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Erlebtes & Belebendes

Kategorie: Tiefen und Abgründe des Lebens (Seite 2 von 3)

Kontakt findet an Grenzen statt

bild-kontakt-grenzenEine Heilpraktikerin sagte einmal zu mir: „Kontakt findet an Grenzen statt.“ Über diesen Satz habe ich oft nachgedacht und im Laufe der Zeit zahlreiche Beispiele für das Wahre an dieser Aussage gefunden: Beziehung wird immer dann spannend, wenn wir uns in unserer Tiefe begegnen, wenn wir den anderen an einem Punkt berühren, der ihn oder uns bewegt, der noch nachhallt oder einen von beiden in Aufruhr versetzt. Wenn wir den Mut haben, unsere innere Wahrheit mitzuteilen, unsere Bedürfnisse und Werte auf den Tisch zu legen, auch wenn wir dadurch verletzbarer werden und das Gegenüber gegebenenfalls enttäuscht oder ablehnend reagieren könnte.

Oft haben wir ein bestimmtes Bild von jemandem im Kopf, meinen ihn zu kennen und wollen auch keine große Energie aufwenden, dieses Bild zu ändern oder zu erweitern. Gerade in Momenten, in welchen der andere vielleicht nicht in der gewohnten oder erhofften Manier reagiert, können beide Beziehungspartner wachsen, kann die Beziehung reifen. Natürlich wird dann oft auch am Eigenen – an der bestehenden Lebensmethode, dem eigenen Lebensmodell – gerüttelt; das ganze System, das Feld, in dem sich die Beziehung bewegt, gestaltet sich neu. Diese Momente sind Chancen, auch wenn wir es eventuell nicht gleich wahrhaben wollen. Schaffen wir es, uns immer wieder für neue Erkenntnisse und Begegnungen mit uns nahen Menschen „leer“ zu machen, dem anderen immer wieder mit frischem, offenen Blick zu begegnen, so denken und fühlen wir uns frei, und es eröffnen sich ganz neue Spiel- und Begegnungsräume.

Jemand, der seine eigenen Gefühle gut wahrnehmen kann und auch Unangenehmes nicht unterdrückt, kann sich meines Wissens auch leichter und tiefer in andere Menschen einfühlen, wird empathischer. Nehme ich zu meinem eigenen Herzen mitfühlend immer engeren Kontakt auf, fällt es mir auch leichter, einen anderen Menschen so zu akzeptieren, wie er ist. Lerne ich meine dunklen Seiten, meinen tiefsten Schmerz immer besser kennen, so wächst mein Verständnis für den anderen und seine „Abgründe“. Zwischenmenschliche Schwierigkeiten treten oft dann auf, wenn wir in Bezug auf den anderen oder unsere Beziehung eine genaue Vorstellung haben, wie dieser bzw. diese aussehen sollte. Die Beziehung hat hier die Chance, in und an solchen „Grenzmomenten“ zu wachsen, tiefer zu werden, oder aber es trennen sich Wege vorrübergehend oder ganz.

Wenn eine deiner Werte mit denen deines Beziehungs-Gegenübers – Partner, Freund, Kollege – in Konflikt gerät, kann dies Stress erzeugen. Wünschenswert wäre es meines Erachtens, wenn beide Parteien akzeptieren könnten, dass jeder das Recht hat, der zu sein, der er ist. (Während ich den letzten Satz schreibe kommt mir der mich seit Tagen enorm bewegende Berlin-Anschlag in den Sinn und ein Teil von mir zweifelt extrem an dieser Aussage).

Wahrhaftige, tiefe Begegnung bedarf meiner Erfahrung nach des Mutes und der Ehrlichkeit: Lege ich meine Wahrheit möglichst offen auf den Tisch und formuliere meine Werte und ihre konkrete Bedeutung so klar wie möglich, können sich Missverständnisse auflösen.

Was ich auch lerne: Antworten finde ich stets in mir. Habe ich beispielweise einen Konflikt mit einem anderen, kann ich mich sehr auf diesen anderen, seine Fehler und Unzulänglichkeiten konzentrieren und mich immer weiter in das Beziehungsdrama einschwingen. Wirklich helfen wird es mir nicht. Ich darf mich stattdessen fragen: Was soll ich hier lernen? Was ist in mir noch nicht bereinigt? Und auch: Was darf ich getrost- und möglichst mitfühlend –  beim anderen lassen, was gehört nicht zu mir?

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein schönes, gesegnetes Weihnachtsfest!

 

Herzlichst, Carolin

 

Das Leben trägt

winterwaldDie folgenden Zeilen fallen mir schwer, gehen mir nicht wie so oft leicht von der Hand. Ganz einfach, da mir Worte fehlen und ich gleichzeitig etwas beschreiben und teilen möchte, das mir so wichtig ist: Im Grunde eine Art Lebensmotto, ein mir innewohnendes „In-der-Welt-Sein“:

Ich fühle mich vom Leben getragen. Nicht immer, doch zunehmend erlebe ich: Es kann noch so unangenehm zugehen, noch so schmerzhaft sein – das Leben trägt mich. Je länger ich lebe, je tiefer ich mir begegne, umso deutlicher spüre ich dieses Getragen-Werden.
Es heißt selbstverständlich nicht, dass mir das Leben nur das schenkt, was ich möchte. Und es heißt auch nicht, dass ich nicht oft auch tierisch großen Schiss habe, mich ins Ungewisse zu stürzen. Für mich heißt es, dass ich auch im Moment des Fallens, am Tiefpunkt einer Krise, im größten Schmerz spüre, dass es so sein darf, dass es Sinn macht, auch wenn dieser sich oft nicht sofort erschließt. Dass es zum Mutig-Losgehen der Angst bedarf, dass ich gerade in den Momenten, in denen ich keine Ahnung habe, was folgt, ja, getragen werde. Ich lerne: Ich kann mich dem Leben hingeben, seiner Weisheit vertrauen. Karoline Herfurth sagte einmal in einem Interview, das Leben sei oft klüger als man selbst.
Viele kleine oder große Sprünge ins Ungewisse lehren mich die Erfahrung des Getragen-Werdens. Ich lerne auch: Ich muss gar nicht alles hier und heute und sofort wissen. Gerade in diesem Nicht-Wissen, in dieser Leere, werden neue Erkenntnisse und Impulse geboren. Ich mache immer öfter die Erfahrung: Ich weiß alles was jetzt gerade wirklich wichtig für mich ist! Scheinbar paradox, und doch wieder gar nicht.
Kierkegaards Satz

Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es vorwärts

hat sich für mich schon viele Male als wahr erwiesen. Oft reicht es mir einfach zu wissen: „Du musst es zu diesem Zeitpunkt nicht verstehen – es wird der Moment kommen, in dem du das Vergangene einordnen kannst.“
In meinem vor einiger Zeit besuchten „Liebe statt Angst“-Yogaworkshop machte eine Teilnehmerin eine für sie prägende Erfahrung:

Während einer 11-minütigen Meditation, in der es darum geht, sich selbst zu segnen, indem eine Hand auf das Herzzentrum gelegt wird und die andere den höchsten Punkt am Kopf, den Scheitelpunkt, berührt, hatte sie das Gefühl, dass nicht sie ihren Arm und ihre Hand hochhält, sondern dass diese getragen werden.
Die Frage „Was will das Leben von mir ?“ breitet sich mehr und mehr in mir aus, weniger: „Was will ich vom Leben?“ Mich zieht es immer mehr dahin, mich hinzugeben, zu empfangen – nicht permanent etwas zu wollen und wieder zu wollen, sondern auch mal abzuwarten, still zu werden, zu lauschen, was sich da leise – in mir, um mich – offenbaren möchte. In dieser Haltung beschenkt mich das Leben meist in besonders wertvoller Weise. Danke Leben!

Kennt Ihr diese Momente des Getragen-Werdens?

Ehrlich sich selbst gegenüber – Teil 2

Tränende HerzenLetztes Mal schrieb ich darüber, wie schwer es sein kann, sich selbst gegenüber aufrichtig zu sein, sich einzugestehen, was wirklich gerade Sache ist, wo Veränderungsbedarf besteht. Heute möchte ich das Thema vertiefen, da ich spüre, wie wichtig es mir ist und welche immensen Entwicklungschancen es auch für das Miteinander bereithält.

Unser Umzug in eine neue Wohnung, das Ausmisten und Neustrukturieren bringt dieser Tage auch viele innere Prozesse – Erinnerungen, Wünsche, Abgeschlossenes, Nicht-Erledigtes oder -Erfülltes – nach außen. Ich staune, dass wir viel Freude und Humor an den Tag legen, trotz des Chaos‘ und der Arbeit, die uns umgeben. Wir hatten daheim bemerkenswert viel Spaß in jüngster Zeit. In diesem frischen, wahrhaftigen Austausch insbesondere mit meinem Mann kam auch vieles zur Sprache, das mich tief berührte, das mir auch weh tat, da es mich mit Seiten konfrontierte, die ich an mir nicht mag und auch nicht sehen will: Es sind Züge, die mit Dominanz, Raffinesse, „Dem-anderen-geschickt-etwas-Aufdrücken“ zu tun haben.

Ich war und bin mir bewusst, dass es mir schwer fällt, die eigenen Grenzen zu wahren und dem anderen aufzuzeigen – überhaupt die inneren Grenzen kennen- und respektieren zu lernen. Ich neige immer noch dazu, es anderen recht, bequem und unkompliziert zu machen. Unstimmigkeiten zwischen mir nahestehenden Menschen möchte ich ausgleichen, Harmonie ist mir wichtig. Dies sind Dinge, die ich als Kind gelernt und inhaliert habe. Was ich nun auch immer deutlicher sehe: wann ich selbst dazu in der Lage bin – wenn auch nicht häufig – Grenzen zu überschreiten.

Wir alle sind betriebsblind, gerade dann, wenn es um das Dunkle, die eigenen Schattenseiten geht. Da wo’s anfängt, verdammt weh zu tun, wo sich Widerstand zeigt, wir unserer eigenen Verletzlichkeit begegnen – da wird’s spannend. Und dort birgt sich meiner Erfahrung nach auch viel Potential. Wie heißt es so schön? „Wo Licht, da Schatten.“ Und umgekehrt. Wenn wir mehr und mehr von uns sehen, uns aushalten und uns auch dem anderen immer mehr zeigen und zumuten, kommen wir in unsere wahre Kraft und Größe. Unsere Beziehungen können dann eine Tiefe erlangen, die wir bis dahin nicht kannten.

In diesem Erkenntnisprozess, den ich kürzlich durchlief, begegnete ich unter Tränen einem Schmerz, einer tiefen Traurigkeit. Und während ich das fühlte, wurde mir bewusst, dass hier gerade etwas Entscheidendes und Wegbereitendes für mich geschah:  Etwas ließ mich los, und ich konnte mich dort hineinfallen lassen. Jetzt danke ich dem Leben für diese wunderbare Erfahrung, auch wenn sie nicht angenehm war.

Ich möchte dazu ermutigen, genauer hinzuschauen und zu -spüren. Wir alle nehmen meines Erachtens wahr, wann wir aus der Spur geworfen werden, wir plötzlich Herzklopfen bekommen, jemand uns „die Knöpfe drückt“, wir weglaufen oder das was da aufkommt einfach wegdrücken wollen. Es ist auch vollkommen in Ordnung, es wegdrücken zu wollen; auch glaube ich, dass Dinge ihre Zeit brauchen. Doch gleichzeitig erfahre ich auch den Schatz, das Potential, das ein Bewusstwerden, ein „Nach-Hause-Holen“ birgt. Darüber hinaus erspart es mir viele leidvolle Wiederholungen und viel Stress im Außen: Ich muss mich nicht beim anderen, dem Partner beispielweise, abrackern; der andere muss nicht „herhalten“ für all meinen auf ihn projizierten Neid, Egoismus, meine Ängste und Sorgen. Ich bin schlicht ein entspannteres Gegenüber.

Mein tiefer Wunsch ist es, das Leben in seiner vollen Breitseite, in seiner Tiefe zu erfahren. Den Mut zu finden auch mit Angst loszugehen.

Immer wieder.

Ehrlich sich selbst gegenüber

Ehrlich sich selbst gegenüberEhrlichkeit ist ja oft ne schwere Nummer. Über’s Ehrlich-Sein im Miteinander habe ich mich schon häufiger geäußert.

Was meines Erachtens noch viel elementarer ist, ist die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Und diese ist häufig nicht weniger schwer: Sich wirklich einzugestehen, was gerade im Argen liegt, in welchem Lebensbereich sich Baustellen befinden, sich selbst gegenüber zuzugeben, wo genau Veränderungsbedarf liegt – das ist manchmal hart. Doch ich glaube, allein das Sich-Eingestehen ist die halbe Miete und ein guter Boden für Veränderungen, Schritt für Schritt, Baustelle für Baustelle – vorausgesetzt, ich möchte wirklich etwas ändern. Manchmal hilft es auch, sich dazu zu bekennen, dass man an einer Stelle (noch) nicht bereit ist, Veränderungen einzuleiten. Zu erkennen, da ist mein Schiss größer – ich bin (noch) nicht so weit, oder meine Bequemlichkeit hat hier die Oberhand. Auf Ausreden zu verzichten – auch das ist ehrlich.

Mir ist zum Beispiel vor kurzem bewusst geworden, dass ich dieser Tage viel im Internet daddle, für mein Empfinden zu viel. Auch in Zeiten – vor’m Schlafengehen beispielsweise – in denen es mir erfahrungsgemäß nicht gut tut. Allein dieses Eingeständnis mir selbst und kurz darauf einer engen Freundin gegenüber brachte Veränderung ins Haus: Ich bin nun wieder etwas bewusster, habe neue Bücher erstanden – optimal für die Herbstzeit, lege im Vorfeld Zeiten fest, in denen ich mir erlaube, im Netz zu stöbern und mache das Smartphone (ja, manchmal vermisse ich auch mein „Old-school-Handy“) meistens mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen aus.

Mein Mann meinte neulich, ich könnte ja auch mal wieder mehr Klavier spielen. Davon abgesehen, dass mir das gut bekommt und ich in intensiven Übezeiten – beispielsweise vor einem wichtigen Auftritt – insgesamt und vor allem mental fit bin, ist das Musizieren ein schöne Tätigkeit für’s Miteinander: Auch unserem Sohn wird dabei ein sinnvolles, ja kulturelles Schaffen nähergebracht. Oft denke ich: Wenn wir Yossi eine Vielfalt an wertvollen Aktivitäten schmackhaft machen wollen, dann sollten wir nicht nur labern („Der Computer wird in 10 Minuten ausgeschaltet!“), sondern uns auch selbst entsprechend – integer – verhalten.

Was ich auch schwierig finde: nicht „besser“ sein zu wollen, als ich tatsächlich bin. Mich nicht weiter in meiner Entwicklung zu machen, als ich’s bin. Neulich am Frühstückstisch habe ich meinem Mann gegenüber einen Gedanken geäußert, der eine gemeinsame Bekannte in ein weniger schönes Licht rücken ließ. Ich spürte in diesem Moment Lust, laut zu denken, und gleichzeitig Scham, da mich diese Äußerung auch nicht wer weiß wie glanzvoll dastehen ließ. Und dennoch denke ich: Auch das ist Leben, auch das bin ich. In diesem Bewusst-Werden und sich selbst die Erlaubnis Geben, auch „hässliche“ Gedanken zu denken und ggf. zu äußern kann ich mich gleichzeitig darin üben, eine wohlwollende, großherzige Haltung mir und anderen gegenüber zu kultivieren. Und mich daran erinnern: Der andere bin (auch) ich.

Auch ein Sich-kleiner-Machen, zum Beispiel indem ein empfundener Erfolg zurückgehalten wird, in der Befürchtung, der andere könnte einem diesen missgönnen, bringt niemanden weiter. Eigene Probleme und Baustellen anderen gegenüber dramatischer darzustellen, als ich sie selbst empfinde, nur weil es ggf. leichter ist, Leid zu teilen, als hervorzuheben, was gerade besonders glückt, ist auch nicht redlich.

Ehrlich sein bedeutet auch, mir einzugestehen, dass ich gerade an einer Stelle nicht weiter weiß. Das kann auch sehr befreiend sein. Insbesondere an Tagen, die eh schon voller Unannehmlichkeiten sind, hilft ein Anerkennen dessen was ist, ein Erst-mal-so-Lassen, wieder in Frieden mit sich und der Welt zu kommen.

Mir ist es kein Anliegen, mich ständig zu optimieren – im Sinne von schneller, schlanker, effizienter, leistungsorientierter; ich möchte mich hingegen gerne mehr und mehr selbst erkennen, mich ausprobieren und entfalten und gleichzeitig immer wieder nüchtern betrachten, was in meinem Leben nicht stimmig ist und was ich gerne verändern möchte. Eine gute Richtschnur bieten mir meine Werte, die mir elementar wichtig sind. Es lohnt sich, sich dieser tatsächlich bewusst zu werden, sie aufzuschreiben, in sich zu bewegen und das eigene Leben mit den eigenen Werten in Einklang zu bringen.

Wie schwer oder leicht fällt es Euch, aufrichtig anzuerkennen, was ist?

 

Über’s Schreiben und Offenbaren

selfie-mal-andersHeute schreibe ich darüber, weshalb ich schreibe – hier, in diesem Blog, über meine Themen.

Mir wird wieder einmal bewusst, dass dieser Schritt mutig war und ist, dass ein solches Teilen, Sich-Mitteilen natürlich nicht jeder gutheißt – nicht jeder applaudiert. Kurzum: Es ist nicht jedermanns Sache.

Im Internet tümmeln sich die irrsten Selbstdarstellungen und –offenbarungen, die tatsächlich Fragen aufwerfen: Was um Himmels Willen soll das? Wer will das alles wissen und sehen?

Ich habe schon immer gern geschrieben: früher Tagebuch, heute Briefe, Karten, Mails. Das was mich bewegt bringe ich gern zu Papier. Und teile es mit Freude.  Sprache ist mir wichtig. Ich habe Spaß daran, Worte bedacht und mit voller Absicht zu wählen. Vor ungefähr eineinhalb Jahren habe ich angefangen, Familie, Freunden und Bekannten via Rundmails selbstverfasste Texte zu schicken. Irgendwann hatte ich Lust auf mehr: mehr Reichweite, Resonanz, ja, auch mehr Abenteuer. Nicht zu wissen, was kommt, wie was ankommt, was es auslöst. Auch fand ich es schön, Leute nicht mehr mit Mails zu „behelligen“, sondern sie selbst entscheiden zu lassen, ob sie meine Zeilen lesen, ob sie teilhaben wollen oder nicht. Das erlebe ich als souveräner meinerseits, auch als freilassender für den anderen.

Es ist, als fließt es direkt aus mir heraus. Es macht tierisch Spaß, etwas zu erschaffen – Worte, Sinn, Bilder. Dieses Fließen ist etwas Wunderbares, wir können es auf vielen Wegen erleben. Dazu möchte ich auch anregen: Immer wieder genau unsere Tätigkeiten zu suchen, die uns ins Fließen bringen und uns Freude machen. Wozu ich auch immer wieder ermutigen möchte: Wirklich seinen inneren Impulsen zu folgen. Seinen ureigenen Weg tatsächlich zu gehen, auch wenn die Richtung nicht immer der der Mehrheit oder des Umfelds entspricht. Ich möchte weiß Gott nicht alles von mir öffentlich preisgeben, auch meine Liebsten lasse ich aus dem (Blog-)Spiel – meine Inhalte sind eher sehr elementare, die meisten Sinn-Suchenden beschäftigende Themen.

Natürlich ist es auch so: Es wird immer Menschen geben, die dich oder das was du machst kritisieren, aus verschiedensten Gründen. Je mehr du von dir selbst zeigst, je mehr Aufmerksamkeit du auf dich ziehst und Veränderungen in dein Leben bringst, umso mehr wirst du auch kritisiert werden. Ich möchte gerne offen und berührbar bleiben für das, was andere mir aufzeigen, mir spiegeln. Gleichzeitig möchte ich auch zu mir stehen, weitergehen und unterscheiden lernen, wann eine Reaktion wirklich mit mir zu tun hat, ich etwas lernen soll, und wann es doch mit dem So-Sein des anderen zu tun hat, er etwas lernen darf. Veränderungen, die ich initiiere, rütteln auch stets an den Grenzen des anderen, an seinem Lebensmodell.

Mit dem Phänomen „Selbstdarstellerei im Internet“ beschäftige auch ich mich. Wie gesagt, tausend banale Dinge zu posten und mein Umfeld über jeden kleinen Schritt zu unterrichten ist nicht mein Ding. Interessant auch, dass sich etwas bei mir zusammenzieht, wenn ich das Wort „selbst-darstellerisch“ in den Mund nehme – so will ich nicht sein  (so sollte man nicht sein?!).  Und muss mir eingestehen: Natürlich wohnt da auch ein Mensch in mir, der gerne eine Bühne betritt, der Lust hat, etwas nach draußen zu geben, auch wenn ich in anderen Momenten sehr zurückhaltend, ruhig sein kann.

Neulich fragte ich meine Schwester, worin aus ihrer Sicht der Unterschied besteht, in seine natürliche Größe hineinzuwachsen, sprich immer mehr sein volles Potential zu leben, und sich im Gegensatz dazu größer zu machen, sich aufzublasen? Sie sagte sinngemäß, Menschen in ihrer natürlichen Größe können einen Raum einnehmen, diesen mit ihrer Kraft, ihren Ideen füllen und sich gleichzeitig auch total zurücknehmen, erspüren, wann es angezeigt ist, demütig zu werden, zuzuhören, anderen Raum zu geben. Das fand ich sehr treffend. Und ich ergänze: Menschen, die freier, großzügiger, kühner denken, kennen ihre Stärken und respektieren ihre Schwächen, so meine Erfahrung.

Es ist mir eine große Freude, andere mit meinen Zeilen zu berühren. Momentan ist es diese Seite, dieser Blog (auch wenn ich mich mit dem Wort „Blog“ immer noch nicht so ganz anfreunden kann), der mir dafür eine Form bietet. Mal schauen, was sich daraus entwickelt. In anderen Momenten ist es die „Musik-Bühne“, die ich mit meiner Schwester betrete. Auch in meinem Musiktherapieraum finden solche berührenden Momente statt, im Grunde: Im Leben selbst können wir immer wieder andere berühren – lächelnd, Komplimente machend, zustimmend, und auch anregend, aufweckend.

Es grüßt ganz herzlich

Carolin

Vom Glück der Freiheit

P1000618Hallo zusammen!

Heute schicke ich Euch – mit einem Text von mir – auf die Seite von Claudia Heipertz, die sich selbst als „Wahrnehmungsguide“ bezeichnet.

Ich bin beim Stöbern oder genauer durch ein Interview, welches Claudia mit Andrea Lindau geführt hat, auf sie und ihre Arbeit aufmerksam geworden. Es lohnt sich, Claudias sehr differenzierten und neue Sichtweisen zu den Themen Kommunikation, innere Freiheit, Beziehungen eröffnenden Zeilen zu lesen.

Hier geht es zu meinen Zeilen „Vom Glück der Freiheit“

Herzlichen Gruß von mir

Wahrhaftigkeit im Miteinander – vom Tabu in die Freiheit

ende-september-2016-2Ich bin voller Freude, erneut für den Compassioner schreiben zu dürfen. Wieder einmal widme ich mich dem Thema wache, bewusste Kommunikation. „Spreche ich gerade meine Wahrheit?“ „Wie begegne ich dem anderen?“ „Höre ich seine Wahrheit?“

Hier geht es zu meinem Artikel „Wahrhaftigkeit im Miteinander – vom Tabu in die Freiheit“…

Ich selbst sein

Strapazi August 2016Im diesjährigen Sommerurlaub habe ich das Buch „Heilung im Licht“ von Anita Moorjani gelesen. Die Inderin beschreibt ihren Weg vom Krebs in die Heilung über eine Nahtoderfahrung. Klingt schräg, ich weiß. Doch die feine, differenzierte Art und Weise, wie Moorjani die Essenz des Lebenssinns, ihren Sinns beschreibt, den sie dank des („Fast-)Sterbens“ erfuhr, hat mich sehr beeindruckt.

Moorjani versucht Worte dafür zu finden, welchen tieferen Sinn ihr Erdendasein hat: Sie hält es für ausgesprochen wichtig, sich selbst „urteilsfrei und ohne Angst“ zu begegnen (S. 216). Der Schlüssel liegt ihres Erachtens darin, „immer die Person in Ehren zu halten, die wir wirklich sind und uns in unserer eigenen Wahrheit sein zu lassen“ (S. 217).

Ich mache mir oft Gedanken über den Satz „Werde der du bist“. Und frage mich: Was genau ist gemeint? Heißt es, in uns „wohnt“ unser Wesenkern, der nur noch freigeschaufelt werden müsste – im Sinne einer „Häutung“, indem wir nach und nach alte Muster und Glaubenssätze, Konditioniertes fallenlassen, um der zu werden, der wir immer schon waren? Doch ist es nicht – dialektisch gesprochen – vielmehr so, dass wir immer schon sind und gleichzeitig werden, sprich natürlich Eigenes mit auf diese Welt bringen, und uns auch dank unserer Umwelt, unserer Erfahrungen schleifen, entwickeln und verändern? Ich denke: Selbstverständlich verändern wir, unser ganzes „Körper-Geist-Seele-System“, uns Zeit unseres Lebens. Gleichzeitig finde ich das Bild, die Vorstellung einer Seele, die hier auf Erden einen bestimmten Weg nimmt, eine Aufgabe erfüllt, wiederum auch sehr schön.

So oder so glaube ich, ein jeder spürt, wann er er selbst ist – bzw. sich diesem Sein annähert oder sich davon weg bewegt. Unser Körper spricht Bände: Halten wir uns in uns nährenden, wohltuenden Feldern auf, so werden wir innerlich ganz weit, wir entspannen, atmen tiefer. Bewegen wir uns hingegen in Kreisen, in denen wir meinen, nicht so sein zu können, wie es sich stimmig anfühlt, wie es uns entspricht, werden wir unruhig, innerlich eng – irgend etwas scheint zu klemmen. Ich werde mir, vor allem auch dank regelmäßiger Meditationspraxis , dieser verschiedenen Zustände immer bewusster.

Sich selbst sein zu lassen, einfach zu sein, wer wir sind, die vielen – auch widersprüchlichen – Seiten, die uns ausmachen, zu leben und zu zeigen, fällt uns ausgesprochen schwer. Ich staune immer wieder darüber, dass es bei den meisten Menschen meiner Beobachtung nach Jahre und Jahrzehnte dauert, halbwegs oder ganz mit sich ins Reine zu kommen, sich wirklich in der Tiefe anzunehmen.

Viele halten sich zurück, halten etwas von sich zurück, vor allem aus Angst vor Ablehnung und Liebesentzug. Für mich gibt es fast nichts Schöneres als Menschen, die sich zeigen – in ihrer Größe und auch in ihren Unvollkommenheiten. Menschen, die Präsenz, Klarheit, Authentizität ausstrahlen. Die sich trauen, Fehler zu machen, zu scheitern, denen es ganz natürlich gelingt, gleichzeitig stark und sanft zu sein.

Hier noch ein Zitat von Moorjani, zum Sacken-Lassen und In-sich-Bewegen:

Wenn ich ich selbst bin, kann meine einzigartige Großartigkeit mich in ihrer Ganzheit in die Richtungen ziehen, die sich für mich und alle anderen am positivsten auswirken. Das ist wirklich das einzige, was ich zu tun habe. Und innerhalb dieses Kontextes tritt alles, das wirklich mein ist, mühelos und auf die denkbar magischste und unerwartetste Weise in mein Leben und demonstriert jeden Tag die Macht und die Liebe desjenigen Wesens, welches ich wirklich bin.“ (S. 176)

In diesem Sinne,

Eure Carolin

Bei mir bleiben und den anderen sehen

FreiheitHeute möchte ich ein Zitat von Yogi Bhajan mit Euch teilen und als Schreibanlass nutzen, um verschiedene zwischenmenschliche Phänomene zu beschreiben. Yogi Bhajan brachte Kundalini-Yoga Ende der 60er Jahre in den Westen.

If you are willing to look at another person’s behaviour toward you as a relationship with themselves rather than a statement about your value as a person, then you will, over a period of time, cease to react at all.

Mir bedeutet dieser Satz viel. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, diese Worte mal weniger, mal besser zu verstehen. Ich taste mich mal heran:

Wie oft machen wir uns Gedanken: „Warum hat er sich mir gegenüber so verhalten?“ „Habe ich etwas falsch gemacht?“ „Ob sie etwas gegen mich hat?“ „Warum ist sie heute viel freundlicher als gestern?“

Ich glaube auch, dass das Verhalten des anderen, seine Worte mir gegenüber, meistens viel weniger mit mir zu tun haben als mit ihm selbst: Ob es sich um raues, unfreundliches Auftreten handelt oder aber auch um ausgesprochen freundliche Worte. Auch glaube ich, dass der andere – oder „die anderen“ – deutlich weniger über mich (nach)denken, als ich eventuell vermute. Manchmal wundere ich mich noch über mich selbst – auch wenn es immer weniger wird – wie sehr ich mir einen Kopf darüber mache, was der- oder diejenige gemeint haben oder denken könnte. Wenn wir genau hinschauen und gegebenenfalls auch mal nachfragen, erfahren wir, dass das Gegenüber ganz eigene Motive für sein Handeln hatte, die in erster Linie mit ihm selbst und entsprechend wenig mit uns zu tun haben.

Manchmal landen Frust und Unmut, die einen Mitmenschen umtreiben, ungefiltert bei uns, ohne dass wir irgend etwas mit diesen Zuständen oder dem jeweiligen Auslöser für entsprechende Gefühlszustände zu tun haben müssen. Unter Umständen hat der andere einen ausgesprochen schlechten Tag oder irgend etwas an und in uns triggert ihn. Es tut gut, solche Situationen wach zu betrachten und tatsächlich nicht persönlich zu nehmen.

Bei geäußerter Kritik darf auch sehr genau hingehört werden: Oft ist sie angebracht, enthält wahre Anteile und hilft uns weiter. Häufig kommt es jedoch auch vor, dass der andere ein Verhalten ablehnt oder kritisiert, welches er bei sich sich selbst nicht haben will, oder im Gegenteil, sich dieses nicht zugestehen, nicht erlauben würde – beispielsweise den Eigensinn des Kritisierten, die Großzügigkeit des anderen Schwächen und sog. Fehlern gegenüber. Manchmal ist das Gegenüber auch ein unangenehmer Spiegel, wenn beim anderen Mut und Risikofreude, ein Herausbewegen aus der Komfortzone gesehen wird, vor welchen man sich selbst scheut.

Melde ich mich eine Zeitlang nicht bei einer Freundin oder einem geliebten Menschen, so muss das nicht heißen, dass der andere mir weniger wert ist. Manchmal ist mir schlicht nach Für-mich-Sein, um mich zu sortieren oder der eigenen Entwicklung, den eigenen Veränderungen Raum zu geben. In letzter Zeit nimmt mein Leben so Fahrt auf, dass ich tatsächlich auch nicht immer dazu komme, all das mir Wichtige im Leben, vor allem auch den Menschen, die ihnen gebührende Zeit, den Raum zu geben.

Ich stehe darauf, wenn mir Freiheit geschenkt wird, für Ecken und Kanten, ja, auch für Entwicklung und Rückzug. Diese Freiheit gebe ich auch gerne, bin gleichzeitig mit meinen Gedanken, meiner inneren Haltung oft bei Menschen in meinem Umfeld.

Wenn wiederum der andere sich mal eine Zeitlang zurückhält oder einer Entwicklung in meinem Leben, einer neuen Tätigkeit oder Seite, die ich nun stärker lebe, keine oder wenig Aufmerksamkeit schenkt, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass der andere nicht an mir und dem was mich (noch) ausmacht interessiert ist. Vielleicht hat er oder sie selbst viel um die Ohren oder gerade ganz eigene, auch andere Themen als ich.

Das Zitat von Yogi Bhajan wirft bei mir auch Fragen auf: Was meint dieses „cease to react at all“? Reagiere ich nicht immer in irgend einer Form? Es könnte wie gesagt heißen, dass ich aufhöre, Worte oder Verhalten eines anderen mir gegenüber sofort auf mich zu beziehen und mich unmittelbar mit dem Gesagten zu identifizieren. Wie oft erklären, rechtfertigen, verteidigen wir uns? Mir hilft es oft, Situationen aus der Vogelperspektive zu betrachten, mich auf eine Metebene zu begeben. Ich übe mich darin, mich, den anderen, die Situation zunächst nur zu beobachten. Auch meine Gedanken zu beobachten und wahrzunehmen, welche Gefühle sie auslösen.

Was ich wirklich lernen möchte: berührbar zu sein und gleichzeitig bei mir zu bleiben, zu erspüren, was mich die jeweilige Situation lehren will. Offen zu sein ohne Menschen und Situationen sofort (m)einen Stempel zu verpassen.

Welche ist Eure Assoziation zu dem Zitat von Yogi Bhajan?

 

Meine Werte

Dem eigenen Pfad folgenIn letzter Zeit beschäftige ich mich viel mit dem Thema Werte. Was sind Werte, welche sind meine Werte, die mir dieser Tage wichtig sind? Wofür möchte ich in der Welt stehen, was konkret macht mein Leben aus?
Werte sind aus meiner Sicht ein Fundament, auf dem ich lebe – eine Art Leitstern in meinem ganz persönlichen In-der-Welt-Sein.

Momentan ist Freiheit ein sehr wichtiger Wert für mich: frei sein von Enge, von selbst auferlegten Zwängen und Erwartungen, zu hohen Ansprüchen, frei sein von einengender Routine, ja, und frei sein für Weite, für ungeahnte Möglichkeiten, Menschen und neue Begegnungen, für Erfahrungen. Mich und andere frei lassen. Wenn ich „Freiheit“ höre oder lese, geht etwas in mir auf und ich werde innerlich ganz weit.
Ehrlichkeit ist mir wichtig: Meine Wahrheit denken und aussprechen dürfen, mir selbst auf die Schliche kommen, aufrichtig mir selbst und anderen gegenüber sein – auch wenn dies oft sehr schwer ist und je nach Kontext fein abgestimmt werden darf. Nicht alles immer sagen müssen, doch das was ich sage, ehrlich meinen.
Freude ist für mich wie ein Motor, eine Kraft, der ich folge: innerlich heiter und bewegt sein, im „Kleinen“ – Reisen, Rituale, Ruhemomente, Sich-was-Gönnen – sowie im „Großen“ – Sinnfragen, Sehnsüchte, Beruf(ung), Pläne, Ziele. Unter Freude fällt für mich auch Leichtigkeit. Dinge mit Kraft und Leichtigkeit anzugehen – was auf den ersten Blick paradox erscheinen mag – lässt mich „erblühen“.
Herzlichkeit ist mir wichtig: auf Herz- & Augenhöhe kommunizieren, mir und anderen Komplimente machen, freundlich und mitfühlend sein, Dinge mit und von Herzen tun.
Ein weiterer elementarer Wert für mich ist Dankbarkeit. Während Freude einem Motor gleicht, ist Dankbarkeit für mich ein Fundament, ein Boden, auf den alle meine Erfahrungen, auch die weniger schönen und die schmerzvollen, fallen.
Mut tut gut. Mut ist herrlich, vielleicht nicht in den ersten Momenten, in denen oft Angst dominiert, doch stets im Nachhinein, wenn ich mich getraut habe. Mut zu Ehrlichkeit und Unbequemsein, zum Anecken, Ecken und Kanten Zeigen. Ein Wert, eine Haltung, die nun immer öfter bei mir anklopft und mich herauslockt, mich sichtbarer werden lässt. Neugier fällt für mich auch unter Mut.
Humor find ich großartig. Fein, englisch, schwarz, trocken – je nachdem was gerade aus meinem Erleben stimmig ist, möglichst ohne dabei andere zu verletzen. Dinge und Situationen aus der Vogelperspektive zu betrachten und dabei so viel gesunde Distanz zu haben, dass ich’s mit Humor nehmen kann. Übrigens schwingt auch hier wieder die Leichtigkeit für mich mit, die einem Menschen oder einer Situation manchmal die Schwere nimmt, was auch gut tun und angemessen sein kann. Über sich selbst lachen – wenn man’s kann, sehr schön.
Mein achter und letzter Wert – zu viele Werte verwirren eher und lassen mich Orientierung verlieren – ist Kreativität. Sie ist für mich Ausdruck, mein Schöpferisch-Tätigsein – in der Musik, im Schreiben, Fotografieren – einfach im Sein.

Rebecca Reinhards philosophische Position zur Frage nach Werten in einem authentischen Leben besagt, dass es wichtig sei, eine Balance zu finden zwischen „subjektiven und objektiven Werten“ (in: Spiegel Wissen, „Ich bin ich“, Ausgabe 1/2016, S. 33). Sprich Zufriedenheit und Ausgeglichenheit haben auch mit Verantwortung anderen gegenüber zu tun – Tugenden wie Verantwortung und Hilfsbereitschaft sind laut Reinhard wichtiger Bestandteil eines gelingenden Lebens.

Werte sind auch nicht in Stein gemeißelt. Ich darf immer wieder prüfen, ob der eine oder andere Wert momentan noch stimmig für mich ist, noch Sinn macht, gerade ansteht. Oder ob sich Werte nicht auch zusammenfassen lassen – unter einen „Hauptwert“. Ich kann mich von Zeit zu Zeit anderen Werten widmen – jenen, die noch Entwicklungschancen für mich bereithalten. Und ich darf mich fragen, was ich ganz konkret unter einem bestimmten Wert verstehe, welche persönliche Bedeutung dieser für mich gerade hat, wie ich und andere erkennen können, dass mein Handeln auf diesen Werten fußt. Großzügigkeit war längere Zeit ein Wert für mich – zurzeit schenke ich ihm keine besondere Aufmerksamkeit: Großzügigkeit ist für mich gerade einfach da, in meinem Leben – und fällt darüber hinaus unter Herzlichkeit im Sinne von Großherzigkeit.
Klarheit, Gemütlichkeit, Wildheit, Wachstum – es gibt noch so einige wertvolle Werte, die ich spannend finde und die sicher nochmal näher an mich heranrücken werden.

Werte Leser, habt’s gut & genießt diese herrliche Jahreszeit!

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