seisofrei-lebenskunst

Erlebtes & Belebendes

Schlagwort: Veränderung

An den Ergebnissen erkennst du deine Absicht

Heute möchte ich “außer der Reihe” auf meinen aktuellen compassioner-Artikel aufmerksam machen: Die Welt gibt dir Feedback. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Thema bei vielen Resonanz findet, daher teile ich ihn hier.

Das Leben schenkt uns unentwegt Feedback. Die Welt kann zu einem großen, lehrreichen Spiegel werden, wenn wir uns trauen, hineinzublicken und wenn wir bereit sind, niemanden außer uns selbst für die eigenen Lebensumstände verantwortlich zu machen.

Viel Freude & Erkenntnisse beim Lesen, eine schöne Herbstzeit und alles Gute!

Die Welt gibt dir Feedback

Geschichten über mich und andere

Ich beschäftige mich dieser Tage intensiver mit dem Possibility Management. Dieser Ansatz kann dir dabei helfen, ungewohnt neuartig zu denken und Veränderungen zu initiieren. Es gibt die Möglichkeit, für sich selbst die sog. SPARKs – Übungen bzw. Experimente – zu machen, oder an mehrtägigen, transformatorischen Trainings teilzunehmen. Heute möchte ich zwei SPARKs vorstellen, die sich der Thematik Beziehung und Entwicklung in Beziehungen widmen.

Los geht’s:

“Du kannst verändern, wer du bist, indem du die Geschichten anderer Menschen über dich veränderst.”

Das fand ich spannend und fragte mich: Wie geht das? Eine Überlegung vorweg, vielleicht kennt Ihr das auch: Ihr seid der Meinung, ihr hättet eine bestimmte Entwicklung vollzogen, ein spezielles immer wieder kehrendes Thema nun endlich durchgekaut und verdaut, und dennoch begegnet Euch im Außen immer noch derselbe Käse – in Form von den gleichen unerwünschten Situationen und Reaktionen Eurer Mitmenschen. Der Beweis, dass du dich tatsächlich geändert hast, wird sich darin zeigen, dass andere Menschen auch anders auf dich reagieren. So liegt es an dir selbst, zu ändern, auf welche Weise dich deine Mitmenschen wahrnehmen, indem du die Geschichten veränderst, die sie über dich erzeugen. Um die Geschichten über dich zu verändern, musst du deinen Mitmenschen nun also neue Beweise liefern, und hierfür ist es erforderlich, dass du einige Eigenschaften deines Wesens wirklich änderst.

Ich erinnere mich an ein gemeinsames Essen mit meiner Herkunftsfamilie im Sommer 2016, als ich auf meinen Erfolg – es erschien gerade mein erster Artikel im Online-Magazin compassioner – anstoßen wollte. Allein das Wort “Erfolg” hat die eine oder andere Irritation hervorgerufen. Erfolg ist kein Begriff, der in meiner Familie oft benutzt wurde, oder anders: Auf Erfolg im engeren Sinn – Karriere, materieller Natur – wurde nie sonderlich großen Wert gelegt. Auch wenn ich mich noch etwas ungelenk fühlte beim Heben meines Glases, so war es doch ein schöner, spielerischer Moment, der seine Wirkung zeigte. A propos spielerisch: Du denkst vielleicht, hm, Wesenseigenschaften ändern, gar nicht so leicht, bin ich denn dann noch authentisch? Sieh das Ganze doch als bewusstes Theater, sprich zeig dein neues Verhalten als Theater – zum Zweck deiner eigenen Entwicklung. Das denke ich immer mehr: Warum oft so bierernst und immer gleich? Mir macht es Spaß, mit Rollen und Erwartungen zu spielen und nicht immer dasselbe Verhalten an den Tag zu legen. Im Possibility Management heißt es, du musst dich dazu verpflichten, eine Wesenseigenschaft zu verändern.

Mittlerweile reagiert mein Umfeld ganz eindeutig anders auf mich als noch vor 2,3 Jahren: Bestimmte Kontakte schlafen, andere sind von meinem Radar verschwunden, neue Menschen sind hinzugekommen, einige Verbindungen zu schon lange bestehenden, liebgewonnenen Menschen sind deutlich tiefer und intensiver geworden. Auch werden andere Themen und Fragen an mich herangetragen, ich werde viel öfter zu mir wirklich am Herzen liegenden Themen befragt, so z. B. zum Kundalini-Yoga und zu meinen ätherischen Ölen.

Hier ein Vorschlag, ein Experiment zu wagen: Du kannst bei einem Verhalten, das du ablegen möchtest, genau das gegenteilige Verhalten an den Tag legen und im Alltag mit Situationen spielen. Natürlich bedeutet das anfangs Herzklopfen und gefühlt eine große Risikobereitschaft, doch es beinhaltet starkes Transformationspotenzial. Laut sein wo du sonst leise bist. Sprechen wenn du normalerweise in der Zuhörerrolle bist. Bewusst nicht lächeln, wenn dir nicht danach ist und du es für gewöhnlich tust.

Der andere SPARK, der mich umtrieben hat die vergangenen Tage, lautet:

“Du kannst Menschen verändern, indem du deine Geschichten über sie veränderst.”

Mindestens genauso interessant. Auch das kennen wir sicherlich alle: Wir erzählen uns – in Form eines inneren Monologes oder auch im Austausch – stets dieselben Geschichten über Menschen, die wir gut zu kennen glauben. Wir stecken Menschen mit Vorliebe in Schubladen und sind oft viel zu bequem, um sie dort wieder herauszuholen – selbst wenn es noch so offensichtlich ist, dass es hier Neues zu entdecken gibt. Wir halten diese immergleichen Geschichten, die wir über andere erzählen, für wahr. Sprich die Art, wie ich eine andere Person erlebe, wird zwangsweise über meine Geschichten über diese Person beschränkt. Wenn wir davon ausgehen, dass JEDE Geschichte, die ich erfinde, auch als “wahr” bewiesen werden kann, so kann ich auch neu erfinden, wie Menschen sind, indem ich Geschichten neu erfinde, die ich über sie erzeuge. Klingt erstmal schräg und wirft Fragen auf. Doch auch mit diesem Ansatz lässt sich kreativ und spielerisch experimentieren, ohne dass ich mir untreu werden muss. Indem ich Beweise finde, mit denen ich eine neue Geschichte über jemanden stütze, ist diese Person verändert!

Gerade über Menschen, über die ich Geschichten erfunden habe, die tendenziell negativ besetzt sind, kann ich nun beginnen, Neues zu erzählen. Ich kann neue Aspekte am anderen beobachten und bemerken und wiederholt diese neuen Geschichten – auch Dritten gegenüber – erzählen. In diesem Prozess verändert sich auch meine innere Wahrnehmung. Ich habe mir vorgenommen, Menschen immer wieder neu zu sehen – ich glaube, das wird meinem Gegenüber zum einen gerechter, wenn wir bedenken, dass Menschen komplexe und auch widersprüchliche Wesen sind; zum anderen erhebe und ermächtige ich uns beide, wenn ich den anderen in seiner Größe und Vielfalt betrachte.

Wer Lust hat, mehr zu experimentieren, den möchte ich herzlich dazu einladen – ich mache mit und freue mich über Austausch!

Alles zu seiner Zeit

Oft will ich vieles sofort. Oder Bestimmtes genau jetzt. Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass Dinge Zeit brauchen, Antworten dann kommen, wenn sie dran sind. Wie häufig tendieren wird dazu, unser Leben fest im Griff haben zu wollen, Dinge beeinflussen und kontrollieren zu wollen!

Das Verrückte ist: Je häufiger ich einen Gang herunter schalte und es mir tatsächlich gelingt, etwas laufen und einfach sein zu lassen, nicht verändern zu wollen, umso eher und schneller kommt die Veränderung auch. Umgekehrt gilt: Je stärker ich die Zügel anziehe, je mehr ich mich krampfhaft, von außen motiviert anstrenge und in einen oft schon übereifrigen Aktionismus verfalle, umso verspannter und blockierter werde ich auch: Die gewünschte Veränderung lässt dann auf sich warten. Wenn ich feststecke in einer Gedankenschleife oder einer sich im Kreis drehenden Handlung gehe ich nun immer häufiger vor die Tür und vertrete mir die Beine im benachbarten Stadtwald. Ich kenne fast nichts – außer manchmal einfach nur dazusitzen – was mich wieder mehr zu mir selbst bringt, den Fokus vom Außen auf das Innen lenkt.

Das Zauberwort heißt Geduld. Oder ein schlichtes: Alles kommt zu seiner Zeit. Alles braucht seine Zeit. Ich weiß nicht, ob wir tatsächlich alles haben können, doch ich glaube, wir können vieles haben – nur nicht sofort, sondern dann wenn die Zeit und wir dafür reif sind. Je mehr ich so denke, umso stärker kann ich mich in mich hinein entspannen, umso tiefer kann ich ausatmen und somit loslassen.

Im Zusammenhang mit dem Tod meiner Mutter kommen nun zahlreiche Aufgaben und Fragen auf meine Geschwister und mich zu. Zu allem Überfluss mussten wir kürzlich einen Wasserschaden im Elternhaus beheben und uns darin üben, die Dinge Schritt für Schritt anzugehen, uns da durch zu ackern und zu atmen. Viele Fragen sind offen, momentan wissen wir nicht, was konkret mit dem Haus geschieht, doch auch hier heißt es: Geduld. Es wird sich finden, und es wird sich fügen.

Manchmal brauchen auch unsere Träume Zeit. Nicht jeder alte Traum erweist sich in der Gegenwart als noch aktuell, gleichzeitig erfüllt sich ein großer Wunsch oft schneller als wir ahnen. Oder aber es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis sich ein Wunschtraum erfüllt. „In Sachen Schreiben“ hat sich für mich ein großer Traum verwirklicht bzw. wird sich voraussichtlich Ende des Jahres erfüllen – dazu mehr, wenn es soweit ist.

Zu unterscheiden, wann es Zeit ist loszulassen und wann es angezeigt ist dranzubleiben, ist oft alles andere als leicht. Von Yogi Bhajan, Meister des Kundalini-Yoga, stammt der Ausspruch „Keep up and you’ll be kept!“, „Halte durch und du wirst gehalten!“, welcher mir schon in vielen Lebenssituationen geholfen hat, nicht nur in meiner Yogapraxis. Es gibt Dinge, z. B. eine 90-tägige Yoga-Kriya, zu denen verpflichte ich mich freiwillig, da ich davon überzeugt bin, dass sie mir zuträglich sind, auch wenn ich zwischendurch aufgeben möchte. Anderes wiederum, oft Dinge von denen wir meinen, sie machen zu müssen, kann ich fallen lassen, wenn sie mich hindern, meine eigene Spur aufzunehmen und zu verfolgen. Für dieses Unterscheiden sensibilisiert zu werden kann ich meiner Erfahrung nach üben. Oft schickt uns das Leben Zeichen, die wir nicht sogleich deuten wollen oder können. Es erfordert auch Mut, diese Zeichen nicht als Humbug abzutun, sondern wach und fein hinzuschauen und zu –spüren:

Was ist es, das sich zeigen will? Was konkret will mir das Leben gerade sagen? Wann darf ich geduldiger sein?

Genießt den Juli.

 

Sich erheben und dabei berührbar bleiben

Skorpion der lächelt (Origami, gefaltet)Im Kontakt zueinander wird es meistens an den Grenzen spannend: an den Punkten, in den Momenten, in welchen wir stark durch die Worte oder das Verhalten des anderen berührt, bewegt oder auch verletzt werden. „Kontakt findet an Grenzen statt“, heißt es in der Gestalttherapie. Wir werden berührt, wenn wir in unserer Gänze gesehen werden, wenn das Gegenüber uns wirklich erkennt – manchmal vielleicht sogar, bevor wir selbst jenen Zug an uns entdeckt haben. Wir alle wünschen uns, so gesehen zu werden, wie wir wirklich sind. Ich glaube, dies ist unser tiefstes Bedürfnis und auch das, was uns am meisten Angst macht.

Wir fühlen uns aufgebrochen und gleichzeitig höchst verletzbar, wenn ein anderer unsere Scham – das Gefühl nicht liebenswert und nicht gut genug zu sein – wahrnimmt; gleichzeitig kann hier eine Nähe entstehen, ein tiefes Verständnis füreinander, welches uns bereichern, unsere Beziehung reifen lassen kann.

Unsere Verletzlichkeit ist der Weg zueinander“

sagt Autorin Brené Brown (Psychologie Heute, März 2017, Heft 3). Das denke ich auch. Immer mehr. Natürlich kann und möchte ich nicht jedem mein Herz ausschütten. Wir dürfen bewusst wählen, wen wir wann an welcher Thematik, an welchem Punkt unseres Lebens und dem was uns in der Tiefe beschäftigt teilhaben lassen. Viele Menschen gestehen sich nur schwer eigene Schwächen zu: Ihre Angst davor, was andere über sie denken könnten, ist so groß, dass sie auch nicht gut mit der Verletzlichkeit oder der Fehler-Toleranz anderer sich selbst gegenüber umgehen können. Brown rät dazu, uns zu fragen, ob die Beziehung das Gewicht der Geschichte aushält, bevor wir jemandem unser Herz ausschütten.

Wie sollen andere mir etwas zugestehen, was sie sich selbst nicht erlauben können? Oftmals fahren Menschen ihre Krallen aus oder senden Pfeile auf’s Gegenüber, die eigentlich ihnen selbst gelten: Unter Umständen triggert ein Verhalten den anderen an einem Punkt, an einem wunden Punkt. Bin ich auf dem Weg der Selbstfürsorge und –liebe, stelle ich mein Wohlergehen mehr und mehr ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit, so stößt das nicht überall auf Gegenliebe: Die Fürsorge sich selbst gegenüber ist wohlmöglich im System des anderen, sich stark kritisierenden Menschen (noch) gar nicht präsent. Daher fehlt hier vermutlich auch das Vermögen sich einzufühlen. Ein Mensch auf dem Weg in die innere Freiheit, in einen gesunden Egoismus kann zur Projektionsfläche, zur Zielscheibe unausgegorener Gedanken und unverarbeiteter Emotionen werden. Insofern würde es uns alle in unserer Entwicklung weiterbringen, wenn wir uns mehr und mehr trauen würden, uns „unseren Dämonen“ zu stellen, uns  unsere Schattenseiten anzuschauen und uns gleichzeitig darin zu üben, immer mehr unser Licht nach außen zu tragen.

Wenn wir uns erheben – ohne uns über andere zu erheben – wenn wir in unsere Kraft kommen, unsere Wahrheit kennen und nach außen tragen, halten wir unserem Umfeld einen klaren Spiegel vor: Wir strahlen aus, dass Veränderung ansteht, wir nicht mehr bereit sind, gewisse Glaubenssätze zu akzeptieren, oder wir zeigen, dass wir nicht weiter in selbst oder gesellschaftlich auferlegten Grenzen leben wollen und nicht mehr bereit sind, eine Art von „Kleinheit“ hinzunehmen. Dadurch irritieren wir den einen oder anderen, ruckeln an seinem Lebensmodell und sind auch weniger manipulierbar – unser Verhalten kann Unbehagen und Angst beim anderen auslösen.

Hier berührbar und offen zu bleiben, offen auch für konstruktive Kritik, kann meines Erachtens alle Beteiligten wachsen lassen; sich nicht angegriffen zu fühlen und sofort zurückzuschießen, gleichzeitig bewusst seine eigene Spur weiter aufzunehmen, ist eine Kunst. Klarheit zu transportieren, sich klar auszudrücken muss man üben und sich auch erlauben, denn: Klarheit bringt Präsenz und Sichtbarkeit mit sich, und nicht jeder in meinem Umfeld ist für (meine) Klarheit bereit.

Ich beobachte, dass viele von uns ihr Licht unter den Scheffel stellen. Vor Jahren habe ich mich beispielweise nicht getraut, für unser Schwesternduo Bluetwos – meine Schwester Kati & ich treten unter diesem Namen auf – verstärkt Werbung zu machen. „Verrückt“, denke ich heute. Oder aber ich war mir unsicher, wie Menschen in meinem nahen Umfeld auf diese Seite, seisofrei-lebenskunst und mein neues Sein als Schreiberling reagieren würden. Mittlerweile denke ich: Es muss ja nicht jede(r) etwas damit anfangen können. Dass ich viel Freude dabei habe, ist sicher niemandem entgangen. Das viele Schöne, das auch durch diesen Blog Einzug in mein Leben erhält, spricht für sich. Zurück zum Licht: Ich möchte dazu ermutigen, kühner zu denken, sich Großes zu wünschen und zu einer warmen, gütigen, selbstbewussten Sonne zu werden, die ihre Mitmenschen dazu inspiriert, sich auch zu ihrer Größe zu bekennen.

Ich bin mir sicher: Tief im Innern ist ein Ort in uns, der stets voller Vertrauen ist und nicht müde wird, Vertrauen in die Welt zu tragen. Deshalb: Trauen wir uns, unseren ganz eigenen Weg zu gehen.

 

Von Lebenszyklen, Krisen und Veränderungen

Viele Menschen haben Angst vor Veränderung. Ich vermute, wir alle fürchten bestimmte Umbrüche im Leben: Trennungen, Verluste, hormonell und zyklisch bedingte Veränderungen, den Tod.

Heute möchte ich mit Euch Erkenntnisse, die ich in meiner Yoga-Ausbildung sammle, teilen. Gleich zu Beginn eine kühne These: Aus yogischer Sicht ändert sich nach 7 Jahren dein Bewusstsein, nach 11 Jahren deine Intelligenz und nach 18 Jahren dein ganzes Leben. Wie konkret diese Zahlen und Intervalle zustande kommen, vermag ich an dieser Stelle nicht zu sagen – ich schmeiße sie einfach in den Raum. Denn entscheidend ist, dass das Leben Veränderungen unterliegt – wie heißt es so schön?

Veränderung ist die einzige Konstante im Leben, das einzige, auf das du dich wirklich verlassen kannst.

Demnach gibt es Lebenszyklen & -rhythmen, die unser aller Leben gestalten.

Oft gehen Übergänge in etwas Neues mit Krisen einher – der neue Bewusstseinsschritt will vorbereitet werden. Krisen sind Transformationsprozesse, die in der Regel schmerzhaft ablaufen und uns am Ende – gesund überstanden – mit mehr Stärke ausrüsten und uns weiser machen können. Bei den Yogis heißt es, Krisen sollten weder vermieden noch krampfhaft aufgesucht werden. Ein manches Mal erleben wir auch nur ein leichtes “Geruckel”, keine handfeste Krise. In dem einen oder anderen Fall darf ich mich fragen:

Welche Themen habe ich mir noch nicht angeguckt?

Das Anschauen der eigenen Themen ist eine großartige Chance, doch oft blockieren wir hier, sind nicht dafür bereit.

Viele Menschen versuchen die Veränderung zu vermeiden. Wir alle haben Widerstände und Vermeidungsstrategien, um uns nicht zu konfrontieren. Unsere Yoga-Ausbilderin benutzte kürzlich folgendes Bild: Es ist als würden wir einen Gullideckel herunterhalten und unsere gesamte Energie darauf verwenden, diesen unten zu lassen.

Es gibt viele Methoden, sich unbewusst zu machen: rauchen, trinken, Drogen, wenig Schlaf, auch streiten. Wenn ich mir ein bestimmtes Thema über längere Zeit nicht angeguckt habe, kommt die Krise auch oft in Form einer Krankheit.

Jetzt wird’s noch mal spannend und für den einen oder anderen wohlmöglich befremdlich: Weiterentwicklung und Bewusstwerdung bedürfen eines durchlässigen Unterbewusstseins. In der Regel hat sich in unserem System viel Ungeklärtes aufgestaut: innere Muster, veraltete Glaubenssätze und Konditionierungen. Das Unterbewusstsein ist bildlich gesprochen verstopft. Um dieses durchlässiger zu machen, zu reinigen und somit immer bewusster zu werden, können verschiedene Methoden angewandt werden: Meditation ist eine wunderbare Möglichkeit, um sich vom Alltags-Bewusstsein immer mehr in Richtung unseres höheren Bewusstseins zu bewegen; das nächtliche Träumen gehört dazu, möglicherweise – und je nach Geschichte & Situation –  macht auch Psychotherapie Sinn, um unserem System Luft zu verschaffen; durch das  Älter-Werden, das Leben in und durch meinen Lebensrhythmus, wird unser System automatisch gereinigt.

An dieser Stelle noch ein paar abschließende Worte zur Krise: Im Krisenmodus ist es wichtig, sich zu erden: kochen, gut und bewusst essen, aufräumen, spazieren-gehen, Gartenarbeit – all dies kann helfen, um durch eine Krise nicht “weggepustet” zu werden. Wenn du jemandem in der Krise helfen willst, muss ein Bein festen Boden haben – dieses Bild kannst du auch auf dich selbst anwenden.

Ich wünsche uns allen einen wachen Geist und ein weites Herz, um auch stürmischen Zeiten mit Wohlwollen, Weitsicht, einer gewissen Gelassenheit und Liebe zu begegnen.

 

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