seisofrei-lebenskunst

Erlebtes & Belebendes

Furchtloser mitten ins Feld

Wie geht es dir in dieser Zeit, an diesen Tagen? Hast du auch das Gefühl, etwas großes Neues steht an, eine Umwälzung? Immer wieder höre und lese ich vom Pluto-Saturn-Zyklus, vom Wandel. Der Sturm der jüngsten Tage brachte eine brachiale Kraft mit sich – als würden unsere Erde und Gesellschaft einmal ordentlich durchgepustet.

Manch einer liebt dieses Stürmische, andere macht es unruhig, aggressiv. Mir war, als seien viele Menschen in den vergangenen Tagen arg reizüberflutet, auch kratzbürstig. Als versuche ein jeder, seine Energien und Gedanken möglichst beisammen zu halten, um nicht – wie so viele derzeit – krank zu werden, einzuknicken.

Das Jahr begann für mich gefühlt zäh: Mir fehlte Orientierung, es mangelte mir an Perspektive. Ich befand mich in einer Art Warteschleife – nicht-wissend, wohin konkret der Weg mich führen würde. Tageweise lustlos, getrieben, diffus. Kundalini-Yoga, meine Öle und der Wald schenkten mir Erdung und Alltagsfreuden. Vor kurzem erfuhr ich, dass ich – analog den aktuellen astrologischen Gegebenheiten – auch arg gebeutelt war, mein Chiron war gefordert, Rückzug war angesagt. Und diesen habe ich mir genommen: Oft habe ich „nein“ sagen müssen, zu Einladungen, Treffen, Aktionen. Mir war häufig nicht danach. Ich brauche den Rückzug immer wieder, genauso wie ich das Kreativsein – gestalten, fotografieren, schreiben, singen, in die Tiefe tauchen – brauche, wie die Luft zum Atmen. Ich spürte eine starke Sehnsucht – nach etwas Größerem, nach Abenteuer, nach noch mehr in meine eigene Kraft wachsen.

So habe ich es tatsächlich immer wieder geschafft, mich dem hinzugeben. Sauna, Häuslich-Sein und meine Familie taten mir gut. Und nun spür ich wieder Aufwind: Lust auf neue kreative Abenteuer, den Drang, mein Schreiben, meine Texte noch mutiger und stärker in den Äther zu werfen. Noch mehr Menschen mit meinen Zeilen zu berühren, mich noch entschlossener und furchtloser mitten ins Feld zu stellen. Da passiert gerade einiges, auch im Außen: Immer mehr Besucher schauen vorbei auf meinem Blog, Menschen schreiben mich an – mit Anregungen, Fragen, mit Neugier. Das freut mich so!

Ich traue mich, noch kodderiger im besten Sinne, mitunter auch provokanter, polarisierender zu schreiben. Die Angst vor Ablehnung wird weniger, je mehr ich mein Herz öffne und nichts in mir deckele. Denn bei jeder Erfahrung, bei jedem nochmal angetickert werden, spür ich: Es geht vorbei, das Herzklopfen, der Zorn, das sich verteidigen wollen. Es zieht von dannen. Auch muss ich nicht mehr auf alles re-agieren, was mir vor die Füße fällt. Es ist total in Ordnung, sowohl eine Frage einmal nicht zu beantworten, als auch einen Kommentar stehen zu lassen – soziale Medien sind hier ein gutes Übungsfeld. Ich fühle mich immer noch zu diesem und jenem verpflichtet, so dass ich von mir selbst genervt bin. Je mehr ich mit mir und meinen Seiten experimentiere, je mehr ich neu kreiere und mit Gewohnheiten spiele, umso lustvoller und facettenreicher wird mein Leben.

Was ich auch immer öfter mache: Direkt jemandem gegenüber ausspucken, was es in mir zu ihm oder ihr denkt. Oft mache ich die Erfahrung, dass mein Impuls an den anderen von diesem als hilfreich oder heilsam empfunden wird. Ich glaube, ich habe ein sehr feines Gespür dafür, was ein anderer gerade braucht, wo es hakt, wie ich ihm dienen kann. Lange Zeit habe ich dies für mich behalten – aus Angst, mein Gegenüber zu überfahren. Nun denk ich: Sollte sich jemand überrumpelt fühlen, fällt dies in seinen Verantwortungsbereich. Ich versuche, das was mir auffällt, sehr klar und voller Liebe zu transportieren, selbst wenn es inhaltlich für den anderen zunächst nicht so gut zu verdauen ist.

Es mag profan klingen, doch ich erschrecke immer mal wieder, wie schnell die Zeit vergeht. Ich weiß noch genau, was vor einem Jahr war – es ist gefühlt, als habe es sich gerade erst zugetragen. Mir kommt’s bescheuert vor, mit mir wichtigen Dingen zu warten, mich nicht vollständig einzubringen. Auch glaube ich, die Welt braucht mehr denn je Menschen, die ihre Energie im Wohle vieler einsetzen und sich trauen, etwas zu bewegen. Es wagen, auch Delikates anzusprechen, keine Angst vor der eigenen Unterwelt haben.

Ich wünsche uns allen viel viel Schönes, Leichtigkeit, und dass wir das leben, was wir wirklich leben wollen und damit nicht warten.

Das Liebespaket wird größer

…oder: Beim Sich-selbst-auf-die-Schliche-Kommen fällt dir plötzlich auf, dass du noch viel mehr mit dem Leben experimentieren und bestimmte Türen auch schließen kannst.

In den letzten Tagen hab ich mir so richtig satt Zeit für mich genommen, was auch möglich war, da mein Mann verreist und unser Sohn viel Zeit mit seinem Cousin, hier bei uns daheim, genossen hat. Außerdem bin ich gerad permanent dabei, “nein” zu sagen, zu Einladungen etc.
Dabei bin ich mir sehr nah gerückt und auf die Schliche gekommen. Mir sind alte Muster aufgefallen, mir ist bewusst geworden, dass ich mir manchmal selbst viel zu nett und großzügig bin und dass ich Lust hab, mal mehr zu experimentieren. Ich hab ferner Lust, bestimmte Türe zu Räumen, die nicht mehr zu mir passen, zu schließen.
Wirklich ehrlich zu sich zu sein, impliziert noch viel viel mehr als ich bislang annahm: eckiger und ungemütlicher werden zum Beispiel. Wobei ein klares Standing nicht lieblos daher kommen muss.
Im Gegenteil: Ich hab das Gefühl, mein “Liebespaket”, also meine Liebe, wird zunehmend größer.
Habt ne schöne Woche!

An schlechten Tagen

Gestern kam mir ein Gedanke, den ich in meinem Facebook-Feld teilte:

Mir bekommt es nicht, mich jedem überall anzuvertrauen, wenn es mir nicht gut geht. Wenn die Scheiße gerade richtig am Dampfen ist. Ich in meinem Leid, meinem Drama sitze. Denn was oft passiert, wenn wir zu häufig, gegenüber vielen Menschen und „an überforderten Stellen kommunizieren, wenn es uns nicht gut geht“ (ich zitiere Transformations-Coach Petra Methner, aus unserem schriftlichen Austausch. Danke Petra!): Unser empfundenes Leid wird größer, erhält mehr Aufmerksamkeit, mehr Energie – respektive wird unbewusst durch die Aufmerksamkeit genährt. Hier frage ich mich: Wer hat was konkret davon?

Während ich vor Jahren noch dazu tendierte, mein Herz sehr auf der Zunge zu tragen, bin ich nun also deutlich vorsichtiger, wem ich mich anvertraue. Ich frage mich offen und ehrlich: Worum geht es mir gerade, was ist meine Absicht? Lange Zeit saß ich dem Irrglauben auf, es entspräche meinem Wert der Ehrlichkeit, der Wahrhaftigkeit, mich anderen möglichst vollständig mitzuteilen. Was ich jedoch oft spüren konnte: Mir ging es überhaupt nicht besser nach dem einen oder anderen Gespräch, nach einem: „Oh Gott, du Arme“! Das Negative, Schwierige hat für viele einen besonderen Reiz, ich nehme mich da nicht aus: Auch ich ertappe mich manchmal dabei, besonders sensationsgeil  zu sein, eine Diskussion, einen Disput mit lustvoller Erregung zu verfolgen. Vermutlich kennt das jeder – es hat eventuell damit zu tun, dass wir dabei sehr stimuliert, auch vom Eigenen abgelenkt werden.

Mittlerweile, da ich in erster Linie mir selbst gegenüber sehr ehrlich bin – und daraus resultiert auch die Ehrlichkeit gegenüber anderen – wähle ich bewusst, wo ich meinen Schmerz, meine Traurigkeit, meine Wut lasse. Das empfinde ich nicht mehr als unehrlich, sondern als einen wohlwollenden Akt der Selbstzuwendung.

Ich bin ein – viele würden sagen – sehr positiver Mensch: Mir gelingt es, auch auf schwierige, auf den ersten Blick aussichtslose Situationen positiv zu schauen, sprich den Situationen Lehrreiches, Gutes abzugewinnen – mögen sie noch so kompliziert sein. Mein Gegenüber mag das hin und wieder als schönredend, „das Negative ausblendend“, naiv betrachten. Auch ich selbst zweifle immer wieder an mir und meiner Wahrnehmung. Doch wenn ich auf mein Leben blicke, fällt mir auf, dass die Tage, die ich als schön, bereichernd, genussvoll erlebe, deutlich in der Mehrzahl liegen. Oder anders: Ich kann tatsächlich (fast) jedem Tag etwas Schönes abgewinnen.

Kontemplation ist eine Möglichkeit, mich in schwierigen Phasen zu navigieren. Mir helfen Yoga, meine Öle, Aufenthalt im Wald und viel Bewegung. Natürlich mag und schätze ich auch den Austausch mit anderen bewussten Menschen, die mich gut und tief kennen. Mir hilft es außerdem, mich meinem Mann, engen Freunden oder Familienmitgliedern anzuvertrauen, die um die Ecke denken können, meine Geschichte nicht mit ihrem eigenen Drama, das eventuell durch meine Schilderung berührt wird, verwechseln und mir dabei helfen, mit anderen Augen auf mich und meine Situation zu blicken. Auch möchte ich nicht unmittelbar Rat hören, sondern wünsche mir oft nur ein Ohr. Während wird aussprechen, was es in uns denkt und fühlt, gewinnen wir bereits Klarheit und mit ihr Heilung.

Es kann ebenso angemessen und stimmig sein, bestimmte sensible Themen – bei mir ist es zum Beispiel das Thema Familie, Erziehung, Muttersein – nur mit ausgewählten Menschen, die mich und meine kleine Familie schon lange begleiten, zu teilen. Es bringt mir nichts, die Konfliktpalette, die sich auch oft wiederholt und wiederholt, jedem unter die Nase zu reiben.

Fühl dich eingeladen, da mal genauer hinzuschauen und zu –spüren, was für dich stimmig ist, was du wem gegenüber teilst. In diesem Sinne, alles Liebe für deine Prozesse!

Energiespender Zitronenöl

Das Öl der Zitrone, aus Zitronenschalen kaltgepresst, ist bei mir dieser Tage im Dauereinsatz:
Ich liebe das frische, reine, süße Aroma. Zitronenöl ist ein großer Energiespender, macht mich wach und munter: Es schärft meinen Fokus und nimmt geistige Schleier von mir, wenn ich mich müde und benebelt fühle. Dank im Raum vernebelten Zitronenöls – alternativ einen Tropfen auf den Puls geben – komme ich ins Tun, was mir dieser Tage oft schwer fällt.
Ätherisches Zitronenöl ist ph-neutral und daher nicht säurehaltig. Mittlerweile habe ich mein morgendliches Zitronenwasser (lauwarmes Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone) mit dem Öl von doTERRA ersetzt (1-2 Tropfen auf ein 0,4l Glas Wasser). Es schmeckt auch sehr lecker, wie ich finde. Außerdem heißt es, dass das aus den Schalen kaltgepresste Öl besser vom Körper absorbiert werden kann als Zitronensaft. Letzterer hat den Nachteil, dass Fruchtsäure den Zahnschmelz angreift.
Ein weiterer Vorteil des Zitronenöls ist, dass Zitronenöl 68 % D-Limonen enthält: ein starkes Antioxidant, welches u.a. dafür sorgt, dass die Leber von Giftstoffen gereinigt wird. Bei Halsweh kannst du einen Tropfen Zitronenöl auf einen Teelöffel Honig geben.
Diese Empfehlung gilt nur für reine ätherische Öle therapeutischer Qualität.
*Werbung ohne Auftrag

Nase im Wind

Meine astrologie-affine Schwester erzählte mir vor ein paar Wochen, 2020 sei ein Jahr, in dem ich noch stärker als sonst ein Wissen, ein Gefühl dafür haben würde, was anderen gut tut – dem Zeitgeist entsprechend.
Gerad eben stolperte ich erneut über das mir zu eigene Tor 44 (aus dem Human Design, “Das Tor der Muster”). Hier heißt es: “Sie haben einen Riecher für potenzielle und aufkommende Muster und Trends.”Nase im Wind” und Instinkt sind ausgeprägt.
Und genau das spür ich immer stärker: Zum einen meinen Antrieb, über Themen, bei denen es “ins Eingemachte” – analog dem derzeit gesellschaftlich Relevanten – geht, zu schreiben. Zum anderen fallen mir sehr intuitiv Dinge ein – Übungen aus dem Kundalini Yoga, dem japanischen Heilströmen Jin Shin Jyutsu, das ich 2012 kennen lernte, therapeutische Öle – ein, die mir und oder meinem Gegenüber gut tun und die meines Erachtens ebenso gut in die Zeit passen.

Immer feiner entdecke ich meine heilerischen Qualitäten und meine Fähigkeit, mich in den anderen einzuschwingen.
2020 werd ich mehr und mehr die hier angesprochenenen Dinge teilen.

Vom Lästern und sich erheben

Heute vor drei Jahren habe ich innerhalb meiner Ausbildung zur Kundalini-Yoga-Lehrerin eine Präsentierstunde gegeben. Aufgeregt war ich damals. Gleichzeitig selig, freudig erregt, wissend: das wird. Es hat mich schon immer fasziniert – ob musizierend, Yoga praktizierend oder einfach seiend mit Menschen einen Raum der gemeinsamen Erfahrung zu teilen. Selbstverständlich macht jeder dabei seine ganz eigene Erfahrung, und gleichzeitig wird etwas geteilt und gemeinsam gestaltet.

Für mich gibt es nichts Schöneres, als alleine zu sein, den Dingen nachzugehen, die mich gerade rufen. Genauso liebe ich es, mit Menschen zu sein und Zeit zu verbringen, denen auch daran gelegen ist, eine schöne, entspannte Zeit zu haben. Da ich schon immer mir sehr unterschiedlichen Menschen in Kontakt war, da meine Familie ein unkonventioneller Haufen ist und ich wiederum sehr offen, wurde und werde ich auch gerne zu dritten, nicht anwesenden Personen befragt. Höflich wie ich lange Zeit war, habe ich fast reflexartig geantwortet. Mittlerweile habe ich eher Lust, mit den Anwesenden über das, was uns verbindet, was denjenigen selbst gerade umtreibt, zu sprechen. Ich spüre nun sehr genau hin: Will ich antworten, was ist meine Intention? Gerade, wenn’s etwas tratschiger, sensationsgeiler zugeht frage ich mich: Ist es wirklich notwendig, das jetzt zu teilen?

Vielleicht ergeht es dem einen oder anderen ähnlich. Natürlich kann es dem besseren Verständnis dienen, sich hin und wieder auch über andere auszutauschen. Das machen wir alle. Entscheidend ist für mich: Wie fühlt es sich an? Was macht es mit meiner Energie, mit der Energie im Raum? Erhebt es mich und uns, oder fängt es an, unruhig, eng, nervig zu werden? Das spür ich sehr genau. Und während ich früher um der (Schein-) Harmonie willen dennoch Rede und Antwort stand, wahre ich nun immer öfter meine Integrität und sage – je nachdem wie gut ich den anderen kenne – ach komm, es gibt Spannenderes. Lass uns über etwas anderes reden.

Auch im Internet-Äther – und hier besonders, da die Hemmschwelle sinkt – beobachte ich, wie schnell andere eine negative Bewertung raushauen. Wie schnell Frauen andere Frauen, die sich etwas Ungewöhnliches trauen oder erlauben zu teilen, diskreditieren. Viele scheinen es immer noch nicht auszuhalten, wenn andere sich aufrichten und sich trauen, sich groß zu zeigen. Dabei haben wir alle am meisten davon, wenn wir uns gegenseitig erheben, weder uns selbst noch andere deckeln. Worte haben eine starke Macht – es lohnt sich, sehr genau darauf zu achten, was du denkst, sprichst und was du hörst!

Anstelle also mit deinem Fokus, deiner Energie vermehrt nach außen zu gehen, prüfe doch lieber öfter, was genau sich gerade in dir abspielt! Wie sagte Bahar Yilmaz neulich so treffend in einem Video zum Lästern und zur Missgunst? Wir lästern, da wir nicht den Arsch in der Hose haben, mal Tacheles mit uns selbst zu reden.  Als Übung empfiehlt sie, eine Runde ordentlich über sich selbst und sein wohlmöglich langweiliges Leben zu lästern. Da ich weiß, dass schlecht über andere reden auch viel mit Angst zu tun hat, finde ich auch immer wieder schnell in mein Mitgefühl zurück.

Und an dieser Stelle zurück zum Anfang meines Textes: Mir ist es wichtig, dass Menschen sich in meiner Gegenwart in sich selbst hineinentspannen können – sowohl beruflich als auch privat ist das immer wieder Thema für mich. Ich liebe es, Räume von Geborgenheit und Nestwärme zu schaffen – mit viel Humor, so sein lassen, auch die Tiefen und Abgründe auslotend, sprich nichts ausklammernd. Bis ich jemanden mal so richtig ätzend finde, muss schon viel passiert sein. Da ich mich oft und stark mit meinen unterdrückten Aspekten auseinander setze, begegnen mir diese auch nicht mehr so oft – und vor allem mich nicht störend – im Außen.

Ich schließe meine Zeilen mit einem weiteren Zitat von Bahar aus besagtem Video:

„Lass dich selbst wieder in dein Herz hinein!“

Wo ich hin will

Gerad schau ich auf mein 2019 zurück und spüre nach: Was hat sich getan, ent-wickelt, verändert? Ich stelle fest: Ich lebe immer radikaler im Sinne von: an meiner Wurzel. Die Frage „Was würde ich tun, wenn ich nur noch xy Tage zu leben hätte?“ birgt die Schwierigkeit, dass wir uns in der Situation selbst, in der sich die Frage stellte, mit Sicherheit gänzlich anders fühlen würden, als wir jetzt glauben, dass wir uns fühlen. Abgesehen davon, dass es sicherlich keine Garantie für eine bestimmte, vorhersagbare Lebensdauer gibt. Vermutlich reduzierte sich unser Sein auf ein Sein, dass Meilen von unserer Vorstellungskraft entfernt liegt.

Und doch haben wir eine Ahnung, was für uns wirklich zählt, je länger wir hier auf Erden verweilen. Ganz oft blitzt eine solch‘ krasse Liebe in mir auf – zum Leben, meinen Lieben und Menschen im Allgemeinen – dass mich die Vorstellung, zumindest dieses Dasein hier irgendwann verlassen zu müssen, schmerzt. Ich liebe mein Leben sehr, ich liebe das, was sich durch mich ausdrücken will – schöpferisches, musikalisches Tun, Dienen mit meinen Werkzeugen Yoga und ätherischen Ölen, wertschätzende Räume der Geborgenheit kreieren. Was ich festgestellt habe: Je näher ich mir komme und mich ausdrücke, umso magnetischer werde ich auch. Je klarer ich bin, was ich leben will und je mehr ich mich lebe, umso mehr fühle ich mich als Pionierin für Ehrlichkeit und Offenheit – Qualitäten, die es meiner Ansicht nach dringend braucht in unserer Gesellschaft. Gerade in Zeiten von Digitalisierung, Selbstoptimierung und viel Fake.

Meine Schwester beschäftigt sich derzeit intensiver mit Astrologie und erzählte mir heute, 2020 sei eine Zeit, in der ich noch stärker als sonst ein Wissen, ein Gefühl dafür haben würde, was anderen gut tut – dem Zeitgeist entsprechend. Das resonierte stark bei mir, und ich dachte: Ja, das wird so sein, so kommen. Ich bin zum Beispiel sicher, dass immer mehr Menschen nach alternativen, sicheren, Körper, Geist und Seele vereinenden Wegen und Mitteln suchen werden, um in ihre Kraft zu kommen und Selbstermächtigung zu erfahren. Kundalini-Yoga und hochwertige ätherische Öle sind meine Werkzeuge, und ich glaube, ich werde diese Werkzeuge mit immer mehr Menschen teilen.

Ich habe Lust, sowohl kleine als auch große Bühnen zu betreten, mich auszuprobieren und andere auf eine schöne, mir entsprechende Weise dabei mitzunehmen, sie anzustecken. Ich habe Lust, jeden Tag neu zu sein. Und am nächsten Tag wieder zu entscheiden, neu zu sein. Wenn ich ganz klar für mich einstehe, mir erlaube, nicht nur etwas neu zu beginnen, sondern auch etwas abzuschließen – mich aus Gruppen oder unter Umständen auch Beziehungen zu verabschieden oder mich rar zu machen – öffnen sich meiner Erfahrung nach neue Türen: Mein Blog hat dieser Zeit eine deutlich höhere Besucherzahl als noch vor ca. einem Vierteljahr. Ich habe meinen Newsletter eingestellt und schreibe nur noch wann ich will, und das, was direkt aus mir herausströmt. Ich lege Ängste nach und nach ab, ob ich jemanden mit meinen Zeilen auf die Füße treten könnte oder nicht.

An guten Tagen, an denen ich mich versorgt und geführt fühle, ist dies ein leichtes für mich. Doch natürlich gibt es hin und wieder Zweifel, es gibt Rückschläge. Es stört mich nur weniger. Ich störe mich deutlich weniger.

Als ich kürzlich eine Kundalini-Yoga-Stunde für meine Kolleginnen an meiner Blindenschule gab, bedankte sich anschließend eine Teilnehmerin mit den Worten: „Du bist eine wunderbare Frau mit besonderer Aura.“ Ich fühlte mich sehr beschenkt und dankbar. Und dachte: Wir können uns alle so oft wie möglich gegenseitig erheben, uns Mut machen.

„Der erste Schritt besteht darin zu lernen, gute Schwingungen auszusenden. Werde ein Leuchtfeuer deiner Seelenkräfte und berühre unendlich viele Ufer.“

(Yogi Bhajan)

Mit-Freuen ist klüger

Warum auch immer, versammeln sich Menschen eher um’s Leid: Es scheint leichter, sich um den Misserfolg, das Leidvolle des anderen zu scharen – ihn zu bemitleiden, wohlmöglich noch Rat zu erteilen – als schlicht in die (Mit-) Freude zu gehen, zu sagen: “Wie geil ist das denn!”.
Sicher hat dies viel mit Neid zu tun, mit einem sich nicht vollständig leben. Ich kenne das auch – ganz selten passiert’s mir noch. Doch immer weniger. Sich Mit-Freuen mit anderen ist nicht nur schöner, sondern auch so viel klüger, da wir den Teil in uns aktivieren, der sich mit Freude (auf)füllt und uns hilft, in unsere eigene Größe zu kommen.

Ehrlich gesprochen schnuppe

Meine Schwester nannte mich neulich liebevoll einen Taburüttler.
Ich glaube tatsächlich, dass es in mir liegt und vielleicht auch ein Stück meine Aufgabe ist – im Sinne eines inneren Rufes – an Bestehendem zu ziehen und zu zuckeln. Zur ganz eigenen Lebensmethode und eigenen Lösungen zu stehen und diese für sich zu finden.

So schreibe ich sehr gern über „Triggerthemen“ (danke Harry für diesen Ausdruck!) und lebe meine Individualität zunehmend freier. Gleichzeitig auch liebender und ich glaube großherzig, denn ich bin bemüht, jedem Tierchen sein Pläsierchen zu lassen.

In Klatsch- und Tratsch-Ecken wird man mich nicht finden, und wie jeder sein Weihnachten feiert oder sein (Familien-) Leben gestaltet, ist mir ehrlich gesprochen schnuppe.
Meine Eltern waren selbst sehr eigen und auch unterschiedlich, und auch meine jetzige kleine Familie besteht aus drei eigenwilligen Typen, die sowohl jeder für sich als auch gemeinsam kreativ Wege beschreiten, die sicher hin und wieder aus der Art schlagen.
Ich finde es schön, wenn Menschen „ihrs“ leben und anderen selbiges zugestehen.
Alles Liebe zu Euch!

Heidegger – zu hoch

Die – ich nenne es mal – Musikprojekte meines Mannes teile ich nur deshalb selten, da ich befürchte, dass Nachfragen kommen, die ich nicht beantworten kann.

Wie auch immer: Mir ist’s eine Freude, ihn bei seinem Tun zu beobachten – dem Experimentieren mit Klang und Sprache aus ausgewählten Youtube-Videos, dem Zusammensetzen von Spuren und Aufnehmen eigener Gitarren-Sounds.

Ich sag immer, er ist auch Künstler – nicht nur Musiker – weiß nicht, ob er das so unterschreiben würde.

Hört doch mal rein. Irgendwie hat er’s mit Heidegger.

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