit unserer Selbstzuwendung gelingt es uns zunehmend müheloser, auch anderen – selbst wenn wir spüren, dass sie gerade irgend etwas an uns auszusetzen haben – wohlwollender zu begegnen. Dieses Übungs- und Lernfeld betrete ich immer wieder emsig von Neuem. An manchen Tagen bin ich müde oder genervt davon, auch braucht mein System Pause. Kürzlich konnte ich wieder ein paar Tage bei meiner Schwester am Meer verbringen – diese helfen mir, mich wieder in mir selbst zu verankern, in Gegenwart eines mich gänzlich liebenden Menschen. Ein solches Sein und Miteinander ist Nährboden für Prozesse der Selbstreflexion und -entwicklung. Zutiefst dankbar und gewissermaßen wieder neu bin ich nun imstande, diese Zeilen zu schreiben.

Und natürlich ist jeder eingeladen, seine eigenen Schatten zu ergründen. Es bringt nichts, sich mit seinem Gegenüber zu sehr zu  verhakeln, sich hineinziehen zu lassen in die (Schatten-) Welt des anderen. Wir dürfen selbst auch sehr achtsam sein, wie es um uns bestellt ist, ob wir gerade einen anderen in unsere Geschichte hineinziehen. Berührbar zu sein für die Belange und die Innenwelten des anderen ist wunderschön. So können Nähe und Intimität entstehen. Doch manchmal – in übermüdeten, reizüberfluteten Momenten – treffen auch zwei Egos aufeinander und jeder versucht, eher zu senden als zu empfangen und letzten Endes möglichst gut dazustehen. Was ich mehr und mehr ablegen möchte: die Angst, Fehler zu machen. Wenn wir keine Angst haben, Fehler zu machen, können wir viel lernen – über uns, den anderen.

Wir dürfen wählen, wem oder was wir unsere Aufmerksamkeit schenken. Oft kippt die Kommunikation, und wir landen in Themen, die wir gar nicht zu beleuchten, zu teilen beabsichtigten. Meinen Fokus kann ich immer wieder schärfen und auch schützen: die Taschenlampe herausholen und nur das anstrahlen, was wirklich gerade Sinn macht, hervorgeholt zu werden.

Furchtloser mitten ins Feld

Wie geht es dir in dieser Zeit, an diesen Tagen? Hast du auch das Gefühl, etwas großes Neues steht an, eine Umwälzung? Immer wieder höre und lese ich vom Pluto-Saturn-Zyklus, vom Wandel. Der Sturm der jüngsten Tage brachte eine brachiale Kraft mit sich – als würden unsere Erde und Gesellschaft einmal ordentlich durchgepustet.

Manch einer liebt dieses Stürmische, andere macht es unruhig, aggressiv. Mir war, als seien viele Menschen in den vergangenen Tagen arg reizüberflutet, auch kratzbürstig. Als versuche ein jeder, seine Energien und Gedanken möglichst beisammen zu halten, um nicht – wie so viele derzeit – krank zu werden, einzuknicken.

Das Jahr begann für mich gefühlt zäh: Mir fehlte Orientierung, es mangelte mir an Perspektive. Ich befand mich in einer Art Warteschleife – nicht-wissend, wohin konkret der Weg mich führen würde. Tageweise lustlos, getrieben, diffus. Kundalini-Yoga, meine Öle und der Wald schenkten mir Erdung und Alltagsfreuden. Vor kurzem erfuhr ich, dass ich – analog den aktuellen astrologischen Gegebenheiten – auch arg gebeutelt war, mein Chiron war gefordert, Rückzug war angesagt. Und diesen habe ich mir genommen: Oft habe ich „nein“ sagen müssen, zu Einladungen, Treffen, Aktionen. Mir war häufig nicht danach. Ich brauche den Rückzug immer wieder, genauso wie ich das Kreativsein – gestalten, fotografieren, schreiben, singen, in die Tiefe tauchen – brauche, wie die Luft zum Atmen. Ich spürte eine starke Sehnsucht – nach etwas Größerem, nach Abenteuer, nach noch mehr in meine eigene Kraft wachsen.

So habe ich es tatsächlich immer wieder geschafft, mich dem hinzugeben. Sauna, Häuslich-Sein und meine Familie taten mir gut. Und nun spür ich wieder Aufwind: Lust auf neue kreative Abenteuer, den Drang, mein Schreiben, meine Texte noch mutiger und stärker in den Äther zu werfen. Noch mehr Menschen mit meinen Zeilen zu berühren, mich noch entschlossener und furchtloser mitten ins Feld zu stellen. Da passiert gerade einiges, auch im Außen: Immer mehr Besucher schauen vorbei auf meinem Blog, Menschen schreiben mich an – mit Anregungen, Fragen, mit Neugier. Das freut mich so!

Ich traue mich, noch kodderiger im besten Sinne, mitunter auch provokanter, polarisierender zu schreiben. Die Angst vor Ablehnung wird weniger, je mehr ich mein Herz öffne und nichts in mir deckele. Denn bei jeder Erfahrung, bei jedem nochmal angetickert werden, spür ich: Es geht vorbei, das Herzklopfen, der Zorn, das sich verteidigen wollen. Es zieht von dannen. Auch muss ich nicht mehr auf alles re-agieren, was mir vor die Füße fällt. Es ist total in Ordnung, sowohl eine Frage einmal nicht zu beantworten, als auch einen Kommentar stehen zu lassen – soziale Medien sind hier ein gutes Übungsfeld. Ich fühle mich immer noch zu diesem und jenem verpflichtet, so dass ich von mir selbst genervt bin. Je mehr ich mit mir und meinen Seiten experimentiere, je mehr ich neu kreiere und mit Gewohnheiten spiele, umso lustvoller und facettenreicher wird mein Leben.

Was ich auch immer öfter mache: Direkt jemandem gegenüber ausspucken, was es in mir zu ihm oder ihr denkt. Oft mache ich die Erfahrung, dass mein Impuls an den anderen von diesem als hilfreich oder heilsam empfunden wird. Ich glaube, ich habe ein sehr feines Gespür dafür, was ein anderer gerade braucht, wo es hakt, wie ich ihm dienen kann. Lange Zeit habe ich dies für mich behalten – aus Angst, mein Gegenüber zu überfahren. Nun denk ich: Sollte sich jemand überrumpelt fühlen, fällt dies in seinen Verantwortungsbereich. Ich versuche, das was mir auffällt, sehr klar und voller Liebe zu transportieren, selbst wenn es inhaltlich für den anderen zunächst nicht so gut zu verdauen ist.

Es mag profan klingen, doch ich erschrecke immer mal wieder, wie schnell die Zeit vergeht. Ich weiß noch genau, was vor einem Jahr war – es ist gefühlt, als habe es sich gerade erst zugetragen. Mir kommt’s bescheuert vor, mit mir wichtigen Dingen zu warten, mich nicht vollständig einzubringen. Auch glaube ich, die Welt braucht mehr denn je Menschen, die ihre Energie im Wohle vieler einsetzen und sich trauen, etwas zu bewegen. Es wagen, auch Delikates anzusprechen, keine Angst vor der eigenen Unterwelt haben.

Ich wünsche uns allen viel viel Schönes, Leichtigkeit, und dass wir das leben, was wir wirklich leben wollen und damit nicht warten.

An schlechten Tagen

Gestern kam mir ein Gedanke, den ich in meinem Facebook-Feld teilte:

Mir bekommt es nicht, mich jedem überall anzuvertrauen, wenn es mir nicht gut geht. Wenn die Scheiße gerade richtig am Dampfen ist. Ich in meinem Leid, meinem Drama sitze. Denn was oft passiert, wenn wir zu häufig, gegenüber vielen Menschen und „an überforderten Stellen kommunizieren, wenn es uns nicht gut geht“ (ich zitiere Transformations-Coach Petra Methner, aus unserem schriftlichen Austausch. Danke Petra!): Unser empfundenes Leid wird größer, erhält mehr Aufmerksamkeit, mehr Energie – respektive wird unbewusst durch die Aufmerksamkeit genährt. Hier frage ich mich: Wer hat was konkret davon?

Während ich vor Jahren noch dazu tendierte, mein Herz sehr auf der Zunge zu tragen, bin ich nun also deutlich vorsichtiger, wem ich mich anvertraue. Ich frage mich offen und ehrlich: Worum geht es mir gerade, was ist meine Absicht? Lange Zeit saß ich dem Irrglauben auf, es entspräche meinem Wert der Ehrlichkeit, der Wahrhaftigkeit, mich anderen möglichst vollständig mitzuteilen. Was ich jedoch oft spüren konnte: Mir ging es überhaupt nicht besser nach dem einen oder anderen Gespräch, nach einem: „Oh Gott, du Arme“! Das Negative, Schwierige hat für viele einen besonderen Reiz, ich nehme mich da nicht aus: Auch ich ertappe mich manchmal dabei, besonders sensationsgeil  zu sein, eine Diskussion, einen Disput mit lustvoller Erregung zu verfolgen. Vermutlich kennt das jeder – es hat eventuell damit zu tun, dass wir dabei sehr stimuliert, auch vom Eigenen abgelenkt werden.

Mittlerweile, da ich in erster Linie mir selbst gegenüber sehr ehrlich bin – und daraus resultiert auch die Ehrlichkeit gegenüber anderen – wähle ich bewusst, wo ich meinen Schmerz, meine Traurigkeit, meine Wut lasse. Das empfinde ich nicht mehr als unehrlich, sondern als einen wohlwollenden Akt der Selbstzuwendung.

Ich bin ein – viele würden sagen – sehr positiver Mensch: Mir gelingt es, auch auf schwierige, auf den ersten Blick aussichtslose Situationen positiv zu schauen, sprich den Situationen Lehrreiches, Gutes abzugewinnen – mögen sie noch so kompliziert sein. Mein Gegenüber mag das hin und wieder als schönredend, „das Negative ausblendend“, naiv betrachten. Auch ich selbst zweifle immer wieder an mir und meiner Wahrnehmung. Doch wenn ich auf mein Leben blicke, fällt mir auf, dass die Tage, die ich als schön, bereichernd, genussvoll erlebe, deutlich in der Mehrzahl liegen. Oder anders: Ich kann tatsächlich (fast) jedem Tag etwas Schönes abgewinnen.

Kontemplation ist eine Möglichkeit, mich in schwierigen Phasen zu navigieren. Mir helfen Yoga, meine Öle, Aufenthalt im Wald und viel Bewegung. Natürlich mag und schätze ich auch den Austausch mit anderen bewussten Menschen, die mich gut und tief kennen. Mir hilft es außerdem, mich meinem Mann, engen Freunden oder Familienmitgliedern anzuvertrauen, die um die Ecke denken können, meine Geschichte nicht mit ihrem eigenen Drama, das eventuell durch meine Schilderung berührt wird, verwechseln und mir dabei helfen, mit anderen Augen auf mich und meine Situation zu blicken. Auch möchte ich nicht unmittelbar Rat hören, sondern wünsche mir oft nur ein Ohr. Während wird aussprechen, was es in uns denkt und fühlt, gewinnen wir bereits Klarheit und mit ihr Heilung.

Es kann ebenso angemessen und stimmig sein, bestimmte sensible Themen – bei mir ist es zum Beispiel das Thema Familie, Erziehung, Muttersein – nur mit ausgewählten Menschen, die mich und meine kleine Familie schon lange begleiten, zu teilen. Es bringt mir nichts, die Konfliktpalette, die sich auch oft wiederholt und wiederholt, jedem unter die Nase zu reiben.

Fühl dich eingeladen, da mal genauer hinzuschauen und zu –spüren, was für dich stimmig ist, was du wem gegenüber teilst. In diesem Sinne, alles Liebe für deine Prozesse!

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