seisofrei-lebenskunst

Erlebtes & Belebendes

Auf und ab und vor allem tief

Mit dem Thema Grenzen habe ich mich schon oft und ausgiebig auseinander gesetzt. Ich entdecke hier immer Neues: Noch viel häufiger kann ich Grenzen setzen, wenn sie benötigt werden. Für ein „Nein“ glaube ich immer noch hin und wieder, mich rechtfertigen oder zumindest erklären zu müssen. Doch nein: Es ist vollkommen in Ordnung, nein zu sagen.

In den letzten Wochen und Tagen schaue ich nochmal genauer hin, wenn es darum geht, meine Zeit mir entsprechend zu gestalten und zu füllen. Auf meine erste Bauchreaktion kann ich mich stets verlassen. Oft bügelt mein Verstand jedoch über einen ersten Impuls hinweg („Ach, das kannst du doch machen, da freut sich der andere, „Das passt schon noch“). Menschen ticken schlicht unterschiedlich. Oder leben ein vollkommen anderes Leben als man selbst. Ich habe sehr liebgewonnene Menschen in meinem Feld, die einen komplett anderen Lebenswandel haben als ich: Manch eine hat irre viel Freizeit, wenig Pflichten. Das kann sie ja auch, doch ich selbst reagiere allergisch, wenn ich das Gefühl bekomme, jemand greift arg auf mich und meine Zeit zu – nicht berücksichtigend, dass mein Leben ganz andere Dinge und Aufgaben beinhaltet oder dass ich in jedem Moment nicht die Kraft habe, um dem Wunsch des anderen nachzukommen.

Ich neige dazu, viele Bühnen gleichzeitig zu bespielen, es möglichst für viele angenehm und schön zu machen. Diesen Zug möchte ich mir unbedingt erhalten, und dennoch muss ich erst selbst aufgefüllt sein, um zu geben. Ich spüre sehr schnell, wenn ein Kontakt sich als anstrengend und kompliziert gestaltet – insbesondere auch in meiner Arbeit mit den ätherischen Ölen. Gerne gebe ich Impulse raus und berate so gut ich kann, doch nimmt der andere zu viel meiner Zeit in Anspruch, setze ich eine Grenze. Die Öle-Arbeit ist ein wundervolles Übungsfeld in Sachen Persönlichkeitsentwicklung. Ich persönlich mag Worte, Zuschreibungen wie zum Beispiel „Energievampir“ oder „Zeitfresser“ nicht. Doch wenn uns diese Qualitäten begegnen, können wir besondere Achtsamkeit walten lassen.

Vor ein paar Wochen habe ich beschlossen, meinen Blog-Newsletter zu canceln. Bin hier meinem Gefühl gefolgt, es gab keine wirklich rationalen Gründe für diesen Schritt. Auch dazu möchte ich ermutigen: Wenn etwas für uns nicht mehr stimmt, sich nicht mehr richtig anfühlt, können wir es bleiben lassen. Wir müssen auch nicht stets wissen, was uns zu diesem oder jenem Schritt veranlasst. Es reicht oft ein schales Gefühl von „Das will ich nicht mehr“.

Mein Eindruck dieser Tage ist, dass viele Menschen durch tiefe, emotionale Prozesse gehen, die sie erneut mit sich und alten Wunden konfrontieren. Ich habe mir von astrologisch bewanderten Menschen sagen lassen, dass dieses Prozessieren auch Entsprechungen in der aktuellen Zeitqualität bzw. der momentanen Planetenkonstellation findet: Es scheint eine Zeit zu sein, in der wir stark gefordert sind, es emotional auf und ab und vor allem tief geht.

Oft lassen wir zu vieles in uns einströmen: Social Media, (An-)Fragen, Einladungen, Erwartungen anderer und vieles mehr. Diese Zeit fordert uns heraus, kristallklar zu werden und unsere ureigene Spur wieder aufzunehmen, sollten wir sie zwischenzeitlich verloren haben. Ich kann jeden Tag sehr bewusst starten und wirklich nur das angehen, was gerade Priorität hat. Was mich nicht ruft, lasse ich. Was ich will, tue ich. Wen ich treffen mag, treffe ich.

Nicht nur unseren Körper können wir reinigen, sondern auch unseren Geist und unser Seelisches können wir tagtäglich einem Reinigungsprozess unterziehen, in dem wir – seien es nur 3 oder 5 Minuten – täglich meditieren. Ich halte es für so enorm wichtig, sich sehr regelmäßig mit sich selbst hinzusetzen und nur zu spüren. Zu fühlen, was es gerad zu fühlen gibt. Das reicht meist schon, um wieder bei sich anzukommen. Uns nicht mehr Dienliches sollten wir aus unserem System entlassen, wenn wir weiter gehen und wachsen wollen.

Alles Gute für Euch & Eure Prozesse!

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Es kann größer und schöner werden

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Wenn du wächst

  1. Mal wieder auf den Punkt beschrieben, liebe Carolin! Genau so geht’s mir auch zur Zeit: Ganz viel hinspüren, erleben, und das Erlebte zu- und wirken lassen, um daraus zu lernen. Besonders dann, wenn’s erstmal wehtut… Hab ganz lieben Dank!

    • Carolin

      Ja, Eckhard, genau darum geht es. Alles Gute bei und in deinen Prozessen! Herzliche Grüße aus Hannover sendet Carolin

  2. “Wir müssen auch nicht stets wissen, was uns zu diesem oder jenem Schritt veranlasst. Es reicht oft ein schales Gefühl von „Das will ich nicht mehr“.”

    Liebe Carolin, herzlichen Dank für diesen stimmigen Impuls. Oft versuche ich noch, mich vor mir selbst zu rechtfertigen, wenn ich merke, dass ich etwas nicht will. Deine oben zitierte Erkenntnis hilft mir dabei, noch besser hinzuspüren.

    Viel Energie für diese trubelige Zeit wünscht dir
    Sabine

    • Carolin

      Liebe Sabine, sei herzlich gegrüßt! Genau, das kenne ich nämlich auch, was du beschreibst, dieses sich vor sich selbst rechtfertigen. Nicht nötig! Meist “verstehen” wir auch erst rückblickend, was sich da abgespiel hat, warum wir etwas nicht wollten. Auch dir alles alles Gute!

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