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Erlebtes & Belebendes

Schlagwort: sich verschenken

Wunschgefühle

Origami-DracheZiele sind gut und schön. Welche zu haben und zu verfolgen macht oft Sinn. Doch noch sinnvoller kann es sein, darüber nachzudenken und in sich aufzuspüren, weshalb ich bestimmte Dinge erreichen will, was konkret mich antreibt.

Leitfaden sind unsere GefühleWunschgefühle, die wir immer wieder bewusst oder unbewusst suchen, bestimmte emotionale Zustände, die uns erfüllen.

„Empfindungsglück“ – hedonistische Freude oder Genuss im Augenblick – erleben wir, wenn wir etwas Schönes erfahren, ja, wenn wir genießen. Hier erleben wir Freude, Lust, Zufriedenheit, Wohlbehagen: Ein Spa- oder Saunabesuch, ein kulinarischer Moment oder eine herzliche Umarmung können uns diese Form des Glücks bescheren.

„Erfüllungsglück“ – das Erleben eines guten, sinnhaften Lebens – hat viel mit auf mich zugeschnittenen Tätigkeiten und damit verbundener intrinsischer Motivation zu tun. Darüber hinaus erfüllt es mich, meine Talente und Träume „auf die Straße zu bringen“ und mich bewusst an andere zu verschenken, in einer mir und meinem Umfeld zuträglichen Weise zu dienen.

Veit Lindau spricht vom inneren und äußeren Ruf – wenn es mir gelingt, diesen zu finden, erlebe ich meines Erachtens auch „Erfüllungsglück“: Meinem inneren Ruf komme ich auf die Spur, wenn ich mich frage, was – insbesondere auch langfristig – Freude und Kraft in mir auslöst, was sich richtig anfühlt. Gleichzeitig kann ich mich fragen, wann andere stärker mit Anerkennung und Freude auf mich reagieren – wann sie mich sehen, und was genau sie sehen (äußerer Ruf).

Zurück zu den Wunschgefühlen. Meine absoluten Wunschgefühle sind: frei, voller Liebe, geborgen, verbunden (mit Menschen und einer „höheren Kraft“), mutig, freudig-erregt, begeistert, reich (im Sinne von „voller Fülle“). Darüber hinaus fühle ich mich gerne dankbar, tief entspannt, sortiert (klar), weit, großzügig, sanft, ekstatisch.

Oft bin ich auch gerne melancholisch oder sentimental, ja, hin und wieder kann ich ebenso der Wehmut einiges abgewinnen. Wut kann unangenehm sein, setzt gleichzeitig jedoch auch oft eine starke Kraft in mir frei. Trauer hat auch ihren Platz, nur scheinbar grundlos traurig sein lässt mich einsam und verloren fühlen. Scham und Ohnmacht sind „Zustände“, die ich ganz fürchterlich finde, auch auf Angst kann ich meistens gut verzichten, es sei denn, es gelingt mir, diese in „freudige Erregung“ umzuwandeln, umzudeuten.

Autorin und Lifecoach Franziska Schulze formulierte in einem ihrer Videobeiträge folgenden Satz:

Äußere Ziele sind immer eine Projektion von Zuständen, die wir fühlen wollen.

Womit wir wieder beim Anfang meines Textes wären:-).

Bevor wir nun also wild Vorsätze und Ziele für 2017 oder wann auch immer formulieren, dürfen wir zunächst einen genauen Blick auf unsere Gefühle richten.

Welche sind Eure Wunschgefühle?

P.S.: Auf dem Bild neben dem Beitrag seht Ihr einen gefalteten Origami-Drachen unseres Sohnes – dieser entstand im absoluten Flow, passend zum Thema.

Bei sich selbst zu Hause sein

TraumhäuschenDas Einkehren bei sich selbst ist für die meisten ein lebenslanger Prozess. Wie sagte eine enge Freundin vor Jahren zu mir? „Du hast’s gut – du hast immer dich!“  Sicher hat es damit zu tun, dass ich gut für mich sein kann, ja, dass ich den Rückzug auch brauche, um mich wieder zu sortieren und meinem inneren Kompass zu folgen. Um fein zu spüren, was gerade ist. Kürzlich stieß ich auf ein Zitat von Erich Fromm:

Bei sich selbst zu Hause zu sein, ist die notwendige Voraussetzung, damit man sich zu anderen in Beziehung setzen kann.

Diese Worte resonierten stark in mir. Im Grunde ein alter Hut, und offenbar doch so schwer in der Umsetzung: Sorge zunächst für dich selbst, nur dann kannst du auch anderen helfen.

Manchmal müssen uns liebe Menschen im Umfeld schubsen, den Spiegel vorhalten mit den Worten: „Mach doch mal wieder etwas für dich!“ oder – wie in meinem Fall neulich: „Komm, fahr mal alleine weg!“ Jeder kennt es: Alltagspflichten und -sorgen, viele hausgemacht, erdrücken uns, wir verlieren uns selbst immer mehr aus dem Blick und landen irgendwo, nur nicht bei uns. Selbstfürsorge kann dann zunächst einmal heißen: Den Mut aufbringen, sich dieser Schieflage bewusst zu werden. Und dann zu handeln. Wenn’s mit dem Wegfahren nicht klappt, können die Schritte auch kleiner ausfallen, Hauptsache, ich setze mich oder etwas in Bewegung. Und suche den Kontakt zu mir: Auf Spaziergängen, im Wald, am Meer, manchmal auch im Gespräch mit einem guten Freund können wir uns selbst wieder auf die Schliche kommen.

Aufrichtig mir selbst gegenüber zu sein bringt mich zu mir nach Haus. Sicher leichter gesagt als getan. Für mich bedeutet die Einkehr bei mir, mein Bedürfnis nach Ruhe, Rückzug und Mich-innerlich-Sortieren wertzuschätzen. Es bedeutet Verantwortung für dieses Bedürfnis und seine Erfüllung zu übernehmen. Herauszufinden was mir wahrlich gut tut und mir dies regelmäßig zu schenken. Da lang zu gehen, wo’s sich wirklich richtig gut anfühlt. Ich selbst brauche dafür vor allem Pausen: vom schnellen, überladenen Alltagsgeschehen, von meinen sich überlappenden Gedanken, ja, manchmal auch von Menschen und lieben Kontakten.

Bei sich selbst zu Hause zu sein bedeutet, mir Liebe in Form von Freundlichkeit, Milde-Sein, ausreichend Schlaf, gutem Essen und Bewegung an frischer Luft zu schenken.

Wenn ich mich selbst ausreichend beschenke fällt es mir besonders leicht, mich auch an andere zu verschenken: in liebevollen Gesten, Worten und Taten.

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