den-wald-vor-lauter-baeumen-nichtGerade aus einer Yogastunde kommend möchte ich heute gerne etwas mit Euch teilen. Die Yogalehrerin Dorte Strehlow begann die Stunde mit der Frage, wie es uns dieser Tage ginge, wie wir die vorweihnachtliche Zeit erleben. Was letzteres betrifft hieß es ganz oft: „Schön doch anstrengend“. Ich vermute, dass gerade dieses „anstrengend“ viele betrifft, dass ein jeder viel zu tun hat und sich höchstwahrscheinlich mehr zumutet und aufhalst als es ihm tatsächlich gut tut.

Dorte meinte, es sei in der Tat eine große Herausforderung, in diesen letzten Wochen des Jahres in die Ruhe zu kommen und in der Ruhe zu bleiben. Sie habe in ihren Kursen die letzten Tage sehr gute Erfahrungen damit gemacht, in diese Ruhe zu gehen. Das konnte ich in der heutigen Yogastunde auch wunderbar wahrnehmen – einen Ort des Friedens inmitten toller Frauen, die allesamt viel um die Ohren haben und sich dennoch oder gerade deshalb auf sich und ein friedvolles Miteinander einließen. Ehrlich, teilend und schöpferisch zusammenzukommen ist dieser Tage, in denen es im Kleinen und Großen oft sehr turbulent zugeht und wahnsinnig viel um uns herum geschieht, eine sehr wohltuende, uns stärkende Erfahrung.

Insbesondere auch das gemeinsame Singen von Mantren tat uns ungemein gut. Auch in meinen Musiktherapiestunden mache ich die Erfahrung, dass das Mantren-Singen mich und auch meinen Klienten zentriert. Es transportiert für mein Empfinden Wärme und Geborgenheit und fokussiert den Geist, so dass die vielen uns mitunter auch nicht zuträglichen Gedanken mal beiseite geschoben werden können. Welche Wohltat, gerade dieser Tage! Im Yoga heißt es auch, dass das (Mantren-) Singen das Kehlchakra stimuliert und balanciert: Wir üben uns darin, immer klarer unsere Bedürfnisse zu kommunizieren, „vom Herzen aus“ zu sprechen – etwas, das den meisten Menschen in unserer Gesellschaft meines Erachtens sehr schwer fällt.

Ich kann Euch nur ans Herz legen, Euch sowohl immer wieder Zeit für Euch selbst einzuräumen, um beispielweise zu meditieren oder spazieren zu gehen (das kann man auch kombinieren!), als auch Räume für Euch nährende Begegnungen aufzusuchen.

Dorte erwähnte schmunzelnd, sie habe neulich eine Mail mit den ehrlich gemeinten Worten „Ich wünsche dir eine ruhige & gesegnete Weihnachszeit“ geschlossen und kam sich anschließend kühn, schon fast provokativ vor.

Was ich Euch wünsche: ein für Euch stimmiges „In-die-Ruhe-Finden“, immer mal wieder, und: wache und gleichzeitig sehr zarte, weiche Momente!

Herzliche Grüße,

Carolin