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Erlebtes & Belebendes

Von Lebenszyklen, Krisen und Veränderungen

Viele Menschen haben Angst vor Veränderung. Ich vermute, wir alle fürchten bestimmte Umbrüche im Leben: Trennungen, Verluste, hormonell und zyklisch bedingte Veränderungen, den Tod.

Heute möchte ich mit Euch Erkenntnisse, die ich in meiner Yoga-Ausbildung sammle, teilen. Gleich zu Beginn eine kühne These: Aus yogischer Sicht ändert sich nach 7 Jahren dein Bewusstsein, nach 11 Jahren deine Intelligenz und nach 18 Jahren dein ganzes Leben. Wie konkret diese Zahlen und Intervalle zustande kommen, vermag ich an dieser Stelle nicht zu sagen – ich schmeiße sie einfach in den Raum. Denn entscheidend ist, dass das Leben Veränderungen unterliegt – wie heißt es so schön?

Veränderung ist die einzige Konstante im Leben, das einzige, auf das du dich wirklich verlassen kannst.

Demnach gibt es Lebenszyklen & -rhythmen, die unser aller Leben gestalten.

Oft gehen Übergänge in etwas Neues mit Krisen einher – der neue Bewusstseinsschritt will vorbereitet werden. Krisen sind Transformationsprozesse, die in der Regel schmerzhaft ablaufen und uns am Ende – gesund überstanden – mit mehr Stärke ausrüsten und uns weiser machen können. Bei den Yogis heißt es, Krisen sollten weder vermieden noch krampfhaft aufgesucht werden. Ein manches Mal erleben wir auch nur ein leichtes „Geruckel“, keine handfeste Krise. In dem einen oder anderen Fall darf ich mich fragen:

Welche Themen habe ich mir noch nicht angeguckt?

Das Anschauen der eigenen Themen ist eine großartige Chance, doch oft blockieren wir hier, sind nicht dafür bereit.

Viele Menschen versuchen die Veränderung zu vermeiden. Wir alle haben Widerstände und Vermeidungsstrategien, um uns nicht zu konfrontieren. Unsere Yoga-Ausbilderin benutzte kürzlich folgendes Bild: Es ist als würden wir einen Gullideckel herunterhalten und unsere gesamte Energie darauf verwenden, diesen unten zu lassen.

Es gibt viele Methoden, sich unbewusst zu machen: rauchen, trinken, Drogen, wenig Schlaf, auch streiten. Wenn ich mir ein bestimmtes Thema über längere Zeit nicht angeguckt habe, kommt die Krise auch oft in Form einer Krankheit.

Jetzt wird’s noch mal spannend und für den einen oder anderen wohlmöglich befremdlich: Weiterentwicklung und Bewusstwerdung bedürfen eines durchlässigen Unterbewusstseins. In der Regel hat sich in unserem System viel Ungeklärtes aufgestaut: innere Muster, veraltete Glaubenssätze und Konditionierungen. Das Unterbewusstsein ist bildlich gesprochen verstopft. Um dieses durchlässiger zu machen, zu reinigen und somit immer bewusster zu werden, können verschiedene Methoden angewandt werden: Meditation ist eine wunderbare Möglichkeit, um sich vom Alltags-Bewusstsein immer mehr in Richtung unseres höheren Bewusstseins zu bewegen; das nächtliche Träumen gehört dazu, möglicherweise – und je nach Geschichte & Situation –  macht auch Psychotherapie Sinn, um unserem System Luft zu verschaffen; durch das  Älter-Werden, das Leben in und durch meinen Lebensrhythmus, wird unser System automatisch gereinigt.

An dieser Stelle noch ein paar abschließende Worte zur Krise: Im Krisenmodus ist es wichtig, sich zu erden: kochen, gut und bewusst essen, aufräumen, spazieren-gehen, Gartenarbeit – all dies kann helfen, um durch eine Krise nicht „weggepustet“ zu werden. Wenn du jemandem in der Krise helfen willst, muss ein Bein festen Boden haben – dieses Bild kannst du auch auf dich selbst anwenden.

Ich wünsche uns allen einen wachen Geist und ein weites Herz, um auch stürmischen Zeiten mit Wohlwollen, Weitsicht, einer gewissen Gelassenheit und Liebe zu begegnen.

 

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  1. Katinka

    meine geliebte Schwester!

    vielen Dank für deine Zeilen, die mir neues yogisches Wissen eröffnen – du weißt ja, ich hab’s mit Zahlen ;o) – und so habe ich für mich feststellen dürfen, daß das mit den 18 und den 7 Jahren durchaus hinkommt: Vor 18 Jahren begann das Ende der Rotterdam-Phase, und vor 7 das der Etepetete-Phase…
    Was die 11 betrifft: hm?!

    Wie hilfreich und bereichernd für mich, daß du diese Ausbildung machst und uns teilhaben läßt, und daß wir uns haben!

    Kuß, Schwesterherz

    • Carolin

      Ja, Maus – ich freu mich auch sehr darüber, dass wir 2 uns haben! Und dass ich die Ausbildung mache! Wenn du’s mit Zahlen hast – im Übrigen kenne ich niemanden, der mit bald 50 noch die Telefonnummern von Freundinnen aus der Grundschulzeit im Kopf hat – wäre sicher Karam Kriya etwas für dich: ‚die Kunst und Wissenschaft angewandter Numerologie‘.
      Die 11 finde ich auch schwierig. Dass sich alle 7 Jahre etwas tut – das kann ich für mich auch bestätigen.
      Nun wünsch ich dir eine schöne Wochenmitte & uns beiden morgen ein erfolgreiches Konzert.
      Auch Kuss, deine Schwester

  2. Carolin

    „Wechsel ist das Los des Lebens und es kommt ein neuer Tag“ – dieses Fontane-Zitat schrieb mir meine Freundin Karo heut. Ich wollte es mit Euch teilen.

    Gute Nacht an alle,
    Eure Carolin

  3. Liebe Carolin,

    Das Unterbewusstsein durchlässiger zu machen ist auch etwas, mit dem ich mich seit Anfang des Jahres beschäftige. Ich habe angefangen einen Kurs in Wundern zu lesen und zu praktizieren und seit mehreren Jahren meditiere ich jeden Tag. Es ist jedoch nicht immer einfach zu spüren, wann mein Unterbewusstsein durchlässig ist und wann nicht. Selbst in dem Prozess an sich, ist es schwierig die Weiterentwicklung zu spüren.
    In Krisen ist das anders. Man weiß sehr genau, wann man in einer Krise steckt und versucht aktiv rauszukommen. Rückblickend hat uns diese Krise geholfen und uns gestärkt.
    Im Alltag jedoch kommt die Durchlässigkeit des Unterbewusstseins schleichend. Ich merke immer wieder, dass ich meine Gedanken bewusster wahrnehme und sie dadurch auch leichter lenken kann. Doch diese Wahrnehmung hat gedauert und kam schleichend in meinen Alltag.

    Somit ist das konstante Üben der Meditation, Yoga ein lebenslanger Prozess, dem man immer wieder neu nachgehen muss. Immer wieder muss man an der Durchlässigkeit des Bewusstseins üben und sich dem hingeben, was gerade ansteht.

    Ein sehr spannendes Thema.
    Vielen Dank für Deine Gedanken.

    Alles Liebe,
    Marisa

    • Carolin

      Danke dir herzlich, Marisa! Über das was du geschrieben hast, habe ich heute auf einer längeren Autofahrt nachgedacht. Wie & wann merke ich, was sich auch auf unterbewusster Ebene tut, wann und ob sich wirklich etwas in meinem System verändert?
      Ich fand es nachvollziehbar, dass du geschrieben hast, du könntest deine Gedanken zunehmend besser lenken; auch sei das ganze – unterbewusst durchlässiger werden – ein schleichender Prozess.
      Mir ist noch etwas aufgefallen, dass sich vermutlich der Ratio ein Stück weit entzieht: Ich spüre, dass zunehmend Menschen und Situationen zu mir kommen, die – ich formulier’s mal so – gewissermaßen „passen“: Zum Beispiel wird mir Hilfe zuteil, um die ich nicht explizit gebeten habe, die mir jedoch total gut tut; oder ein Termin wird abgesagt in einem Moment, in dem ich Ruhe so wunderbar gebrauchen kann. Ich bin mir sicher, dass ich diese Erfahrungen aufgrund der Yoga- & Meditationspraxis machen darf.
      Vielleicht kennst du das Modell der zehn Körper: Im Yoga wird davon ausgegangen, dass wir nicht nur aus unserem physischen Körper bestehen, sondern darüber hinaus aus drei geistig-mentalen und sechs Energie-Körpern. Der zehnte Körper ist der sog. Ausstrahlungskörper, welcher wie die Aura direkt mit dem Nervensystem zusammenhängt. Der Ausstrahlungskörper ist sozusagen unsere äußerste Hülle. Ich vermute, dass dieses „Konzept“ für manch einen sehr wenig greifbar und ggf. „abgehoben“ klingt, doch die Realität, meine Realität zeigt mir, dass es spürbar Ebenen gibt, die sich unserem Verstand entziehen und wenig greifen lassen, dennoch „da sind“ und wirken.
      Zurück zum zehnten Körper: Es heißt, bei einem starken Ausstrahlungskörper arbeitet deine Anwesenheit für dich – das was ich oben beschrieben habe. Und neben der zunehmenden Klarheit und Kraft und dem immer selteren „Hohldrehen“, wenn mich bestimmte Emotionen, allen voran Angst, heimsuchen, wird mir ein Durchlässiger-Werden eben genau durch dieses „Anziehen mir zuträglicher Dinge und Menschen“ bewusst.

      Ich hoffe, ich konnte mich trotz des etwas „abgefahrenen Inhalts“ klar ausdrücken.

      Alles Gute wünsche ich dir!

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