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Erlebtes & Belebendes

Wie kann ich mich jetzt bemuttern?

Unsere Yoga-Lehrerin warf neulich diese wunderbare Frage in den Raum. Das Wort “bemuttern” transportiert Liebe, Wärme, Geborgenheit. Und die Frage “Wie kann ich mich jetzt bemuttern?” löst in mir unmittelbar eine Fürsorge-Verantwortung mir selbst gegenüber aus.

Uns selbst – und im gleichen Zuge andere – bemuttern kann bedeuten:

sanft & tief ausatmen, etwas genießen und dabei die Augen schließen, mir selbst & anderen Komplimente machen, meditieren, dankbar sein und es aussprechen, nichts tun und zur Ruhe kommen, in der Natur sein, Ausdauer- oder Kraftsport, möglichst viele Momente mit unseren Liebsten teilen, uns selbst oder andere streicheln

 

Viel Freude dabei!

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  1. Olli

    Liebe Calli!
    Nicht einfach, aber nötig…!
    Volle Zeiten… und so schnell wird man selbst zugedeckt… und dann ist es gut sich am eigenen Schopfe zu packen und sich mütterlich etwas Gutes zu tun, eine schöne Einladung, sich dem wieder anzunähern, ohne “über-mütterlich” zu werden 🙂

    • Carolin

      Liebster Olli,

      ich danke dir & schicke auf diesem Wege ganz herzliche Grüße und ne fette Umarmung zu dir!!
      Bei uns Frauen beobachte ich oft, dass sich viel zu wenig bemuttert wird: Der kritisch-analytische Blick, “Ich muss noch dies und jenes tun” ist meist aktiv. Seltener: Dieses “Sich-in-sich-hinein-Entspannen”, etwas ziehen- und loslassen. Gestern im Yoga haben wir eine recht heftige Kriya zur Aktivierung der Lymphe und für’s Nervensystem gemacht. Da werden z. B. 10 Minuten lang die Arme seitlich parallel zum Boden gestreckt, und nach ein paar Minuten denkst du: “Was für eine Scheiße, lieber Gott lass Abend werden, oder mindere wenigstens diese Schmerzen:” Um dann zu bemerken: “Ich bin nicht mein Schmerz.” Nach der Kriya waren einige leicht benebelt, high – das “Alltägliche” rückte plötzlich in weite Ferne – dieses permanente Müssen war weit weg & “für die Füße”;-).
      Was ich sagen will: Ein “Über-mütterlich-Werden” beobachte ich so gut wie nie – wobei ich nicht genau weiß, was du darunter verstehst. Wir dürfen uns ruhig beglucken;-), finde ich!

      Alles Liebe Olli,
      deine Calli

  2. Liebe Carolin,

    deine Betrachtungsweise zu dem Wort bemuttern finde ich sehr, sehr schön.
    Ich habe es immer “mich selber und andere nähren” genannt. Bemuttern gefällt mir besser. Da steckt Muttern drin und sagt so viel aus.
    Danke für diese neue, schöne Wortschöpfung.

    Alles Liebe
    Gwynnefer

    • Carolin

      Vielen herzlichen Dank, liebe Gwynnefer!

      Ich finde den Ausdruck auch ganz wundervoll, wobei ich ihn wie gesagt bei meiner Yoga-Lehrerin aufgeschnappt habe.
      Ich stelle fest: Es gibt Wörter, die machen etwas mit einem – es tut mir gut, das Wort “Ruhe” oder “Geduld” laut und bewusst auszusprechen. Das Wort “Bemuttern” und das was es impliziert lösen bei mir ähnlich wohltuende, entschleunigende Reaktionen aus.

      Also, auf dass wir uns (mehr) bemuttern – das kommt allen zugute:-)!

      Herzlichst,
      Carolin

  3. Brigitta

    Liebe Carolin,

    lieb, dass du in einer mail mich auf das BEMUTTERN aufmerksam gemacht hast, danke hierfür!

    Fürwahr ein Wort, das auch in mir ein Wohlgefühl auslöst. Wenn mich jemand bemuttert – auch wenn ich selbst der jemand bin – , dann kann ich mich fallen lassen, mich hegen, umsorgen und pflegen lassen, mich herzen und knuddeln lassen, dann ist da jemand, der mir meine Wünsche von den Augen abliest, der auf meine Bedürfnisse eingeht, mich tröstet und mich bei Scheitern liebevoll in den Arm nimmt, der mich stärkt und bestärkt – also jemand, der in jeder Lebenslage für mich da ist. Wie eine Mutter eben zu ihrem Kind ist.

    Ich glaube, dass das Bemutterrn von uns selbst besonders wichtig ist, denn wenn wir dies tun, sind wir für unser inneres Kind da und dieses Bemuttern ist Labsal für seine Seele. Es bekommt all die Liebe, Hingabe und Fürsorge, die es vielleicht in seiner Kindheit schmerzlich vermisst hat, weil Eltern oder andere Erwachsene nicht in der Lage waren, ihm dies zu geben.

    Durch diese Hinwendung zu sich selbst entsteht Kontakt zum inneren Kind und zu seiner Heilung, denn wir sind in der Kindheit alle nicht “satt” geworden an Liebe, Aufmerksamkeit und Anerkennung. Dies erhielt man meistens nur durch “Leistung” und Anpassung an die Erwachsenenwelt.

    Das Wort BEMUTTERN beeinhaltet Eigenliebe und es ist schwierig genug für viele Erwachsene, sich selbst zu lieben; haben sie doch in der Kindheit oft genug gehört, dass sie so, wie sie sind, nicht sehr liebenswert sind.

    Aber als Erwachsener darf jeder die Verantwortung für sich und sein Wohlbefinden übernehmen. Dazu gehört auch das Bemutterrn, das liebevolle Kümmern um sich selbst.

    Ich bemuttere mich gerne, bin gerne lieb zu mir und lote genau aus, was mir denn in der jeweiligen Situation guttut.

    Mein Mann hat mir hierzu ein wunderbares Geschenk gemacht: er malt und er hat mir ein wunderschönes Bild gemalt mit dem Untertitel: WARST DU HEUTE SCHON GUT ZU DIR?

    Zu diesem Thema gibt es ein wunderbares Lied von Monika Cyrani aus ihrem Live Album “Alles ist in mir”: ich nehm’ mich in die Arme.

    Dir wünsche ich einen schönen restlichen Abend und sende dir liebe Herzensgrüße,

    Brigitta

    • Carolin

      Liebe Brigitta,

      das war jetzt auch Labsal für die Seele, deine Zeilen zu lesen. Herzlichen Dank dafür!
      Dieses “Nicht-satt-geworden-Sein” ist tatsächlich für viele ein Thema. Ich habe sehr viel Liebe von Eltern & Geschwistern bekommen – dafür bin ich sehr dankbar. Und gleichzeitig hat mein Bruder Claus bzw. haben seine Schwierigkeiten viel Raum und Aufmerksamkeit eingenommen.
      Wie auch immer: Bemuttern, uns Liebevolles und Gutes zukommen lassen können wir tatsächlich bis ins hohe Alter erlernen.
      Schön auch das Präsent deines Mannes!

      Nun hab’s gut,
      herzlich grüßt dich Carolin

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