seisofrei-lebenskunst

Erlebtes & Belebendes

Immer schöner lieben

Woher weiß ich, dass ich gerade liebevoll mit mir selbst umgehe? Ich spüre es. Mich macht es weit, frei, wohlig. Und ich es spüre es, wenn ich ehrlich bin, auch genau, wann dies nicht der Fall ist: Wenn ich über einen allerersten, körperlichen Impuls, ein klares Ja oder Nein, “drüber bürste” und mir mein Verstand etwas anderes einbläuen will.

Liebevoll mit mir selbst umgehen hat für mich damit zu tun, dass ich mich nicht schuldig fühle, wenn es mir gut geht oder ich Freude am Leben habe. Es zeigt sich dann, wenn ich mir das Recht zugestehe, glücklich zu sein, auch wenn die Menschen in meiner Umgebung gerade nicht so gut dran sind oder sich unglücklich fühlen. Wenn ich es schaffe, um Hilfe zu bitten – was mir nicht immer leicht fällt, so weiß ich: Dies ist ein Moment, in dem ich mir Liebe schenke.

Mein Bruder sagt, ich baue ihn immer so schön auf. Das mache ich von Herzen gern, und gleichzeitig erlaube ich mir auch, wenn er sich ein Telefonat mit mir wünscht, „Nein, heute nicht, doch gerne ein andermal“ zu erwidern. Das hätte ich mir vor einigen Jahren noch nicht zugestanden. Seine eigenen Bedürfnisse hin und wieder hintan zu stellen, sich in den Dienst für den anderen zu stellen, können wunderbare und wichtige Erfahrungen sein.

Ich finde, es wird dann unangemessen und sowohl für mich als auch den anderen schwierig, wenn ich aus einem Pflicht- oder Schuldgefühl heraus agiere oder weil mich jemand entsprechend beeinflusst hat. Wenn ich hingegen das, was ich für andere tue, freiwillig und freudig tue – aus einer liebevollen Haltung zu mir selbst heraus, nimmt Liebe exponentiell zu. Ich lerne: Ich kann nur geben, wenn ich aufgefüllt bin. Alles was ich an Überfüllung habe, kann ich dann rausgeben. So stelle ich mir immer wieder die Frage: „Was würde ich jetzt tun, in diesem Augenblick, wenn ich mich selbst wirklich lieben würde?“

Schöne, nackte Liebe erfahre ich, wenn ich mich aufrichtig für andere freue, wenn diese neue Seiten an sich entdecken oder in irgendeiner Form wachsen – und ich keine Angst habe, wie sich das auf mich auswirken könnte. Manchmal schäme ich mich im Nachhinein, wenn ich einer mir nahstehenden Person gegenüber missionarisch aufgetreten bin („Dieser oder jener Schritt könnte dir auch gut tun!“) – meist dann, wenn ich selbst noch am Einüben neuer Muster war und dabei eher mich als den anderen im Fokus hatte. Oder es tut mir im Nachhinein leid, wenn ich zu hart, zu kritisch, verletzend war oder bin.

Doch sich wirklich selbst lieben heißt: Erkennen, dass offenbar genau dieses Verhalten zum jeweiligen Zeitpunkt das richtige war. Dass es meistens – auch wenn oft erst zu einem späteren Zeitpunkt erkennbar – aus einer Haltung von Liebe heraus geschah. Es musste so sein! Entwicklung läuft keinesfalls linear, hin und wieder stoßen wir eine geliebte Person vor den Kopf. Während wir uns neu erproben, schlägt das Pendel manchmal zu stark in eine Richtung aus, was auch für das Umfeld irritierend oder unangenehm sein kann.

Lieben, sich und andere heißt: Immer weicher werden, mit mir und anderen. Verletzlichkeit zulassen. Tränen lassen. Etwas lösen. Im Kern heißt Lieben für mich: immer mehr lassen. Für den anderen das zu wollen, was dieser für sich will, und ihn sein lassen, wer er wirklich ist – selbst wenn das bedeutet, ihn frei zu geben. Es heißt nicht, dass wir versuchen, ihn nach unseren Vorstellungen zu formen. Je mehr ich dies erkenne und lebe, umso schöner und reicher werden meine Tage. Ich kann aus mir heraus, unabhängig der äußeren Irrungen und Wirrungen, glückselig sein. Diese Erfahrung ist Gold wert. Und auch wenn’s pathetisch klingt: Je offener ich bin, um zu empfangen, umso stärker schüttet das Leben sein Füllhorn über mich aus.

Wenn jemand anders dich drängen will, zu tun, was er sagt, dann mache dir klar, dass dahinter vor allem seine Ängste stehen. Wenn ich in der Vergangenheit den Rat erhielt, „Geh damit doch mal zum Arzt“, ich tief in mir jedoch wusste, dass dies nicht der passende Schritt für mich war, so ließ ich mich entweder überreden oder ich hatte ein schlechtes Gewissen, wenn ich den Besuch beim Arzt vermied. Heute könnte ich in entsprechender Situation den Rat beim andern lassen, mich bedanken, dass er sich um mich sorgt, und gleichzeitig mit reinem Gewissen den für mich passenden Schritt wählen.

Eine für mich wichtige Voraussetzung einer lebendigen Beziehung ist die Haltung von: „Ich habe bereits alles, was ich brauche.“ Ich mache mir immer wieder bewusst: Ich bin nicht für die Gefühle und das seelische Wohlbefinden anderer verantwortlich. Je freier, unabhängiger und zentrierter ich werde, desto einfacher wird es für mich auch, immer tiefer und schöner zu lieben.

Ich schließe mit einem Zitat von Yogi Bhajan, das aus meiner Sicht nochmal betont, dass wir auch Fehler machen (dürfen), wenn und während wir lieben:

Es gibt drei Dinge im Leben zu tun: Lieben, Lernen und Leben. Nur zu lieben reicht nicht  – Liebe ist nicht alles. Wenn du nicht lernst, kannst du nicht lieben – du wirst Fehler über Fehler machen und durch eine Neurose nach der anderen gehen. Liebe, lerne und lebe!”

Nelke, Zimt und Sandelholz

Hier noch ein paar “Öle-Inspirationen”, sehr gut geeignet in diesen Tagen, wie ich finde:

🔥Nelke:
– Unterstützt dich dabei, wenn du neue Muster kreieren, etablieren möchtest.
– Hilft, aus der „Opferrolle“ herauszutreten, um wieder in deine Kraft zu kommen.

„Öl der Abgrenzung“: Hilft dir, dein „Nein“ stark nach außen zu vertreten.
– Unterstützt dich dabei, dein Energieniveau zu heben.
– Stärkt dein Selbstvertrauen
– hilft bei Zahnweh, Magen-Darm-Beschwerden, Verdauungsstörungen und Verstauchungen.
– nervenstärkend, sexuell anregend, harmonisierend und konzentrationsfördernd.

🥞Zimt:
– für wärmende Massagen an kalten Wintertagen.
stark antiseptisch, durchblutungsfördernd, kreislaufanregend.
– Bei Appetitlosigkeit und auch „Süßhunger-Attacken“, Infektionskrankheiten, Kreislaufschwäche, Menstruationsbeschwerden; zur Zahnpflege.
– Bei nervlicher Erschöpfung, Gefühlskälte, Unausgeglichenheit.
– schenkt Inspiration, verleiht Kreativität.

🦉Sandelholz:
– ein wunderbares Meditationsöl: erdend und erhebend zugleich; schafft Verbindung zur „inneren Weisheit“
– fördert eine gesunde, glatte Haut.
– Schafft Linderung bei trockener, juckender und unreiner Haut.
– schleimlösend, antiseptisch, krampflösend, entzündungshemmend
– bei Asthma, chronischer Bronchitis, Husten.
– nervenberuhigend, erotisierend, euphorisierend, gedächtnisstärkend, stimmungsaufhellend.

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Vetiver, Rose und Lavendel

Heute möchte ich Euch 3 Öle vorstellen, die mir dieser Tage Gutes tun:

🌹Rose:

ummantelt mich sehr sanft, an “rauhen” Tagen, schlechter Laune, vor & während der Menstruation

– bei Menstruationsbeschwerden, PMS, Herzklopfen, auch Kopfschmerzen

– wirkt beruhigend, depressionsmildernd, erotisierend

– heilt das Herz bei Liebeskummer, Melancholie, nervösen Spannungen

– Ich gebe es auch direkt auf die Gesichtshaut (Augenpartie), sehr angenehm.

 

🌱Vetiver:

– wirkt auf mich extrem erdend (ähnlich wie Zeder) und beruhigend; wunderbar vor’m Schlafengehen (auf die Fußsohlen geben)

– wärmend, stimmungsaufhellend, stabilisierend

– bei Durchblutungsstörungen, Unregelmäßigkeiten im Blutdruck, Verstauchungen; zur Hautpflege

– ein Öl, welches dich stark mit der Natur verbindet (auch nutzbar in schamanischen Kontexten, bei erdverbundenen Ritualen.)

 

🌿Lavendel:

– ein “Alleskönner” (könnte ich nur ein ätherisches Öl besitzen, wäre es Lavendel)

– bekannt für seine beruhigenden und entspannenden Eigenschaften

– ein äußerst beliebtes Erste-Hilfe-Mittel (aufgrund seiner antiseptischen und entzündungshemmenden Eigenschaften, bei Schnitten oder Verbrennungen).

– ein Öl, welches für ehrliche Kommunikation steht und dir dabei hilft, dich wahrhaftig auszudrücken.

– Lavendeöl steht uns zur Seite, wenn wir uns ungeliebt, blockiert, unsicher fühlen.

 

Bei Fragen zu den Ölen oder wenn Ihr beraten werden wollt, welche Öle für Euch dieser Tage Sinn machen, kontaktiert mich gern!

 

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Sich mit lichten Dingen umgeben

Es freut mich sehr, dass unser Sohn wieder faltet. Nach einer längeren Pause greift er nun immer mal wieder zum Origami-Papier und faltet meines Erachtens sogar besser, akkurater als zuvor. Engel und Stern sind gerade fertig geworden.

Insbesondere dieser November- & Dezembertage tut es gut, sich mit schönen, lichten Dingen zu umgeben, sich zu nähren und es sich heimelig zu machen. Engel und Stern passen gerade wunderbar in den Tag, und in die Nacht.

Wer ein Faltobjekt käuflich erwerben möchte, der möge mich gerne anschreiben!

Ich wünsche uns allen wunderschöne Tage, selbst wenn der November-Blues uns hin und wieder heimsuchen sollte.

Ganz herzliche Grüße sendet Euch, Carolin

Das was aus dir kommt

Erfolg ist nicht das, was auf deinem Bankkonto liegt, oder eine Position, in der du besonders wichtig bist und dich hinter Titeln und dem Erfolg deiner Eltern verstecken kannst. Erfolg ist in meiner Welt das, was aus dir kommt. Wenn du für eine Sache brennst und damit für die Jammerei in deinem Umfeld taub geworden bist. Wenn du dein Leben mit jedem Atemzug genießt, weil du aufgewacht bist und erkannt hast, dass du das Zahnrädchen in der Geschichte vieler anderer Menschen sein kannst – und das wunderbarerweise mit dem, was du liebst.”

(aus: “Unbox your life”, Tobias Beck, S. 35,36)

Pflanzenschätze und Helferlein

Zurzeit sind meine ätherischen Öle im Dauereinsatz. Meine Favoriten dieser Tage sind erdige, holzige, wärmende Substanzen wie Zeder und Sibirische Tanne, außerdem Geranium (Rosengeranie), ein wunderbares „Herzöl“, sowie Wild Orange und Copaiba.
Zeder, laut keltischem Horoskop MEIN Baum😊, liebe ich sehr, mittlerweile auch den speziellen Duft. Es hilft mir, mich zu erden, wirkt sehr beruhigend und nährt Körper, Geist und Seele. Bei lokaler Anwendung auf der Haut wirkt es klärend und reinigend.
Sibirische Tanne, ein hoher, heller Nadelbaum, der in Russland und Kanada heimisch ist, hat einen erfrischenden, holzigen Duft und ist bekannt für seine beruhigende und entspannende Wirkung. Ich kombiniere es sehr gern im Diffuser mit Rosmarin und Wild Orange.
Geranium, das Öl für Liebe und Vertrauen, unterstützt emotionale Heilung und Vergebung, Offenheit und Toleranz. Es ist außerdem bekannt für seinen Anti-AgingEffekt – ich nutze es auch in meiner Gesichtspflege.
Ich kenne niemanden, der Wild Orange nicht mag: Es duftet fantastisch: süß, fruchtig und lecker. Das Schöne: Wild Orange-Öl, aus der Schale der Orangen gewonnen, entspannt UND belebt gleichermaßen. Für mich transportiert es außerdem Leichtigkeit. Auch stärkt es das Immunsystem während der kalten Jahreszeit. Ich nehme des öfteren 2 Tropfen in eine Kapsel gefüllt ein.
Copaiba, gewonnen aus dem Harz des Copaiba-Baumes, ist ein wahrer Schatz: Es ist enorm kraftvoll für Körper, Geist und Seele und bekannt für seine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem. Ich nutze es in Zuständen von Angst und Überforderung.
Wer Fragen dazu hat oder daran interessiert ist, Öle von doTERRA zu erhalten, kann mich herzlich gerne kontaktieren. Ich berate Euch gern!

*Werbung ohne Auftrag

Faltfieber

Origami-Faltkunst unseres Sohnes – ich freu mich riesig, dass er das Falten wieder aufgenommen hat. Talente dürfen auf die Straße gebracht werden. Daran möchte ich immer wieder erinnern und auch dazu ermutigen.

Unterstützt Eure Kinder dabei, beim Ausleben welcher Gabe und in welcher Form auch immer!

Die Faltobjekte können käuflich erworben werden – kontaktiert mich, wenn Ihr Interesse habt!

An den Ergebnissen erkennst du deine Absicht

Heute möchte ich “außer der Reihe” auf meinen aktuellen compassioner-Artikel aufmerksam machen: Die Welt gibt dir Feedback. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Thema bei vielen Resonanz findet, daher teile ich ihn hier.

Das Leben schenkt uns unentwegt Feedback. Die Welt kann zu einem großen, lehrreichen Spiegel werden, wenn wir uns trauen, hineinzublicken und wenn wir bereit sind, niemanden außer uns selbst für die eigenen Lebensumstände verantwortlich zu machen.

Viel Freude & Erkenntnisse beim Lesen, eine schöne Herbstzeit und alles Gute!

Die Welt gibt dir Feedback

Geschichten über mich und andere

Ich beschäftige mich dieser Tage intensiver mit dem Possibility Management. Dieser Ansatz kann dir dabei helfen, ungewohnt neuartig zu denken und Veränderungen zu initiieren. Es gibt die Möglichkeit, für sich selbst die sog. SPARKs – Übungen bzw. Experimente – zu machen, oder an mehrtägigen, transformatorischen Trainings teilzunehmen. Heute möchte ich zwei SPARKs vorstellen, die sich der Thematik Beziehung und Entwicklung in Beziehungen widmen.

Los geht’s:

“Du kannst verändern, wer du bist, indem du die Geschichten anderer Menschen über dich veränderst.”

Das fand ich spannend und fragte mich: Wie geht das? Eine Überlegung vorweg, vielleicht kennt Ihr das auch: Ihr seid der Meinung, ihr hättet eine bestimmte Entwicklung vollzogen, ein spezielles immer wieder kehrendes Thema nun endlich durchgekaut und verdaut, und dennoch begegnet Euch im Außen immer noch derselbe Käse – in Form von den gleichen unerwünschten Situationen und Reaktionen Eurer Mitmenschen. Der Beweis, dass du dich tatsächlich geändert hast, wird sich darin zeigen, dass andere Menschen auch anders auf dich reagieren. So liegt es an dir selbst, zu ändern, auf welche Weise dich deine Mitmenschen wahrnehmen, indem du die Geschichten veränderst, die sie über dich erzeugen. Um die Geschichten über dich zu verändern, musst du deinen Mitmenschen nun also neue Beweise liefern, und hierfür ist es erforderlich, dass du einige Eigenschaften deines Wesens wirklich änderst.

Ich erinnere mich an ein gemeinsames Essen mit meiner Herkunftsfamilie im Sommer 2016, als ich auf meinen Erfolg – es erschien gerade mein erster Artikel im Online-Magazin compassioner – anstoßen wollte. Allein das Wort “Erfolg” hat die eine oder andere Irritation hervorgerufen. Erfolg ist kein Begriff, der in meiner Familie oft benutzt wurde, oder anders: Auf Erfolg im engeren Sinn – Karriere, materieller Natur – wurde nie sonderlich großen Wert gelegt. Auch wenn ich mich noch etwas ungelenk fühlte beim Heben meines Glases, so war es doch ein schöner, spielerischer Moment, der seine Wirkung zeigte. A propos spielerisch: Du denkst vielleicht, hm, Wesenseigenschaften ändern, gar nicht so leicht, bin ich denn dann noch authentisch? Sieh das Ganze doch als bewusstes Theater, sprich zeig dein neues Verhalten als Theater – zum Zweck deiner eigenen Entwicklung. Das denke ich immer mehr: Warum oft so bierernst und immer gleich? Mir macht es Spaß, mit Rollen und Erwartungen zu spielen und nicht immer dasselbe Verhalten an den Tag zu legen. Im Possibility Management heißt es, du musst dich dazu verpflichten, eine Wesenseigenschaft zu verändern.

Mittlerweile reagiert mein Umfeld ganz eindeutig anders auf mich als noch vor 2,3 Jahren: Bestimmte Kontakte schlafen, andere sind von meinem Radar verschwunden, neue Menschen sind hinzugekommen, einige Verbindungen zu schon lange bestehenden, liebgewonnenen Menschen sind deutlich tiefer und intensiver geworden. Auch werden andere Themen und Fragen an mich herangetragen, ich werde viel öfter zu mir wirklich am Herzen liegenden Themen befragt, so z. B. zum Kundalini-Yoga und zu meinen ätherischen Ölen.

Hier ein Vorschlag, ein Experiment zu wagen: Du kannst bei einem Verhalten, das du ablegen möchtest, genau das gegenteilige Verhalten an den Tag legen und im Alltag mit Situationen spielen. Natürlich bedeutet das anfangs Herzklopfen und gefühlt eine große Risikobereitschaft, doch es beinhaltet starkes Transformationspotenzial. Laut sein wo du sonst leise bist. Sprechen wenn du normalerweise in der Zuhörerrolle bist. Bewusst nicht lächeln, wenn dir nicht danach ist und du es für gewöhnlich tust.

Der andere SPARK, der mich umtrieben hat die vergangenen Tage, lautet:

“Du kannst Menschen verändern, indem du deine Geschichten über sie veränderst.”

Mindestens genauso interessant. Auch das kennen wir sicherlich alle: Wir erzählen uns – in Form eines inneren Monologes oder auch im Austausch – stets dieselben Geschichten über Menschen, die wir gut zu kennen glauben. Wir stecken Menschen mit Vorliebe in Schubladen und sind oft viel zu bequem, um sie dort wieder herauszuholen – selbst wenn es noch so offensichtlich ist, dass es hier Neues zu entdecken gibt. Wir halten diese immergleichen Geschichten, die wir über andere erzählen, für wahr. Sprich die Art, wie ich eine andere Person erlebe, wird zwangsweise über meine Geschichten über diese Person beschränkt. Wenn wir davon ausgehen, dass JEDE Geschichte, die ich erfinde, auch als “wahr” bewiesen werden kann, so kann ich auch neu erfinden, wie Menschen sind, indem ich Geschichten neu erfinde, die ich über sie erzeuge. Klingt erstmal schräg und wirft Fragen auf. Doch auch mit diesem Ansatz lässt sich kreativ und spielerisch experimentieren, ohne dass ich mir untreu werden muss. Indem ich Beweise finde, mit denen ich eine neue Geschichte über jemanden stütze, ist diese Person verändert!

Gerade über Menschen, über die ich Geschichten erfunden habe, die tendenziell negativ besetzt sind, kann ich nun beginnen, Neues zu erzählen. Ich kann neue Aspekte am anderen beobachten und bemerken und wiederholt diese neuen Geschichten – auch Dritten gegenüber – erzählen. In diesem Prozess verändert sich auch meine innere Wahrnehmung. Ich habe mir vorgenommen, Menschen immer wieder neu zu sehen – ich glaube, das wird meinem Gegenüber zum einen gerechter, wenn wir bedenken, dass Menschen komplexe und auch widersprüchliche Wesen sind; zum anderen erhebe und ermächtige ich uns beide, wenn ich den anderen in seiner Größe und Vielfalt betrachte.

Wer Lust hat, mehr zu experimentieren, den möchte ich herzlich dazu einladen – ich mache mit und freue mich über Austausch!

Sich und seinen Fokus schützen

Kundalini-Yoga hilft mir enorm, in meinem Alltag einen Anker und Fokus zu finden. Es ist interessant zu beobachten, wie überreizt und übererregt sich heutzutage viele Menschen durch’s Leben bewegen. Mich selbst oft eingeschlossen. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, während dieser Beobachtungen, wenn es mir also bewusst wird, erst recht langsam zu werden, innerlich zu lächeln oder aufmunternd in ein gestresstes oder ängstliches Gesicht zu schauen.

Letzteres kann nicht jeder nehmen, manch einer reagiert irritiert oder überfordert – suchen wir meiner Erfahrung nach, und ich vermute auch evolutionär bedingt, doch stets nach gleich-schwingenden Emotionen. Die meisten Menschen freuen sich jedoch über ein Lächeln und werden für einen Moment wieder aufmerksam und wach, so mein Erleben.

Wir alle tragen Wunden und Entwicklungstraumata in uns, so dass unsere Selbstregulationsfähigkeit natürlich oft zu wünschen übrig lässt. Wir brauchen heute mehr denn je ein starkes, schwingungsfähiges Nervensystem, das sich flexibel an die herausfordernden Begebenheiten des Lebens anpassen kann. Starke Nerven bedeuten auch, eine starke Aura bzw. Ausstrahlung zu haben, die sowohl von anderen wahrgenommen wird als auch uns selbst zugute kommt, um uns sicher und aufgerichtet zu fühlen.

Kundalini-Yoga ist hier prädestiniert, außerdem hilfreich sind andere Entspannungsverfahren, Spaziergänge oder ätherische Öle, die mich tagtäglich unterstützen. Gerade wenn wir uns in Zeitdruck, Arbeitsstress und Informationsflut eingespannt fühlen, uns der tägliche Spielraum für die freie Entfaltung minimal erscheint, brauchen wir Handwerkszeuge, um wieder in Kontakt mit uns, unserem Körper, unseren Gefühlen und den uns wichtigen Zielen zu gelangen.

Dennoch bin auch ich oft überreizt: Dann greife ich vemehrt zum Smartphone, spüre innere Unruhe, auch Orientierungslosigkeit. Im Sommerurlaub auf der Schwäbischen Alb konnte ich beobachten, dass es mir oft schwerfiel, eine lange Zeit nur analog unterwegs zu sein. Der Grad zwischen “sich von anderen inspirieren lassen”, beispielsweise via Facebook, und dem “Sich-Verlieren-im Mitteilungsstrom” ist schmal. Wenn ich meinen Körper als erfahrenes, weises Instrument zur Selbsterkenntnis nutze und diesem vertraue, kann ich sehr genau spüren, wann ich noch im Flow bin, mich wohl und angemessen stimuliert fühle, und wann ich beginne, unbewusst, hektisch und orientierungslos zu werden.

Was ich oft mache: Mich einfach hinsetzen, auf einen Stuhl oder im Schneidersitz auf meine Matte. Sitzen, Wirbelsäule aufrichten, mich intuitiv bewegen und einfach für ein paar Atemzüge lang und tief atmen. Es ist unglaublich, was allein das bewirkt.

Wenn wir in Menschengruppen unterwegs sind – sei es in einer Teambesprechung oder auf der Straße, in der Stadt – und zudem noch feinfühlig sind, dürfen wir erst recht gut auf uns Acht geben. Ich schütze hier – mit Hilfe von Visualisierungen oder Pranayama-Übungen, sprich Atemtechniken, meine Grenzen und auch meinen Fokus. Immer wieder atme ich tief in den Bauch oder stelle mir eine helle, goldene Bubble vor, in der ich sicher und geborgen bin. Es ist nicht immer leicht, sich von der Hektik im Außen nicht anstecken zu lassen, sich hier abzugrenzen – von negativer Stimmungsmache oder Drama-Sucht. Doch es ist möglich. Und wie ich finde sehr erstrebenswert, um geistig, seelisch und körperlich gesund zu bleiben.

Noch etwas wird mir immer klarer: Manchmal bin ich genervt von meiner eigenen Höflichkeit, meinem Verständnis für viele(s). Denn was ich immer weniger dulde sind Lästerein und Sticheleien – sie verletzen meine eigene Integrität, wenn ich Teil der Szene bin. Sprich vor Menschen, die aus welchen Gründen auch immer gerne gehäuft sticheln, lästern oder ihr Gegenüber versuchen klein zu halten, schütze ich mich zunehmend bzw. halte ich mich fern. Ich spüre dies in Form von Unbehagen und Enge sehr genau, richte mich dann innerlich auf, lächle in mich hinein. Das funktioniert immer besser, davon abgesehen, dass mir wirklich negativ gesinnte Leute immer seltener begegnen. Meine Erfahrung: Es sind in erster Linie unsere – oft unbewussten – Überzeugungen, die Menschen anziehen, die uns schlecht behandeln.

Und hier möchte ich Mut machen, seinen ureigenen, schönen Weg zu gehen, in ganz eigenem Tempo, mit individueller Ausrüstung und mit eigenem Fokus. Denn: Je mehr Liebe und Verständnis ich für mich selbst habe, umso schöner und reicher gestaltet sich mein Leben, auf allen Ebenen.

Habt Ihr in diesen herausfordernden Zeiten manchmal auch das Gefühl, Euch, Euren Fokus – das was für Euch wesentlich oder Herzensanliegen ist – schützen zu müssen, um Euch nicht zu verlieren?

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