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Schlagwort: empfangen

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Kommunikative Feinheiten: Mit der Kommunikation spielen

img_0499Sich seiner eigenen Kommunikationsmuster und seiner Art zu ticken immer bewusster zu werden ermöglicht uns, neue (Kommunikations-) Räume zu betreten. Wir können mit Kommunikation auch spielerisch umgehen: lauschen, spüren, abwarten, mal schweigen oder anderweitig reagieren. Oft braucht es keine Worte. Hierüber schreibe ich in meinem neuesten Compassioner-Artikel.

Das Leben trägt

winterwaldDie folgenden Zeilen fallen mir schwer, gehen mir nicht wie so oft leicht von der Hand. Ganz einfach, da mir Worte fehlen und ich gleichzeitig etwas beschreiben und teilen möchte, das mir so wichtig ist: Im Grunde eine Art Lebensmotto, ein mir innewohnendes „In-der-Welt-Sein“:

Ich fühle mich vom Leben getragen. Nicht immer, doch zunehmend erlebe ich: Es kann noch so unangenehm zugehen, noch so schmerzhaft sein – das Leben trägt mich. Je länger ich lebe, je tiefer ich mir begegne, umso deutlicher spüre ich dieses Getragen-Werden.
Es heißt selbstverständlich nicht, dass mir das Leben nur das schenkt, was ich möchte. Und es heißt auch nicht, dass ich nicht oft auch tierisch großen Schiss habe, mich ins Ungewisse zu stürzen. Für mich heißt es, dass ich auch im Moment des Fallens, am Tiefpunkt einer Krise, im größten Schmerz spüre, dass es so sein darf, dass es Sinn macht, auch wenn dieser sich oft nicht sofort erschließt. Dass es zum Mutig-Losgehen der Angst bedarf, dass ich gerade in den Momenten, in denen ich keine Ahnung habe, was folgt, ja, getragen werde. Ich lerne: Ich kann mich dem Leben hingeben, seiner Weisheit vertrauen. Karoline Herfurth sagte einmal in einem Interview, das Leben sei oft klüger als man selbst.
Viele kleine oder große Sprünge ins Ungewisse lehren mich die Erfahrung des Getragen-Werdens. Ich lerne auch: Ich muss gar nicht alles hier und heute und sofort wissen. Gerade in diesem Nicht-Wissen, in dieser Leere, werden neue Erkenntnisse und Impulse geboren. Ich mache immer öfter die Erfahrung: Ich weiß alles was jetzt gerade wirklich wichtig für mich ist! Scheinbar paradox, und doch wieder gar nicht.
Kierkegaards Satz

Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es vorwärts

hat sich für mich schon viele Male als wahr erwiesen. Oft reicht es mir einfach zu wissen: „Du musst es zu diesem Zeitpunkt nicht verstehen – es wird der Moment kommen, in dem du das Vergangene einordnen kannst.“
In meinem vor einiger Zeit besuchten „Liebe statt Angst“-Yogaworkshop machte eine Teilnehmerin eine für sie prägende Erfahrung:

Während einer 11-minütigen Meditation, in der es darum geht, sich selbst zu segnen, indem eine Hand auf das Herzzentrum gelegt wird und die andere den höchsten Punkt am Kopf, den Scheitelpunkt, berührt, hatte sie das Gefühl, dass nicht sie ihren Arm und ihre Hand hochhält, sondern dass diese getragen werden.
Die Frage „Was will das Leben von mir ?“ breitet sich mehr und mehr in mir aus, weniger: „Was will ich vom Leben?“ Mich zieht es immer mehr dahin, mich hinzugeben, zu empfangen – nicht permanent etwas zu wollen und wieder zu wollen, sondern auch mal abzuwarten, still zu werden, zu lauschen, was sich da leise – in mir, um mich – offenbaren möchte. In dieser Haltung beschenkt mich das Leben meist in besonders wertvoller Weise. Danke Leben!

Kennt Ihr diese Momente des Getragen-Werdens?

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